Vor Ort: 88 Goldmedaillen gehen im Aquapark-Sportbad an die Schwimmgemeinschaft ACT/Baunatal

Schwimmen auf der Erfolgswelle

Zehn Starts an einem Tag: Vanessa Dabek (12) gehört zu den Schwimmern, die am Sonntag im Sportbad besonders oft die Herausforderung suchten. Die 12-Jährige wird dafür mit drei Podest- und vier Top-Ten-Plätzen belohnt. Fotos: Schachtschneider

Baunatal. Raus aus den Winterklamotten, rein in die Badesachen und ab ins 27 Grad warme Nass hieß es am Wochenende beim 39. Baunataler Schüler- und Jugendschwimmfest. Das tropische Klima im Sportbad am Aqua-Park war für die etwa 240 leicht bekleideten Einzel- und Staffel-Schwimmer deutlich einladender als die Schneemassen draußen. Für die Besucher bedeutete die feuchte Wärme vor allem beschlagene Brillen, die zwischen den insgesamt 42 Wettkämpfen fleißig geputzt wurden.

Volle Konzentration

Bereits auf den Startblöcken wirken selbst die jüngsten Schwimmer hochkonzentriert. „Da blendet man alles aus, man will ja schließlich super schwimmen“, verrät die 12-jährige Vanessa Dabek, die am Sonntag für zehn Kurzstreckenrennen gemeldet ist. Am Vortag absolvierte die Gymnasiastin bereits die 800 Meter Freistil – plus 50 Extrameter. Denn es war wegen eines Messfehlers zunächst unklar, ob Vanessa bereits ihre 32 Bahnen geschwommen hatte. „Am Ende war das Ganze gar nicht schlimm, ich bin Erste geworden“, berichtet die 12-Jährige strahlend. Lautstarke Unterstützung

Mit einem Lächeln auf den Lippen kommen viele Schwimmer aus dem Wasser, der eine oder die andere verdrückt auch mal eine Träne und lässt sich von der Familie trösten. Deren Anfeuerungsrufe sind wie die der Vereinskameraden und Freunde schon vor der Halle zu hören. „Hopp, hopp, hopp“, im Rhythmus zum Schwimmtakt, und „Schneller“-Schreie beflügeln die Kinder und Jugendlichen sichtlich. Sätze wie „Geiles Rennen, Pascal“, oder „Ich war heute schneller als du, Laura“, hallen zeitgleich durch das Sportbad. Arm als Merkzettel

Viel schneller als Anastasia Boitschuk sind in ihrer Altersklasse hingegen nicht viele. Die Neunjährige, die am Samstag und Sonntag je viermal startet, erschwimmt zwei Gold-, einen Silber- und drei Bronzeränge. „Ich bin ganz zufrieden, ich habe einige Medaillen gewonnen.“ Um ihre Startzeiten nicht zu vergessen, hat sich die Lagenschwimmerin aus Leidenschaft all ihre Wettkämpfe auf dem Arm notiert. Weiterhin verrät die ehrgeizige Grundschülerin: „Ich übe gern und viel, sonst wird meine kleine Schwester noch besser als ich.“ Ihr Ziel hat Anastasia glasklar vor Augen: Sie will Profischwimmerin werden. Toptalent am Beckenrand

Auf dem besten Weg dahin ist auch die 16-jährige Gymnasiastin Lina Krämer, die wie Vanessa und Anastasia für die Schwimmgemeinschaft ACT/ Baunatal ins Wasser springt. Sie war im vergangenen Jahr bereits über fünf Kilometer im Freiwasser bei der Jugend-EM in Zagreb/Kroatien am Start. Neben der Schule trainiert die Topschwimmerin in jeder freien Minute. „Das Schwimmen macht mir großen Spaß und wenn ich doch mal einen schlechten Tag erwische, motiviere ich mich durch gute Trainingsleistungen.“ Wegen einer hartnäckigen Erkältung feuert sie in Baunatal ihre Teamkameraden vom Beckenrand aus an: „Mentale Unterstützung ist ja auch wichtig“, findet sie.

16 Vereine mit dabei

Nicht nur mental, sondern auch physisch war beim Baunataler Schwimmfest ein bunter Haufen von 17 Vereinen dabei – in Team-Shirts der Farben Quietschgrün bis Knallpink. Die hessischen Schwimmer stellten sich – oft erfolgreich – der Konkurrenz von TSV Quakenbrück (Niedersachsen) und SSV Freiberg (Sachsen).

Von Jasmin Paul

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