Internationales Grasbahnrennen in Bad Hersfeld: Regen sorgt für Abbruch

Wenn nichts mehr geht

Bad hersfeld. Es war kurz vor 21 Uhr, als sich Hans-Christian Otto am Samstagabend übers Mikrofon an die Motorsportfans wandte. Und der Pressesprecher des MSC Bad Hersfeld hatte keine guten Nachrichten:

„Manchmal macht uns in unserem Sport das Wetter einen Strich durch die Rechnung, und wir müssen unpopuläre Entscheidungen treffen. So wie heute“, sagte Otto. Und fuhr fort: „Leider muss ich ihnen mitteilen, dass wir uns aus Sicherheitsgründen dazu entschieden haben, die Veranstaltung abzubrechen.“ Noch bevor also die besten europäischen Fahrer der Internationalen Seitenwagen-Gespanne und der Internationalen Soloklasse überhaupt an den Start gehen konnten, war das neunte Flutlichtrennen des Hersfelder Motorsportclubs beendet. Die Grasbahn war mittlerweile zu einer braunen Schlammwüste geworden.

Elona Schäfer-Hablesreiter, die Vorsitzende des MSC, hatte es schon gegen 19.30 Uhr geahnt, als sie mit betrübter Miene in den tristen, wolkenverhangenen Himmel blickte: „Ich habe gerade wieder mit dem Wetterdienst in Offenbach telefoniert. Es soll sich in den nächsten Stunden nicht mehr bessern. Ich befürchte, wir müssen abbrechen“, orakelte sie. Und sollte am Ende Recht behalten.

So ging es fast ein bisschen unter, dass die nicht einmal annähernd 1000 Motorsportfans in Bad Hersfeld eine neuen Weltmeister zu sehen bekamen. Der junge Brite Kyle Bickley sicherte sich im Finale der Youth Gold Trophy (125 ccm) mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 66 Stundenkilometern souverän den WM-Titel. „Es ist schon beachtlich, wie sich die jungen Burschen hier schlagen“, meinte ein staunender Zuschauer zur Schlammschlacht, die den 12 bis 15-jährigen Fahrern sichtlich alles abverlangte. Platz zwei ging an den Tschechen Adam Fenic, Dritter wurde der Pole Martin Koscielski. Die Bayerin Celina Liebmann, einzige Fahrerin im Feld, landete auf Rang 12.

Tröstliche Nachrichten gab es für die enttäuschten Motorsportfans dann aber doch noch: Wer seine Eintrittskarte aufhebt, bekommt beim nächsten Rennen 2015 einen Rabatt von 50 Prozent. Und Take Five, die heizten im Zelt auch ein, als es draußen kaum noch mehr als zehn Grad hatte.

Von Sascha Herrmann

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