Wintersport: 18-Jährige trainiert in Österreich

Luisa Grube aus Nörten-Hardenberg will zu den Winter-Paralympics

Luisa Grube aus Nörten-Hardenberg mit ihrem Guide Lucia Rispler auf der Skipiste.
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Erfolgreiches Duo: Luisa Grube aus Nörten-Hardenberg mit ihrem Guide Lucia Rispler.

Skifahrerin Luisa Grube (18) aus Nörten-Hardenberg hat am Wochenende beim Europacup im Riesenslalom im österreichischen Leogang den dritten Platz belegt.

Nörten-Hardenberg / Leogang - Die Behindertensportlerin, die wegen ihrer nur minimalen Sehfähigkeit auf ihren Guide Lucia Rispler vertraut, sagte danach noch ganz erschlagen: „Darüber bin ich sehr glücklich. Nicht so gut lief es für die junge Frau im Slalom. Im ersten Durchgang flog sie raus. „Das ist zwar ärgerlich, aber gehört einfach dazu, wenn man mehr riskiert.“

Das große Ziel der Nörtenerin sind die Winter-Paralympics vom 4. bis 13. März 2022 in der chinesischen Hauptstadt Peking. Deshalb ist sie extra nach Innsbruck gezogen. „Hier habe ich optimale Vorbereitungsmöglichkeiten“, sagt Luisa Grube. „Voll gut“, bringt sie die Bedingungen in der Landeshauptstadt Tirols auf den Punkt.

Den hohen Corona-Infektionsgrad in dem österreichischen Bundesland nimmt sie dabei in Kauf und vertraut auf die medizinische Betreuung. Grube: „Wir werden regelmäßig getestet.“ So auch am vergangenen Wochenende in Leogang, das zum bekannten Ski-Zirkus mit Saalbach und Hinterglemm im Salzburger Land gehört.

Rund zehn Europacups ist sie in dieser Saison gefahren. Wie viele es genau waren - nicht so wichtig. Hauptsache, sie kann Rennen fahren und möglichst weit vorn landen. So wie im Kaunertal, als sie ebenfalls Dritte wurde. Einsteigen möchte sie auch beim Super-G, aber da wartet noch einiges an Training auf sie, wie sie einräumt.

An ihrer Seite ist stets Lucia Rispler. Auf der Piste ist sie ihr Guide. „Wir sitzen gerade zusammen und beratschlagen, wie es in Leogang sein wird“, sagte Luisa Grube am Vorabend der Rennen in Leogang. Sie fährt - im übertragenen Sinne - mit den Augen ihres Guides. „Wir sind über Funk verbunden und sprechen miteinander. Sie fährt voran und sagt mir, wie ich fahren muss. Links, rechts oder warnt mich, wenn die Piste steiler wird. Wir haben da schon eine eigene Sprache entwickelt.“

Mittlerweile funktioniert das Tandem bestens. Aber wie immer bei technischen Sportarten, gibt es stets Details zu verbessern. Feilen ist angesagt, um sich gegen die starke Konkurrenz behaupten zu können. Keine einfache Aufgabe für die ehrgeizige Sportlerin.

Für sie ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass ihr Sport nur möglich ist, weil sie aus der Heimat unterstützt wird. „Die KSN-Sportstiftung und Rhumetal Entertainment fördern mich. Ohne diese Unterstützung wäre ich nie so weit gekommen und könnte meinen Sport gar nicht erst ausüben. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Aber nicht nur Sport steht auf ihrem Programm. Nach dem Abitur im vergangenen Jahr an der bundesweit renommierten Carl-Strehl-Schule für Sehbehinderte, bekannt als Blista, studiert sie jetzt in Innsbruck Erziehungswissenschaften. Sie träumt davon, auf Psychologie umzusatteln. Aber dafür muss Luisa Grube erst einen schwierigen Test bestehen. „Darauf bereite ich mich vor.“ (Hans-Peter Niesen)

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