3. Handball-Liga der Männer: Gensungen/Felsberg wird Favoritenrolle im Derby bei SVH vollauf gerecht

Wenig Redebedarf bei 39:25-Sieg

Das 1:0 ist unterwegs: Gensungen/Felsbergs Sven Vogel (Nr. 19) kommt gegen Kassels Felix Geßner zum Wurf (re.) und lässt Torwart Fabian Meyfarth keine Chance. Foto: Schoelzchen

Kassel. Bleibt eine Handball-Mannschaft während der Halbzeitpause nicht lange in ihrer Kabine, dann ist das ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der Trainer mit der Leistung seines Teams zufrieden ist. Dragos Negovan, der Drittliga-Coach der HSG Gensungen/Felsberg, kehrte mit seinen Schützlingen auch rasch wieder aufs Parkett der Aueparkhalle zurück, weil diese gegen das gastgebende Schlusslicht SVH Kassel bereits mit 19:9 führten und damit den Grundstein zum späteren 39:25-Derbyerfolg legten.

„Wir haben auch in dieser Höhe verdient gewonnen“, meinte Negovan zufrieden. Aber nicht ohne noch die eine oder andere kleine Schwäche seiner Sieben aus den zweiten 30 Minuten anzusprechen: „Da wollten wir zuviel. Die Spieler, die von der Bank kamen, waren nicht so konzentriert wie ihre Kollegen zuvor.“

Den ersten Durchgang hatte der junge Sven Vogel mit dem 1:0 der Edertaler eröffnet. Der einzige Linkshänder, den der Gast über weite Strecken der Begegnung aufbot. Steffen Ober war nach Grippe noch geschwächt, Jan-Hendrik Walther mit Sprunggelenksproblemen gehandicapt. Aber auch mit drei Rechtshändern im Rückraum bestimmte die HSG gegen die ohne die verletzten Christian Gherhard, Igor Sharnikau und Chris Reinbold angetretenen Hausherren gleich die Szenerie. Wobei Marc Lauterbach im Tor des Favoriten von Beginn an gut aufgelegt war. „Wir standen gut in der Abwehr. Und wenn es bei mir so weiter geht wie zurzeit, hätte ich nichts dagegen“, erklärte das Eigengewächs erfreut. Da die Nummer eins Michael Stahl seit zwei Wochen eine Muskelblessur plagt und nur im Notfall eingesetzt werden kann, steht Lauterbach unter besonderem Druck.

In Kassel trat dieser Fall nicht ein. Einzig der Ex-Gensunger Peter Köpke konnte die alten Kameraden immer mal wieder überraschen. Nachdem der wendige Angreifer zum vierten Mal getroffen hatte, zog die HSG allerdings durch Treffer von Vogel (2), Carsten Göbel, Mario Schanze und Philip Julius von 14:9 auf 19:9 davon.

„Nach dem Wechsel sind wir mehr als Mannschaft aufgetreten und konnten einige einfache Tore erzielen“, lobte SVH-Coach seine Akteure dafür, dass der Rückstand noch im erträglichen Rahmen blieb. Dann tat sich auch der mit einem Zweitspielrecht ausgestattete Melsunger Chris Treutler ein ums andere Mal hervor.

Verhindern konnte der Mittelmann jedoch nicht, dass die Gäste vor 450 Zuschauern weiter klar überlegen waren und nach einem von Stephan Untermann verwandelten Siebenmeter mit 29:17 vorn lagen (45.). Auf jede gelungene Aktion der Harleshäuser hatten sie die passende Antwort. Bezeichnend, dass Alexander Bärthel in der 56. Minute ein herrliches Tor vom Kreis markierte, nachdem unmittelbar zuvor Tim Konermann auf der Gegenseite einen von Köpke eingeleiteten Tempogegenstoß verwertet hatte.

Den 40. Treffer erreichte der Tabellenfünfte am Ende nicht mehr. Das konnte Negovan verschmerzen. Nicht aber, dass sein Team nicht mehr so stabil in der Deckung stand. Deshalb bat er die Spieler nach Ende sofort in die Kabine. Da blieben sie diesmal länger als zur Halbzeit.

Von Björn Mahr

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