Clemens scheitert, van Gerwen muss zittern

Auffälligkeiten der Darts-WM: Wenn die Nerven versagen

Gabriel Clemens.
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Ausgeschieden: Gabriel Clemens.

Die Darts-WM in London geht in die entscheidende Phase. Morgen beginnen im Alexandra Palace die Viertelfinals – leider ohne deutsche Beteiligung.

Gabriel Clemens scheiterte am Dienstag an seinen Nerven – ebenso wie Joe Cullen. Zudem brachte der Dienstag den ersten Neundarter seit fünf Jahren. Auffälligkeiten des Turniers:

Bitteres Aus I

Gegen den amtierenden Weltmeister Peter Wright hatte der Deutsche Gabriel Clemens in der Runde zuvor noch begeistert und starke Nerven bewiesen. Diese spielten ihm im Achtelfinale gegen den Polen Krzysztof Ratajski nun einen Streich. Lange war es ein Match auf Augenhöhe, das nicht nur in den Entscheidungssatz, sondern auch ins entscheidende Leg ging. Ratajski hatte Anwurf, also einen Vorteil. Clemens kam nicht hinterher – doch der Pole verpasste Doppel um Doppel für den Sieg.

So hatte der 37 Jahre alte Deutsche schließlich selbst die Chance, dieses Match zu gewinnen. Ins Viertelfinale einzuziehen – in dem mit Stephen Bunting oder Ryan Searle erneut ein machbarer Gegner gewartet hätte. Doch die Nerven machten nicht mit. Clemens vergab sieben Möglichkeiten aufs Weiterkommen, Ratajski noch mehr, traf aber schließlich die Doppel-1. So ist Clemens’ Wintermärchen von London vorbei. Doch zum Schluss sorgte er für eine starke TV-Quote. In der Spitze verfolgten 2,26 Millionen Zuschauer die Partie – mehr waren es nur bei den Finals in den vergangenen sechs Jahren sowie dem Halbfinale der WM 2018.

Bitteres Aus II

Der Engländer Joe Cullen war in seinem Achtelfinale gegen den Niederländer Michael van Gerwen Außenseiter. Doch der 31-Jährige brachte den Weltranglistenersten an den Rand einer Niederlage. Im Format Best-of-Seven führte Cullen bereits mit 3:1 nach Sätzen – im fehlte nur noch einer. Und der Engländer spielte ganz groß auf, brachte van Gerwen mit vielen hohen Aufnahmen immer wieder in Bedrängnis.

Zwei Matchdarts hatte der 31-Jährige, jeweils aufs Bullseye, vergab aber beide. Am Ende standen 19 Mal die 180 in seiner Statistik. Zum Vergleich: Der Rekord in einem WM-Match liegt bei 22 – aufgestellt von Gary Anderson im Finale 2017, das über eine deutlich längere Distanz ging. Doch weil bei Cullen wie bei Clemens die Nerven versagten, gewann van Gerwen doch noch 4:3 und zog ins Viertelfinale ein.

Neundarter und Aus

Für einen Höhepunkt hatte am Dienstagnachmittag bereits James Wade gesorgt. Dem Engländer gelang gegen Stephen Bunting ein Neundarter, das perfekte Spiel. Schneller kann man die 501 Punkte nicht auf Null bringen. Es war der erste bei der WM, seit Gary Anderson dieses Kunststück Anfang 2016 gelungen war. Das Match verlor Wade dennoch 2:4. (Maximilian Bülau)

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