Vor Ort beim Landesentscheid „Jugend trainiert“ im Rudern auf der Kasseler Regattastrecke

Schon beim Start geht’s zur Sache

Volle Kraft voraus: Der Jungen-Achter des Friedrichsgymnasiums in Kassel (im Vordergrund) hatte im Finale keine Chance. Mitgefahren sind: Jonathan Schmid, Hannes Heitmann, Nils Gerowitz, Jannis Klingebiel, Florian Wilhelm, Maximilian Hoffmann, Luis Dehnelt, Hendrik Reuter und Steuermann Paul Hintze. Foto: Fischer

Kassel. In einem kleinen Seitenarm der Fulda geht es los. An den Bootshäusern zischen die Ruderer vorbei, auch das Auebad wird links liegen gelassen.

Unter der Schwimmbadbrücke, auf der sich fast 100 Zuschauer versammelt haben, geht es hindurch, hinein in den Endspurt. Beim Landesentscheid „Jugend trainiert für Olympia“ im Rudern qualifizierten sich drei Kasseler Boote für das Bundesfinale in Berlin.

Am Start

Von seinem kleinen Podest mitten in der Fulda aus beobachtet Frank Schellenberg das Renngeschehen. Der gebürtige Kasseler ist als Schiedsrichter für den Start verantwortlich. „Wir wechseln glücklicherweise die Positionen, sonst wäre man hier ganz schön durchgebraten“, sagt er zur exponierten Lage seines Arbeitsplatzes. „Andere Schiedsrichter-Kollegen fahren beim Rennen nebenher oder warten im Ziel“, erklärt er die Einteilung entlang der 1000 Meter langen Strecke. Ruderer, Trainer, Schiedsrichter: Schellenberg hat schon so ziemlich jede Rolle auf der Kasseler Regattastrecke eingenommen. „Mein letzter Start hier war für das Friedrichsgymnasium Kassel, 1993 war das“, sagt er. DIE Königsdisziplin

Hier geht’s los: Frank Schellenberg ist als Schiedsrichter für das Startsignal zuständig.

Mit etwas Verspätung finden sich die Achterboote der männlichen Jugend im Startbereich bei Schiedsrichter Schellenberg ein. „Da geht’s gleich zur Sache“, kündigt er an. Der Achter – das ist so etwas wie die Königsdisziplin unter den Ruderern. Die 15- bis 17-Jährigen in den Booten aus Wiesbaden, Frankfurt und Kassel wirken angespannt, kaum einer spricht. Gebrochen wird die Stille nur durch die Motorgeräusche der Begleitboote, die Schiedsrichter und Fotografen befördern. Mit dem Startsignal entlädt sich die ganze Anspannung: Mit kräftigen Schlägen treiben die Ruderer ihre Boote über das Wasser, die Motorboote düsen hinterher. Das Boot vom Friedrichsgymnasium Kassel hat Probleme und fällt zurück. Wiesbaden und Frankfurt fahren vorn weg, doch 1000 Meter sind lang. So lang, dass die Frankfurter kurz vor dem Ziel aus dem Rhythmus kommen und fast noch von den Kasselern um Kapitän Jonathan Schmid abgefangen werden – aber nur fast. „Vier von uns sind vor einer Stunde schon im Vierer knapp gescheitert, da ging jetzt einfach nicht mehr“, sagt der Schmid etwas angefressen.

Im Ziel

Der Modus ist hart: Fürs Bundesfinale in Berlin Ende September qualifizieren sich nur die Sieger der heutigen Finalläufe. Die Kasseler werden dann drei der acht hessischen Boote stellen. Zwei Boote kommen vom Friedrichsgymnasium, den Mädchen-Doppelvierer schickt die Albert-Schweitzer-Schule ins Rennen. „Ich denke, alle drei Boote sollten gute Chancen auf Finalteilnahmen in Berlin haben“, sagt der Ruderlehrer des Friedrichsgymnasiums Holger Römer zu den guten Platzierungen der Kasseler.

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