Granerud übernimmt Führung bei „Willingen/6“

Skispringen in Willingen: Norwegischer Doppelsieg, Eisenbichler auf Platz acht

Halvor Egner Granerud mit Pokal und Gelbem Leibchen auf dem Podest
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Strahlemann: Halvor Egner Granerud mit Pokal und Gelbem Leibchen auf dem Podest in Willingen.

Das 50. Weltcup-Skispringen an diesem Samstag in Willingen endet mit einem norwegischen Doppelsieg. Das deutsche Team fährt eher enttäuscht ins Hotel.

Update 18.15 Uhr: Die Sieger sind geehrt, die Leibchen überreicht, die deutschen Springer ein Jahr nach dem Wintermärchen von Stephan Leyhe ziemlich enttäuscht. Stefan Horngacher zeigt sich nach den Leistungen im Finale aber doch ein wenig versöhnt. „Der Durchgang war deutlich verbessert. Da müssen wir morgen ansetzen und dann von Anfang an so springen“, sagt der Bundestrainer.

Zur Halbzeit ärgerte er sich noch unverhohlen. „Die Sprünge waren einfach nicht gut genug“, sagte Horngacher in der ARD. Die wechselhaften und nicht einfachen Windbedingungen wollte er nicht als Ausrede gelten lassen: „Es ist schwierig zu springen, aber es ist für alle gleich.“

Granerud nennt seine Sprünge in einem vom Presseteam verbreiteten Statement (eine Pressekonferenz gibt es wegen der Pandemie nicht) „nicht perfekt, aber gut“. Er habe auch Glück mit dem Wind gehabt. „Deshalb war der Abstand auch so groß.“ Der Norweger bekräftige seinen Anspruch auf den Sieg im Gesamtweltcup: „Ich bin sehr zufrieden, dass ich die Führung ausbauen konnte, nachdem ich in Zakopane und Lahti Punkte verloren habe.“

Unzufrieden: Markus Eisenbichler. Platz acht ist weniger als erhofft.

Update 17.45 Uhr: Norwegischer Doppelsieg im Jubiläums-Weltcup auf der Mühlenkopfschanze: Halvor Egner Granerud siegt nach zwei überragenden Sprüngen (147,5 und 145,5 Meter) mit 285,5 Punkten deutlich vor seinem Landsmann Daniel Andre Tande, der 276,6 Punkte erreicht, und baut seine Führung im Weltcup-Klassement weiter aus. Gleichzeitig übernimmt er Platz eins in der Wertung Willingen/6.

Dritter eines spannenden und gutklassigen Wettkampfs wird Kamil Stoch, er rettet die Ehre der Polen mit seinen 272,2 Zählern. Markus Eisenbichler wird Achter (252,8) - und verlässt fluchend den Auslauf: „So eine Sch...“ .Karl Geiger verbessert sich deutlich und versöhnt sich mit Platz elf bei 247,3 Pun,kten, Pias Paschke (219.8) wird 24. Die weiteren deutschen Platzierungen: Constantin Schmid wird 31., Martin Hamann 34. und Severin Freund 37.

Update 17.40 Uhr: Für einen deutschen Podestplatz reicht es nicht: Markus Eisenbichler erreicht als bester Springer aus dem Team von Bundestrainer von Bundestrainer Stefan Horngacher 139,5 Meter.

Update 17.35 Uhr: Mal ein Wort zum Stadionsprecher-Duo: Gunnar Puk und Jürgen Bangert geben alles. Musik, Informationen, dazu die große Leinwand - Springer, Trainer, die Helfer und die Offiziellen dürfen sich gut informiert und auch unterhalten werden. Noch drei Springer sind oben.

Update 17.20 Uhr: Na also. Karl Geiger kann auch in diesem Jahr Willingen. 142,5 Meter. Das ist die Führung nach 15 Springern im zweiten Durchgang für den Oberstdorfer. Erst Piotr Zyla (Polen) löst ihn in der Leaders Box mit knapp vier Punkten Vorsprung ab. Pius Paschke ist aktuell 13.

„Es war richtig schwierig“, sagt Karl Geiger zum ersten Durchgang „Es hat mir mächtig gestunken, weil ich noch keinen richtig guten Sprung auf der Schanze hatte.“ Seine Leistung im Finale aber versöhnt den Willingen-Sieger von 2019. „Mit dem zweiten Sprung kann man was anfangen.“

Ein bisschen Stress scheint es mit ungebetenen Zaungästen zu geben. Sie stehen oben im Wald hinter dem Auslauf. Polizei, Gemeinde und Ski-Club hatten appelliert, die Mühlenkopfschanze unbedingt zu meiden.

