Mannschaftskapitän der SG Haunetal lebt für seinen Verein

Marc Blucha ist Wehrdas Mann für alle Fälle

Marc Blucha (in Grün) von der SG Haunetal im Zweikampf mit Nicholas Champagne von der ehemaligen SG Ober-Untergeis.
+
Dieser Mann arbeitet Fußball: Marc Blucha (in Grün) von der SG Haunetal im Zweikampf mit Nicholas Champagne von der ehemaligen SG Ober-Untergeis.

Marc Blucha ist beim Fußball-Kreisoberligisten SG Haunetal der Mann für alle Fälle. Der 35-jährige Mannschaftskapitän und Vorsitzende des 1.FC Wehrda ist sich für keine Aufgabe zu schade.

Haunetal – Er ist 35 Jahre alt, 29 Jahre als Spieler im Verein aktiv und davon sogar 15 Jahre Mannschaftskapitän. Außerdem seit 2018 Vorsitzender des 1. FC Wehrda. Wir sprechen über Fußballer Marc Blucha von der SG Haunetal.

In Wehrda geboren und aufgewachsen, hat Blucha noch nie für einen anderen Verein gekickt. „Ich bin jemand, der Fußball arbeitet und muss immer mehr investieren als andere“, gibt Blucha zu Protokoll. „Natürlich gab es mal die eine oder andere Anfrage von anderen Vereinen. Aber wieso sollte ich meinen Heimatverein verlassen? Hier habe ich alles erlebt, was man sportlich erleben kann und war von Kindesbeinen an auf dem Sportplatz“, erzählt er. Drei Auf- und drei Abstiege hat er hinter sich, zudem fünf Relegationen.

Unterhält man sich mit Marc Blucha, merkt man in jeder Sekunde, dass dieser Mann für den Verein und den Fußball lebt. An einem Freitagsspieltag, wenn alle Kollegen aus dem Vorstandsteam des 1. FC Wehrda noch arbeiten müssen, nimmt Blucha einen halben Tag Urlaub, um anschließend den Platz zu mähen, abzustreuen, die Bratwürstchen zu holen oder sogar die Getränke anzunehmen und zu verräumen.

Und am Abend steht er in der Kreisoberliga mit der Kapitänsbinde noch selbst auf dem Platz, wenn er nicht gerade verletzt ist. Blucha hatte 2018 eine lange Leidenszeit hinter sich und aktuell hat er diese auch wieder vor sich. Mindestens ein Jahr lang wird Blucha seiner SG noch fehlen. Am 18. September 2020 verdrehte er sich im Heimspiel gegen die SG Heinebach/Osterbach das Knie und muss nun noch zwei Mal operiert werden.

Und trotzdem ist Blucha optimistisch. Er fährt für diese Operationen extra nach Bamberg und Straubing, damit er anschließend wieder seinem Herzensverein helfen kann. So ist zumindest sein Ziel. Die Corona-Krise gibt ihm allerdings zu denken. Er gehe von einem weiteren Vereinssterben aus, sowohl im Senioren-, als auch im Jugendbereich da aktuell kein Vereinsleben stattfände.

Haunetal trainierte zwar einige Zeit auch gemeinsam online und auch Arbeitseinsätze am Sportplatz müssen absolviert werden. Trotzdem fehlt dem Vereinsmenschen Blucha und seinen Teamkollegen etwas. Seinen Heimatverein in Wehrda und vor allem aber auch die Spielgemeinschaft sieht er trotzdem gut aufgestellt.

Dass Blucha für den Verein in Wehrda lebt, ging auch schon in den Online- und Fernsehmedien viral. Anfang 2019 machte ein Bericht die Runde bezüglich der umgebauten „Disco-Kabine“ in der Bitburger-Arena von Wehrda. Auf diese ist Blucha äußerst stolz: „Wir sind ein kleiner Verein mit wenig Geld. Den Spielern, die bei uns spielen, sollte man aber auch etwas bieten“, sagt er und verweist nicht ohne Stolz auf einen beheizten Außenpool. Blucha betont wie stolz er auf das gesamte Vorstandsteam in Wehrda sei – und will nicht von einer „One-Man-Show“ sprechen.

„Natürlich mähe ich oft den Rasen. Dies tue ich aber einfach für die Jungs und mich, da ich selbst auf einem ordentlichen Rasen kicken möchte“, stellt er klar. Wohl jeder in Wehrda weiß seine Arbeit zu schätzen. Den 1. FC Wehrda ohne Marc Blucha werde es vermutlich nie geben, meint der 35-Jährige.

In irgendeiner Form möchte und wird er seinem Verein immer zur Seite stehen und mit anpacken. In Zukunft wird Blucha neben seinem Beruf bei einem Bad Hersfelder IT-Dienstleister an seinem Comeback auf dem Fußballplatz arbeiten. Seine Tätigkeiten abseits des Platzes aber sind mindestens genauso wichtig für den gesamten Verein.

(Sebastian Krause)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.