Ein Platz bei den Startraketen

Bob: Jan-Martin Speer ist doch beim Saisonauftakt dabei

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Ist nun fest für die beiden Weltcup-Rennen in Lake Placid und Calgary gesetzt: Bob-Anschieber Jan-Martin Speer aus Wirmighausen.  

Wirmighausen. Als Dienstagabend das Handy von Jan-Martin Speer klingelte war er etwas überrascht, als er sah, wer der Anrufer war: Bob-Bundestrainer Christoph Langen.

Und als dieser dem Wirmighäuser mitteilte, dass er nicht nur als Ersatzmann mit zu den beiden ersten Weltcup-Rennen reist, sondern einen festen Startplatz bekommt, war die Überraschung perfekt.

„Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich bin davon ausgegangen, dass er mich zum Testen nach Altenberg schicken will, aber nicht, dass ich einen Weltcup-Einsatz bekomme“, so der 27-Jährige, der somit das Team um Pilot Francesco Friedrich (SC Oberbärenburg) in Lake Placid und Calgary verstärken wird.

Denn: Gregor Bermbach, dessen Platz Speer einnehmen wird, ist wegen Adduktorenproblemen noch nicht einsatzbereit, zumindest wäre laut Langen das Risiko zu groß, ihn mit auf die Übersee-Tour zu nehmen. „Die Ärzte haben für ihn einfach noch kein grünes Licht gegeben“, erklärt der Coach.

„Nutz die Chance, gib alles. Jetzt kannst du zeigen, was du drauf hast. Am 4. Dezember sehen wir uns am Flughafen hat Christoph zu mir gesagt“, erzählt Speer. Und das lässt sich der Student natürlich nicht zweimal sagen: „Ich weiß ja, was ich bis nächste Woche zu tun habe“, so Speer, der anfügt: „Das Team Friedrich besteht aus Startraketen. Deswegen kann ich mich jetzt nicht zurück lehnen, sondern ganz im Gegenteil: Ich muss richtig Gas geben. Wenn ich das nämlich versemmeln sollte, kommt gleich der nächste auf den Schlitten und für mich war’s das dann.“ Und so weit soll es natürlich nicht kommen.

Auf welcher Position Speer starten wird, ist noch nicht raus – sein „Übergangs“-Team besteht neben Pilot Friedrich noch aus Martin Grothkopf und Thorsten Margis. „Das ist jetzt eine völlig neue Konstellation. Ich habe bisher nicht mal eine Trainingsfahrt mit dem Team gemacht. Ich bin aber schon gespannt.“ Sein Ziel für den Auftakt am 12. und 13. Dezember ist auf jeden Fall schon klar gesteckt: „Mir fehlt in Lake Placid noch ein Medaillenplatz, zweimal bin ich dort bisher Vierter geworden.“

Und was erwartet der Bundestrainer von seinem Anschieber aus Wirmighausen? „Jan hat dasselbe Niveau wie die Weltcupstarter. Deswegen erwarte ich schnelle Startzeiten von ihm. Er kommt in ein Spitzenteam, das ist jetzt seine Chance zu zeigen, dass er mit den besten Leuten auf Weltniveau mithalten kann“, so Langen, der froh ist, Speer mit dabei zu haben. „Ich schätze seine Loyalität und Zielstrebigkeit. Trotz seines Studiums bringt er die geforderte Leistung. Außerdem tut er dem Team gut, weil er immer gut aufgelegt ist, aber auch offen seine Meinung sagt.“

Von Friederike Göbel

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