Pilot Maximilian Arndt setzt nicht auf den Bob-Anschieber aus Wirmighausen

Speer ohne Mannschaft

Fühlt sich ungerecht behandelt: Bob-Anschieber Jan-Martin Speer. Foto: Göbel

Wirmighausen. Für Bob-Anschieber Jan-Martin Speer ist ein Start bei der Weltmeisterschaft in Winterberg in weite Ferne gerückt. In einer Teambesprechung wurde dem Wirmighäuser mitgeteilt, dass Pilot Maximilian Arndt (Oberhof) nicht auf ihn setzt.

„Es sieht so aus, als ob das für mich das Saisonaus ist“, sagte der 27-Jährige enttäuscht. Eigentlich sitzt Speer im Schlitten von Manuel Machata (Potsdam), der konnte sich aber nicht für den Weltcup qualifizieren. Aufgrund seiner Leistungen gehörte der Wirmighäuser dennoch weiterhin zur A-Mannschaft und durfte sich in den Teams der anderen Piloten beweisen. „Jan hat dasselbe Niveau wie die Weltcupstarter“, sagte Bundestrainer Christoph Langen noch zu Saisonbeginn.

Enttäuscht ist Speer nun vor allem, weil er glaubt, nie eine echte Bewährungschance gehabt zu haben. „Ich bin ja nicht blind, das habe ich kommen sehen“, sagte der Sportler und bezieht sich vor allem auf das vergangene Wochenende, als er im Schlitten von Arndt nur den fünften Platz in La Plagne erreichte.

Aufstellung „sinnlos“

Für Speer war die Aufstellung, mit der Arndt in das Rennen ging, „ein wenig sinnlos“. Die Bobbahn im französischen Weltcuport hätte eine sehr lange und flache Startstrecke. Diese würde Arndt, der kein guter Starter sei, schon nicht entgegenkommen, dazu standen neben Speer Kevin Korona, der mit 95 Kilogramm relativ wenig Masse mitbringt, und Martin Putze, der gerade eine Verletzung auskuriert hat, im Team.

„Wenn dann so eine schlechte Startzeit herauskommt, brauchst du dich nicht wundern“, stellte Speer klar. „Maximilian Arndt hat mit dieser Besetzung nicht das Maximale herausgeholt“, so der Anschieber und vermutet durchaus Absicht, um ihn auszubooten.

Diese Meinung hätten auch andere im deutschen Team. Das Problem: Bei der Besetzung der Bob-Teams würden die Trainer nur Tipps geben, die Entscheidung treffe aber letztlich der Pilot. Und Arndt würde in diesem Fall eben nicht auf die Ratschläge der Trainer hören.

An den eigenen Leistungen kann es laut Speer nicht gelegen haben. „Ich habe diese Saison das Beste aus mir herausgeholt“, unterstreicht der Wirmighäuser und meint damit die guten Resultate im Bob von Francesco Friedrich bei den Rennen in Amerika und Kanada oder auch in St. Moritz, wo er mit Arndt auf Rang drei fuhr.

Noch ist Speer beim Team in Igls und trainiert. Während seine Kollegen am Wochenende im russischen Sotschi an den Start gehen, wird Speer zu Hause trainieren. Bei der WM wird er zwar ebenfalls vor Ort sein, ein Start ist aber nur noch möglich, wenn sich einer seiner Kollegen verletzt oder in seiner Form stark abfällt. „Was ich natürlich keinem wünsche“, so Speer, der sich nach der Saison Gedanken um seine Zukunft machen wird. „In Ruhe, alles andere hat keinen Sinn.“ (tsp)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.