So geht man beim Tischtennis-Verbandsligisten TTC Lax mit der Wettkampfpause um

Marc Hannes: „Wir werden ein bisschen dicker“

Tischtennisspieler Marc Hannes vom TTC Lax bei einer Angabe.
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Redet immer Klartext: Marc Hannes, Spitzenspieler des Tischtennis-Verbandsligisten TTC Lax.

Die Tischtennis-Saison 2020/21 ist nach nur einem Drittel der Hinrunde beendet. Auch der TTC Lax, vor der Saison in die Verbandsliga aufgestiegen, hat im August und September nur drei Spiele bestreiten dürfen. Über die aktuelle Lage und Perspektiven haben wir mit Mannschaftsführer Marc Hannes gesprochen.

Die gesamte Spielzeit 20/21 wurde kürzlich für ungültig erklärt. Überrascht hat Sie das eher nicht, oder?

Nein, wir haben seit längerer Zeit damit gerechnet. Es hat mich eher ein wenig gewundert, dass es bis zur definitiven Entscheidung so lange gedauert hat.

Haben Sie Kontakt zu Ihren Mannschaftskameraden und falls ja, wie ist die Stimmung?

Der Kontakt ist da, aber natürlich sehr beschränkt. Wir sehen uns ab und zu mal zu zweit, mehr ist im Moment eben nicht möglich. Im Verein gibt es zudem Videokonferenzen, zu denen sich beispielsweise der Vorstand trifft. Die Grundstimmung ist bei allen ähnlich: Wir hoffen einfach, dass die ganze Situation sich so entwickelt, dass wir im September wieder von einem halbwegs normalen Saisonbetrieb sprechen können. Inzwischen haben wir zwei Spielzeiten mehr oder weniger an den Nagel gehängt, das ist okay – aber irgendwann hätte man doch gerne wieder Normalität.

Wie halten Sie sich derzeit fit?

Das ist im Team sehr unterschiedlich. Es geht eigentlich von „gar nicht, und wir werden ein bisschen dicker“ bis hin zu „jeden Tag Joggen.“ Ich gehöre eher zur ersten Gruppe (lacht) – war aber auch noch nie der Fitteste von allen.

In der Halle dürfen Sie nun schon eine ganze Weile nicht mehr trainieren. Was bedeutet das für eine Mannschaft wie Ihre, die immerhin in die Verbandsliga aufgestiegen ist?

Im Prinzip ist das eine Vollkatastrophe. Natürlich gibt es Möglichkeiten im privaten Bereich, wo man sich mal zu zweit hinstellen und Tischtennis spielen kann, aber das läuft dann doch eher mit angezogener Handbremse. Wir hoffen einfach alle, dass wir bald wieder raus aus irgendeiner Garage und rein in die Sporthalle dürfen.

Mit so viel Erfahrung verlernt man Tischtennis aber doch nicht, oder?

Das nicht, aber es macht schon einen Unterschied. Wir trainieren ein- bis dreimal pro Woche, das hält jeder so, wie es für ihn am Besten ist. Mit drei Trainingseinheiten plus einem Spiel bestand in der Vergangenheit also die Möglichkeit, viermal in der Woche Tischtennis zu spielen. Das ist schon ein heftiger Unterschied, zumal eine Sportart wie unsere auch ein bisschen vom regelmäßigen Training lebt. Bei mir selbst merke ich zum Beispiel: Wenn ich einmal in der Woche trainiere, werde ich zwar nicht schlechter, fange ich an, es weniger zu tun, bekomme ich irgendwann ein Problem.

Aktuell hört man immer wieder Bedenken, dass die Jugend aufgrund der langen spielfreien Zeit den Gefallen am Sport verliert oder ältere Spieler aufhören. Wie ist die Lage bei Ihnen im Verein?

Das wird sich wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt zeigen. Ich denke aber, dass viele Spieler eher hungrig sind und es vielleicht auch zwei Extreme geben wird: Die einen, die sich andere Wege der Beschäftigung gesucht haben und die anderen, die nun erst recht gemerkt haben, wie wichtig ihnen der Sport ist. Ich glaube, da kann man noch kein Urteil fällen, das riesige Vereinssterben befürchte ich aber nicht.

Es ist also davon auszugehen, dass Ihr Team unverändert zusammenbleibt?

Ja, Tendenzen zum Ausstieg haben wir im gesamten Verein nicht.

Sie hoffen, dass es Richtung Herbst wieder richtig losgeht: Glauben Sie, das wird klappen?

Ich glaube, das klappt! Schon vor dem letzten Lockdown hatten wir aus meiner Sicht ein gutes Hygienekonzept, was den Hallensport mit wenigen Personen problemlos erlaubt hat. Darüber hinaus habe ich über den Sommer auch in Sachen Impfungen eine gewisse Hoffnung. In Richtung Herbst geht es für mich als Hersfelder dann um zwei Dinge: Ich möchte a) im September wieder Tischtennis spielen und b) im Oktober ein Lullusfest haben. Wir werden sehen, wie weit wir dann sind, aber ich bin optimistisch, dass wir bis dahin Lösungen finden.

Von Kristina Marth

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