Schwimmer gewinnt bei Hessischen Meisterschaften

Morten Gantner nach schwerer Schulter-OP besser als je zuvor

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Zieht wieder kraftvoll durch: Morten Gantner vom TSV 1891 Oberzwehren, hier beim Training im Auebad, hat seine Schulterverletzung und die Folgen der nötigen Operation bewältigt und holte bereits wieder mehrere Titel. 

Kassel. Bei den Hessischen Meisterschaften stand er viermal ganz oben auf dem Podest. Eigentlich nichts Besonderes, denn es waren seine Titel Nummer zehn bis 13. Trotzdem brachten sie Morten Gantner außergewöhnlich große Genugtuung.

Denn der Kasseler Schwimmer vom TSV 1891 Oberzwehren musste wenige Monate zuvor nach langer Leidenszeit um die Fortsetzung seiner Karriere fürchten.

Die Verletzung

Morten Gantner

Im Frühjahr 2016 stieß Gantner während des Schmetterling-Trainings mit einem anderen Schwimmer zusammen. „Es gab einen stechenden Schmerz und fühlte sich wie eine Zerrung an“, blickt Gantner zurück. Doch die Beschwerden ließen kaum nach, an ernsthaftes Training oder gar Wettkämpfe war nicht zu denken: „Immer anfangs des Zuges tat es weh.“

Für eine eindeutige Diagnose wäre eine Arthroskopie nötig gewesen. Doch Gantner, Student der Wirtschaftswissenschaften und Psychologie in Halle/Saale, entschied sich zunächst gegen den Eingriff und für die konservative Behandlung – letztlich ohne Erfolg. Schließlich kam es im Oktober doch zur Arthroskopie, in deren Verlauf Dr. Christian Lörke, leitender Oberarzt der Orthopädischen Klinik Kassel, die Schulter operativ stabilisierte. 

Der Zweifel

Beim Trainingsunfall war der Schulterkopf aus der Pfanne gedrückt worden. Kapsel-Band-Strukturen mussten repariert werden. Ob Gantner wieder Wettkämpfe würde bestreiten können, war mehr als fraglich. Zumindest drohte eine noch längere Zwangspause. „Schon vor der Operation war ich nah am Resignieren. Zumal ich keine andere Sportart habe, die ich gern betreiben würde oder könnte“, sagt der 25-Jährige und ergänzt: „Ich schwimme seit 17 Jahren, das ist ein richtiger Teil meines Lebens.“

Die Rückkehr ins Becken

Doch dann geschah Unvorhersehbares. Schon im Dezember stieg Gantner erstmals wieder ins Wasser. „Und bereits im Januar hatte ich das Gefühl, ich könne es mit dem Wettkampf-Schwimmen wieder ernsthaft versuchen. Ich war bis dahin fast bei Null, alles war wie ein Neuanfang“, berichtet er.

So gut lief es, dass Gantner bei den Hessischen Meisterschaften der Masters im Juni an den Start gehen konnte. Zwar war die Teilnahme für ihn an sich schon ein Erfolg, doch gab er sich damit nicht zufrieden. Gantner gewann über die 50 Meter Brust und Schmetterling sowie die 50 und 100 Meter Freistil. Besonders erstaunlich: In den Disziplinen Brust und Schmetterling schwamm er persönliche Bestzeiten.

„Ich kann es immer noch kaum fassen. Nach der Operation hatte ich nicht damit gerechnet, überhaupt jemals wieder Schmetterling schwimmen zu können. Die Belastung für die Schulter ist dabei extrem hoch“, sagt er voller Erleichterung.

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