Biathlon-EM: Gold und zwei Mal Silber

Abo auf die Nummer zwei: Nach Silber im Sprint holte sich Karolin Horchler auch den zweiten Platz in der Verfolgung. Foto: Tumashov/nh

Willingen/Tyumen. Alle guten Dinge waren nicht drei. Nach Silber im Sprint und in der Verfolgung wollte Karolin Horchler bei den Biathlon-Europameisterschaften im Massenstart noch einmal nach Edelmetall greifen. „Aber das war einmal gar nichts", erklärte die 26-jährige Ottlarerin am Sonntag nach dem 28. Platz. Dichter dran, aber doch vorbei hieß es für ihre Schwester Nadine als Achte.

Schnell erinnerten sich beide da an die gelungenen Auftritte im russischen Tyumen. „Ich fahre mit der Goldmedaille vom Sprint heim, das ist einfach super gut“, hatte Nadine im 7,5-km-Rennen am Donnerstag schon ihr Ziel erreicht. Insgesamt zufrieden war die Sportlerin des SC Willingen auch zwei Tage später in der Verfolgung, „auch wenn es ein Schuss an der Medaille vorbei war“. Mit vier Strafrunden musste sie die meisten aus der Spitzengruppe laufen. Am Ende fehlten ihr als Sechste 24 Sekunden auf Rang drei und 37,8 Sekunden auf Europameisterin Nadezhda Skardino (30:01,7/2).

Die Weißrussin hatte lange Zeit souverän geführt, teilweise knapp eine Minute. Im letzten Stehendanschlag schwächelte sie bei schwierigen Windbedingungen und musste zweimal in die Strafrunde. Auch die Konkurrenz zielte kräftig daneben und so war Karolin Horchler plötzlich wieder im Geschäft. „Ich habe beim letzten Schießen nur auf mich geschaut und versucht, mein Ding zu machen“, bewies die Frau vom WSV Clausthal-Zellerfeld beim Gedränge am Schießstand starke Nerven und unterstrich ihren Ruf als sichere Schützin. Zwischenzeitlich war Karolin nach zwei Fehlern nur noch als Zwölfte und Achte notiert worden.

„Erst als ich raus auf die Schlussrunde bin, da habe ich mitgekriegt, dass ich wieder Zweite bin.“ Nur knapp sieben Sekunden vor ihr war Skardino aus dem Stadion gelaufen. „Aber die Runde war zu kurz und die Bedingungen zu schnell“, konnte Karolin den Abstand nicht mehr verkürzen. Gold verpasst, aber wieder Silber gewonnen. Jubelnd lief die Sportsoldatin ins Ziel, auch weil sie die im Endspurt Bronze holende Norwegerin Ingrid Tandrevold und Anastasia Zagoruiko und Russland um 14 Sekunden auf Distanzgehalten hatte.

Im Massenstart war für die Horchler-Schwestern schon nach dem ersten Liegendanschlag die Sache praktisch gelaufen. „Ich habe gleich mit zwei Fehlern angefangen“, beschrieb Nadine den bescheidenen Start, „ich musste dann noch mal rasten und dann hat es gepasst - aber da war ich dann auch schon hinten“. Sie war 27. der 30 Starterinnen. Fehlerfrei im zweiten Liegendschießen schob sie sich weit nach vorne, um mit zwei „Fahrkarten“ im Stehen endgültig weg vom Fenster zu sein.

Zwar traf sie dann noch einmal alle fünf Scheiben und machte auf der Schlussrunde noch einige Plätze gut. „Aber wieder waren es ein, zwei Fehler zu viel“, kommentierte die 29-Jährige Rang acht, 49 Sekunden hinter Europameisterin Luise Kummer aus Frankenhain. Silber ging an die Slovakin Paulina Fialkova und erneut Dritte wurde die Norwegerin Ingrid Tandrevold.

Einen Tag zuvor noch umjubelte Zweite, erwischte Karolin Horchler dagegen einen rabenschwarzen Tag am Schießstand. „Mir hat von Anfang an irgendwie die Spannung gefehlt“, kommentierte sie Rang 28 mit 3:36,9 Minuten Rückstand. „Am Schießstand habe ich voll zugelangt“, blieb der Wahl-Ruhpoldingerin nichts anders übrig, als die neun Fehlschüsse auch mit Humor zu nehmen. „Das war definitiv nicht nur der Wind schuld, sondern auch ich.“ Und dann freute sich Karolin Horchler wieder über ihre zwei Silbermedaillen, und nebendran ihre Schwester Nadine über Sprint-Gold. (ni)

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