Auf Freude folgt Frust

Wechselte als erste der 16 Startläuferinnen: Biathletin Nadine Horchler. Foto: Archiv/nh

Tyumen/Willingen. Das war mehr als bitter: Die deutsche Mixed-Staffel mit Nadine und Karolin Horchler lag am Mittwoch drei Viertel des Auftaktrennens der Biathlon-Europameisterschaften in Tyumen ganz klar auf Medaillenkurs. Aber dann patzte Schlussläufer Florian Graf, löste schon im Liegendanschlag drei Strafrunden, um im Zielsprint sogar noch Platz drei abgeben zu müssen.

„So sind halt Staffeln“, versuchte Nadine Horchler sich nicht runterziehen zu lassen, immerhin steht bereits Donnerstag (11 Uhr/live auf Eurosport) die erste Einzelentscheidung im fernen Sibirien an. Sie schaute deshalb nur auf sich. „Ich bin echt zufrieden mit meinem Rennen“, meinte sie, „ich habe die Staffel gut ins Rennen gebracht“.

Als Erste gewechselt

Als erste der 16 Läuferinnen verließ die Sportlerin des SC Willingen das Stadion. Schnelle fünf Treffer im Liegendanschlag ließen sie an der Spitze, gleichauf mit der Tschechin Jessica Jislova. Nach nur einem Nachlader im Stehendanschlag war Paulina Fialkova die nächste direkte Konkurrentin. Die 29-jährige Ottlarerin gab dann auf ihren schnellen Ski auf der Schlussrunde mächtig Gas und schickte ihre drei Jahre jüngere Schwester mit 7,3 Sekunden Vorsprung auf die sechs Kilometer.

Karolin benötigte im Liegen eine zusätzliche Patrone. Anschließend wechselte sie sich in der Führungsarbeit mit der Slowakin Jana Gerekova ab. Beide blieben im Stehen ohne Fehlschuss. Auch die Wahl-Ruhpoldingerin, die für den WSV Clausthal-Zellerfeld läuft, ließ es sich nehmen als Erste an Matthias Bischl zu übergeben. Der Vorsprung auf Rang drei und vier betrug fast eine Minute.

Der Sportsoldat vom SV Söchering legte zwei Schnellfeuereinlagen hin, brauchte dabei nur einen Nachlader und hielt damit Matej Kazar aus der Slowakei um vier Sekunden auf Distanz. Russland und Norwegen lagen eine gute halbe Minute zurück.

Graf löst drei Strafrunden

Aber dann nahm das Drama seinen Lauf. Trotz der drei Nachlader musste Florian Graf nach dem Liegendschießen drei Strafrunden laufen und hatte plötzlich als Dritter 58,9 Sekunden Rückstand. Besser machte es der 27-Jährige vom WSV Eppenschlag im Stehen, zehn Sekunden Vorsprung auf den Norweger Haavard Bogetveit machten Hoffnung auf Bronze. Aber die vielen Extrameter hatten zuviel Kraft gekostet, im Endspurt musste sich Graf mit Rang vier zufrieden geben.

„Nein, ich bin nicht sauer“, sagte Nadine Horchler angesichts der greifbar nahen, aber verpassten EM-Medaille, „das hat Florian ja nicht extra gemacht“. Auch ihre Schwester Karoin schaute schnell wieder nach vorn auf den heutigen Sprint: „Schießen war gut, Laufen war auch okay. Nun gut erholen und dann geht’s wieder los.“ (ni)

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