FUSSBALL

Für Fußballtrainer Markus Pflanz verlief das Jahr mit Höhen und Tiefen

Markus Pflanz, Co-Trainer von Alex Blessin beim KV Oostende, auf dem Fußballplatz.
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Stand Weihnachten auf dem Fußballplatz: Markus Pflanz, Co-Trainer von Alex Blessin beim KV Oostende.

Das Weihnachtsfest fand für Markus Pflanz in diesem Jahr auf dem Fußballplatz statt. Für den aus Kiebitzgrund-Langenschwarz stammenden Fußballtrainer war der Heiligabend mit Arbeit verbunden. Heißt für Pflanz: Vor der Bescherung gibt es Training. Auch am ersten Weihnachtsfeiertag ging es auf den Platz.

Oostende – Am zweiten Weihnachtsfeiertag folgte das nächste Heimspiel. Mit seinem Verein, dem KV Oostende, empfing er in der ersten Belgischen Division, der „Jupiler League“ am Abend, Spielbeginn war 21 Uhr, den KRC Genk. Das Hinspiel konnte Oostende mit 4:3 gewinnen. Doch das Rückspiel am Sonntag war nicht von Erfolg gekrönt. 0:4 lautete das Ergebnis diesmal Schon zur Pause war beim 0:3 die Messe gelesen. „Das war klar, dass wir das Spiel verlieren werden, Genk gehörte zu Beginn der Saison mit zu den Meisterschaftsfavoriten. Sie kommen aber erst jetzt in die Spur“, sagt Pflanz. Vor drei Wochen hatte Genk den Trainer gewechselt. Bernd Storck, früher Dortmund, hat dort das Ruder übernommen. Seitdem er auf der Bank sitzt, geht es mit Genk wieder bergauf.

„Dass Weihnachten für uns ein Spieltag war, darüber war meine Frau zu Hause natürlich begeistert“, sagt A-Schein-Inhaber Pflanz mit einem Augenzwinkern. „Aber so ist das einmal, wenn du in anderen Ländern trainierst.“ Doch während die „Premier League“ in England sogar einen Tag vor Silvester sowie am Neujahrstag spielt, haben die Fußballer in Belgien zumindest bis zum 15. Januar spielfrei. Erst dann sind die Flamen wieder am Ball. Der nächste Gegner ist dann Waregem. Gestern hat Pflanz wieder die 570 Kilometer lange Fahrt nach Hause auf sich genommen. Den Jahreswechsel – Silvester hat er überdies Geburtstag – will er in Deutschland verbringen. Am 3. Januar ist wieder Training in Belgien. Vor dem ersten Spiel geht es ins Trainingslager nach La Manga, nicht weit von Alicante in Spanien. Wenn Corona Oostende keinen Streich spielt.

Das Jahr verlief für Oostende bislang mit einigen Höhen, aber auch mit Tiefen. Die vergangene Serie schlossen die Männer von der Nordseeküste mit einem fünften Platz ab, die Europa-Play-offs wurden damals nur knapp verpasst. Vom fünften Rang der vergangenen Saison ist Oostende derzeit weit entfernt. Das liegt nicht nur daran, dass sie im November und Dezember schwach gespielt haben – Pflanz: „Das war komischerweise im letzten Jahr auch so“ – sondern dass es in der Sommerpause auch einige Personalwechsel innerhalb der Mannschaft gegeben hat. „Einige Spieler sind gegangen. Wir haben dafür eine gute Ablöse kassiert“, sagt Pflanz. „Dafür sind aber auch einige Jüngere dazugekommen. Die müssen sich erst in der neuen Umgebung, sprich im Team, zurechtfinden.“´

Gegen den Ball arbeiten, schnelles Umschalten und schnell zum Abschluss kommen – das ist das Credo in Oostende. Pflanz: „Die Jüngeren sind noch nicht so weit, sie müssen noch ein paar Abläufe verinnerlichen. Das muss in den Köpfen sitzen.“ Aber auch Pech verfolgte Oostende in einigen Partien. So wie beispielsweise in Lüttich, wo man nur durch einen Treffer aus dem Abseits 0:1 verlor. „Dort sind die Fans ähnlich fanatisch wie in Dortmund auf der Südtribüne“, weiß Pflanz.

Apropos Zuschauer: In Belgien waren in der Hinrunde die Fans des Gegners momentan nicht zugelassen, Auswärtsfahrten finden nur für die Mannschaft statt. Für die Fans der Heimteams bestand die Regel: 2 G plus Maske. Bis zum Sonntag: Seitdem finden die Spiele wieder vor Geisterkulisse statt. Pflanz ist Co-Trainer im Team von Alex Blessin, der in Belgien „Trainer des Jahres“ geworden ist und dessen Team insgesamt vier Mann umfasst. Neben den beiden Co-Trainern – Pflanz sowie dem ehemaligen australischen Nationspieler David Zdrilic – gibt es noch einen Athletiktrainer sowie einen Videoanalysten. Pflanz ist speziell für die Standards verantwortlich. „Ich bin ständig dabei, meine Übungen zu verbessern“, erklärt er.

Ab und zu bekommt er Besuch aus der Heimat. Moritz Wernick beispielsweise, Spieler des Gruppenligisten SG Aulatal, war schon da. Und Uwe Stückrath, derzeit Coach beim Kreisoberligisten Waldkappel, kommt alle paar Wochen mal zu Besuch nach Oostende, das im Volksmund auch als „Ballermann Belgiens“ bezeichnet wird. Nur davon hat Pflanz bislang kaum etwas mitbekommen. Als Co-Trainer von Oostende hatte er schlichtweg keine Zeit.

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