Der 14-jährige Danny Schmidt ist der beste Schwimmer Hessens in seiner Altersklasse

Klein, aber richtig schnell

Andere sammeln Briefmarken, Danny Schmidt sammelt Pokale: der Kleinengliser Danny Schmidt zählt zu Hessens größten Schwimmtalenten. Foto: Hahn

Kleinenglis. Wenn ein 14-Jähriger bereits 53 Pokale gesammelt hat, kann er so viel nicht falsch gemacht haben. Hat er auch nicht! Danny Schmidt aus Kleinenglis zählt zu den größten Schwimmtalenten Deutschlands. Der beste Schwimmer Hessens in seinem Jahrgang ist er bereits – zumindest in 18 Disziplinen.

Der 1,68 Meter große Schmidt sagt das, was nicht viele in seinem Alter auch so formulieren: „Klar möchte ich irgendwann zu den Olympischen Spielen.“ Das Talent und den Ehrgeiz hat der Achtklässler der CJD Oberurff (Notenschnitt: 1,9) dafür. Aber: Um es ganz nach oben zu schaffen, muss Schmidt noch wachsen. Denn auch seine Vorbilder, die Weltklasse-Schwimmer Michael Phelps (1,93 Meter) und Ryan Lochte (1,88 Meter) sind Hünen. In seinem Jahrgang ist der Blondschopf auf dem Leistungsniveau der kleinste Schwimmer – mit Abstand. Aber eben meistens auch der schnellste.

2009 kam der Kleinengliser zum ersten Mal in Berührung mit dem kühlen Nass - beim Seepferdchenkurs in Bad Zwesten. In Gudensberg wurde sein Förderer Stefan Sonnenschein auf das Talent aufmerksam und nahm ihn unter seine Fittiche. Als in Gudensberg die Trainingszeiten nicht mehr ausreichten, wechselte Schmidt erst nach Baunatal und schwimmt mittlerweile für den Kasseler SV. Dazu fährt er ein- bis zweimal die Woche nach Fulda zum Hessischen Förderkader. „Im Monat fahre ich bestimmt bis zu 3000 Kilometer zum Training“, sagt Mutter Christina Schmidt (47). Sie ist auch für die Ernährung zuständig (viele Sojaprodukte, Gemüse und Kohlenhydrate). Alles für den großen Traum, es einmal ganz nach oben zu schaffen.

In diesem Jahr steht der Saisonhöhepunkt im Sommer an: die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften. „Ich will ins Finale kommen“, gibt Schmidt das Ziel vor. Beim Thema „Sportinternat“ ist die Familie noch unschlüssig. „Solange die Entwicklung weiter stabil ist, wollen wir das im Moment noch nicht“, sagt Vater Axel Schmidt (52).

Der 14-Jährige, der von Stefan Rios und Sabine Käthner trainiert wird, bleibt also vorerst in der Region und wird auf lokalen Schwimmwettbewerben weiter abräumen, was abzuräumen ist. In Nordhessen gehört der 1,88 Meter große Baunataler Gavin Grenzemann zu seinen Erzrivalen. „Wir haben aber ein gutes Verhältnis“, sagt Schmidt, der Bruder von zwei älteren Schwestern. Zu den Stärken vom Gymnasiasten zählt der Kick (das Abstoßen und Tauchen). Verbessern will er die Wende. Auch Psychotricks hat der Nordhesse schon drauf: „Vor dem Start sage ich schonmal, dass ich nicht gut drauf bin, obwohl ich mich richtig gut fühle.“ Auch das gehört dazu, wenn man weiter zu Hessens besten Schwimmern gehören will.

Von Daniel Schneider

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