Update 16.50 Uhr: Mehr Frust als Freude bei den Deutschen nach dem ersten Durchgang. Einziger unter den Top Ten: Markus Eisenbichler. Der Dritte vom Freitag schafft 137,5 Meter und teilt sich Platz fünf mit dem punktgleichen Japaner Ryoyu Kobayashi. Ganz vorn liegt sein großer Rivale Halvor Egner Granerud - der Norweger liegt nach dem bisher größten Satz (147,5 Meter) 0,4 Punkte vor seinem Landsmann Tande und mehr als 18 Zähler vor Eisenbichler. Das wird schwer für den Siegsdorfer. Außer ihm schaffen es aus dem DSV-Team nur Karl Geiger (20.) und Pius Paschke ins Finale.

Update 16.45 Uhr: Oh je, Karl Geiger erwischt brutal schlechte Bedingungen. Nichts trägt ihn. Mit 125,5 Metern ist er aber im zweiten Durchgang dabei, ebenso wie Pius Paschke mit der gleichen Weite. Martin Hamann (122 Meter) und Constantin Schmid sind so gut wie sicher draußen.

Update 16.35 Uhr: Daniel Andre Tande knackt als erster Springer die 145 Meter , und damit geht der Norweger nach vorn. Überraschungszweiter nach 40 Springern: Bor Pavlovic aus Slowenien mit einem halben Meter weniger. Quali-Sieger Andrzej Stekala schafft übrigens nur 127 Meter. Es braucht nach wie vor Glück. Rekordmann Klemens Muranka bangt sogar um das Finale der besten 30 (125 Meter).

Update 16.15: Nach den ersten 15 Springern führt Simon Ammann. Der Routinier aus der Schweiz legt mit neuen Schuhen 137 Meter vor und ist auf dem Weg in sein erstes Weltcup-Finale in dieser Saison. Aus dem Team des Deutschen Ski-Verbands kommt Constantin Schmid gleich als erster runter. Der Wettkampf wird immer wieder kurz unterbrochen. Der Wind. „Man wird Glück brauchen“, sagt Co-Kommentator Sven Hannawald in der ARD.

Update 16.25 Uhr: Constantin Schmid ist unten. Ergebnis so lala. Mit 125 Metern auf Platz neun. Bangen um den zweiten Durchgang muss Severin Freund. Er zieht eine Niete in der Windlotterie und landet schon bei 118 Metern.

Update um 15.50 Uhr: Im Probedurchgang steht ein Norweger den weitesten Sprung: Robert Johansson schafft 141,5 Meter. Einen halben Meter kürzer springt der Tourneesieger Kamil Stoch (Polen). Von den Deutschen ist Karl Geiger am längsten unterwegs, er landet bei 136 Meter (Platz zwölf), nachdem er in der Qualifikation schlechte Bedingungen vorfand und nur 42. wurde. Anscheinend freundet er sich langsam wieder mit der Mühlenkopfschanze an, hat aber auch prima Verhältnisse.. Markus Eisenbichler hat mit 129 Metern noch Luft nach oben. Mal sehen, was diese Eindrücke wert sind.

Skispringen in Willingen: Erleben wir eine Fortsetzung der mitreißenden Qualifikation?

Erstmeldung von 14.15 Uhr: Als Führender der Sonderwertung Willingen/6 geht Andrzej Stekala in die Konkurrenz. Mit seinem fabelhaften Sprung auf 152 Meter gewann der 25 Jahre alte Mann aus Zakopane am Freitag nicht nur die Qualifikation und die 3000 Euro Preisgeld, sondern holte sich auch Platz eins der Serie.

Letzte Schritte auf der Schanze: Das Tretkommando des Ski-Clubs war bis kurz vor dem Start im Hang.

Überhaupt das polnische Team: Es brachte vier Springer unter die besten sieben der „Quali“. Unter ihnen Klemens Muranka, mit 153 Metern der neue Schanzenrekordhalter am Mühlenkopf. Die Hoffnungen der deutschen Fans trägt vor allem Markus Eisenbichler, Dritter am Freitag und im Sextett des Deiutschen Ski-Verbands derzeit der einzige in Topform.

Der Siegsdorfer versucht in der Weltcup-Gesamtwertung weiter Boden auf den Norweger Halvor Egner Granerud gutzumachen, der Platz zwei in der Qualifikation belegte. Dessen Landsmann Andre Daniel Tande kommt mit der Schanze ebenfalls gut zurecht, wie er zum Auftakt mit Platz vier zeigte.

Skispringen in Willingen: Simon Ammann im Aufschwung

Ein ordentliches „Comeback“ gab der Schweizer Simon Ammann. Ihm hat hat seine Weltcup-Pause und der „Rückschritt“ in den Continental-Cup offenbar gut getan. Bei der Qualifikation in Willingen belegte der vierfache Olympiasieger mit 137,5 Meter den 18. Platz. Auch sein Landsmann Gregor Deschwanden überzeugte mit 143 Metern auf Rang neun. (Gerhard Menkel)

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