1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

Plötzlich Vize-Weltmeister

Erstellt:

Von: Manuel Kopp

Kommentare

Spektakulärer Sprung: Windsurfer Nick Spangenberg überzeugte die Jury beim Weltcup in Klitmöller.
Spektakulärer Sprung: Windsurfer Nick Spangenberg überzeugte die Jury beim Weltcup in Klitmöller. © John Carter

Zur Siegerehrung kam Nick Spangenberg zwar auf Krücken – aber selbst das trübte seine Freude beim U20-Weltcup in Klitmöller nicht.

Im letzten Lauf musste der Windsurfer aus Landwehrhagen zwar mit Verdacht auf einen Bruch im rechten Mittelfuß vorzeitig aus dem Wasser, dennoch belegte er beim Wettbewerb in Dänemark den dritten Platz. Und kurz darauf stand fest: In der Gesamtwertung des Weltcups kletterte er dadurch auf Platz zwei – und ist plötzlich Vize-Weltmeister.

„Ich könnte nicht glücklicher sein, als meine letzte Saison im Jugendbereich als Vize-Weltmeister zu beenden“, sagte Spangenberg. In seinem letzten Wettkampf in der U20-Altersklasse hatte der 19-Jährige eine Art Heimvorteil. Denn die vergangenen sechseinhalb Wochen trainierte er in Klitmöller. Pünktlich zum Weltcup gab es in Dänemark perfekte Voraussetzungen. „Es war der erste Herbststurm mit Windstärke acht und fünf Meter hohen Wellen. Es waren so gute Bedingungen, dass wir alle aufgeregt waren“, sagt er.

Am ersten Wettkampftag ging es für ihn gut los. In der ersten Runde setzte er sich in einem deutschen Duell durch. Auch im Viertelfinale gewann Spangenberg gegen den Schotten Ruaraidh Somerville. In den einzelnen Läufen hatten die Surfer zwölf Minuten Zeit, zwei Sprünge zu zeigen und zwei Wellen abzureiten, die die Kampfrichter bewerteten.

Im Halbfinale wartete dann der Italiener Samuele Ferraro. Schon beim ersten U20-Weltcup in dieser Saison auf Gran Canaria waren die beiden Windsurfer aufeinandergetroffen, damals setzte sich der Deutsche knapp mit einem halben Punkt Vorsprung durch. Diesmal verlor Spangenberg mit einem halben Punkt. „Das war ärgerlich. Es zeigt aber, dass wir beide auf einem Level sind.“ Im kleinen Finale sicherte sich Spangenberg den dritten Platz – erneut in einem deutschen Duell. „Ich habe da knapp gegen meinen besten Kumpel Lars Bubelach gewonnen“, sagt der 19-Jährige.

Am zweiten Tag hatten die Windsurfer die Chance, sich bei der sogenannten Double-Elimination zu verbessern. Erst mal musste Spangenberg seinen dritten Platz gegen Bubelach verteidigen, was klappte. Danach hatte er die Möglichkeit, mit einem Sieg gegen Ferraro auf den zweiten Platz zu klettern. „Ich wusste, dass ich etwas Besonderes zeigen musste, um noch Zweiter zu werden“, sagte Spangenberg. Also wollte er erstmals einen doppelten Forward Loop zeigen. Aber schon zuvor beim ersten Sprung, dem einfachen Forward Loop, verletzte er sich. „Ich habe bei der Landung ein Knacken gehört“, sagt Spangenberg, der Schmerzen im Fuß verspürte und aufhören musste. Seine Konkurrenten halfen Spangenberg aus dem Wasser heraus, bauten seine Segel ab und fuhren ihn ins Krankenhaus. Eine erste Diagnose: Verdacht auf Mittelfußbruch. Wie schwer sich Spangenberg verletzt hat, wird sich bei einem MRT herausstellen.

Trotz der Verletzung hatte er Platz drei beim Weltcup im Klitmöller sicher – und war damit auch Vize-Weltmeister. Besser war in dieser Weltcup-Saison nur der Spanier Liam Dunkerbeck – Sohn der Surflegende Björn Dunkerbeck.

Durch die Verletzung ist die Saison für Spangenberg wohl beendet. „Es ist schon etwas blöd, dass ich mich verletzt habe, weil ich für den Weltcup auf Sylt eventuell eine Wildcard bekommen hätte, aber das gehört zum Profisport halt dazu“, sagt der 19-Jährige. Es wäre seine erste Teilnahme an einem Weltcup der Erwachsenen gewesen. „Aber die Freude über den schönen Saisonabschluss überwiegt“, sagt Spangenberg.

Der junge Windsurfer hofft nun, schnell wieder fit zu werden. Denn Mitte November hat er geplant, ins südafrikanische Kapstadt ins Trainingslager zu reisen. Dort will er sich vier Wochen lang auf die kommende Saison vorbereiten – die erste im Erwachsenenbereich. Und in diese startet er dann als U20-Vize-Weltmeister mit viel Rückenwind.

Auch interessant

Kommentare