Ü-35-Volleyballer werden Südwestdeutscher Meister

Geschafft: Die Elgershäuser mit Schiedsrichter Klaus Biermann (hinten, von links), Dennis Schmittdiel, Alexander Schön, Stefan Brömmeling, Marcus Krössin, Gregor Brömmeling, Patrick Karpowitz, Peter Stederoth sowie Frank Pawla (vorn), Ingo Kraekel, Ralf Schulz, Matthias Herold, Arndt Schlierbach und Wolfgang Leggewie bejubeln ihren Triumph. Foto: privat/nh

Schauenburg. 10.30 Uhr. Eine halbe Stunde noch bis zum ersten Ballwechsel. Vor der Hoofer Schauenburghalle herrscht idyllische Ruhe. Auch drin deutet wenig darauf hin, dass hier bald vier Ü-35-Volleyballmannschaften um die Südwestdeutsche Meisterschaft und die Qualifikation zur Deutschen kämpfen werden.

Auf zwei Feldern wärmen sich die Teams auf, darunter die am Ende triumphierende TSG Elgershausen.

Dehnen, Liegestütze, zuspielen, vorsichtig schmettern – noch herrscht beschauliche Atmosphäre. Doch fühlbar steigt die Spannung bei den Aktiven, das Prickeln setzt ein. Die Schläge werden härter, die Rufe lauter, man kommt auf Betriebstemperatur. Auch Alexander Schön. Und das, obwohl der Elgershäuser ebenso wie Peter Stederoth wegen einer Verletzung zum Zuschauen verurteilt ist. „Das tue ich sehr schweren Herzens, denn diese Turniere sind der absolute Höhepunkt. Wenn wir die Ü 35 nicht hätten, würden wir in der Liga vielleicht gar nicht mehr spielen“, beteuert der Zuspieler.

Immerhin acht der topfitten Routiniers treten noch in der Regionalliga an. Dazu ergänzen frühere Mitspieler die verschworene Gemeinschaft. Der älteste ist mit 49 Jahren Stefan Brömmeling. Für Rodheim ist er seit 2010 wieder in der Oberliga aktiv, nachdem er zuvor acht Jahre pausierte. Warum er wieder anfing? „Ich wollte in diese Mannschaft hier. Das ist eine Supertruppe. Um dafür fit zu sein, spiele ich halt Oberliga“, erklärt der Mittelblocker.

Locker gewinnen die Elgos ihr erstes Spiel gegen die Spvgg. Burgbrohl (25:12, 25:16). Rasch verschwinden sie aus der Halle, eine Zigarettenpause muss sein. Doch bald schon sind sie zurück, wärmen sich abermals intensiv auf. Das vorentscheidende Spiel gegen die TSG Bretzenheim, den stärksten Widersacher, steht an.

Sekunden vor Beginn bilden die Elgos den Mannschaftskreis, erhalten die letzten Instruktionen, feuern sich an und singen, sportartübergreifend nicht ganz korrekt: „Auf geht’s, Elgos, schießt ein Tor ...“ Egal, wenn’s der Motivation dient. Von Anfang an liegt die TSG hinten und gibt den Satz 21:25 ab. Im zweiten läuft es besser. Matthias Herold stabilisiert die Annahme, zudem, so Alexander Schön, „haben wir das Risiko aus der Angabe herausgenommen“.

Immer hingebungsvoller kämpfen die Elgershäuser nun und bringen Bretzenheim in Bedrängnis. Ein Späßchen hier und da ist weiter drin, aber wenn die Ballwechsel eng werden, ist es damit vorbei.

Mit dem 25:21 schafft die TSG den Satzausgleich und lässt den wesentlich jüngeren Gegner nun nicht mehr aus dem Klammergriff. Immer häufiger setzt Frank Pawla Ingo Kraekel in Szene, und der macht Punkt um Punkt. 18:16 holen sich die Elgos den dritten Satz und damit das Spiel.

Auch die letzte Partie gegen DSW Darmstadt gewinnen die Gastgeber (25:18, 25:18), womit sie zum siebten Mal in Folge die Qualifikation schaffen. Wie die Perspektiven bei den Deutschen sind? „Wir waren einmal Vize. Mehr geht nicht, weil wir über den Zenit sind“, macht Schön klar. Aber es gibt Trost: „Die nächste Altersklasse lockt. Die meisten könnten da schon längst mitmachen.“

Stehen geblieben ist die Zeit für die Elgos also nicht. Eher sind sie ihr voraus, wie auch die Hallenuhr beweist. Diese zeigte bereits am Samstag eine Stunde mehr an – viele Stunden vor der Umstellung auf die Sommerzeit.

Von Wolfgang Bauscher

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