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Vor der Fußball-EM: Zahl der Frauenteams im Kreis ist stabil

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Von: Kristina Marth

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Svenja Huth (Nummer 9), Klara Brühl (19) und die deutsche Frauennationalmannschaft, hier im Testspiel gegen die Schweiz, steigen am Freitag in die Europameisterschaft ein. Auch in unserem Kreis gibt es eine ganze Reihe Fußballerinnen – es fehlt jedoch an Mädchen im Nachwuchsbreich.
Svenja Huth (Nummer 9), Klara Brühl (19) und die deutsche Frauennationalmannschaft, hier im Testspiel gegen die Schweiz, steigen am Freitag in die Europameisterschaft ein. Auch in unserem Kreis gibt es eine ganze Reihe Fußballerinnen – es fehlt jedoch an Mädchen im Nachwuchsbreich. © IMAGO/Martin Stein

In England startet Mittwochabend die Frauenfußball-EM, am Freitag steigt das deutsche Team in den Wettbewerb ein. Ein guter Anlass, auf den Mädchen- und Frauenfußball in unserem Kreis zu blicken.

Hersfeld-Rotenburg – Gelingt der deutschen Nationalmannschaft ein weiterer Titel oder nicht? Mit der Europameisterschaft in England, die heute startet, rückt der Frauenfußball einmal wieder ins Rampenlicht. Vor Beginn des Turniers haben wir mit Monika Brehl (SC Lispenhausen) und Sabrina Arnold (SG Neuenstein) gesprochen. Die Frauen- bzw. Mädchenreferentin des Fußballkreises über…

…die Europameisterschaft

Die Spiele der deutschen Mannschaft haben beide fest im Terminkalender vermerkt. „Es ist natürlich fantastisch, dass sie auch im Rotenburger Schlosspark auf der Naturbühne gezeigt werden“, sagt die Lispenhäuserin Brehl und möchte so viele Partien wie möglich gemeinsam mit anderen Fußballbegeisterten dort verfolgen. Sie traut der deutschen Elf viel zu, zählt sie aber nicht zum Kreis der Topfavoriten. Ein wenig mehr Optimismus legt dagegen Arnold an den Tag: „So wie das Team in den letzten Spielen abgeräumt hat, traue ich ihm zu, dass es das Ding holt“, sagt sie.

… die öffentliche Wahrnehmung des Frauenfußballs

Ist in den Augen der beiden Frauen kein einfaches Thema. „Viele halten ja nicht so viel vom Frauenfußball, aber ich finde, es sollte deutlich mehr darüber berichtet werden“, meint Arnold. Unter den Spielerinnen in ihrem Verein SC Neuenstein hätte die Bundesliga oder die Nationalmannschaft im Frauenbereich stets eine hohe Bedeutung – und auch in Lispenhausen ist das Interesse laut Brehl groß. So seien zahlreiche Spielerinnen des Vereins beispielsweise auch beim letzten EM-Test der deutschen Elf gegen die Schweiz in Erfurt gewesen.

… die Situation bei den Frauenteams vor Ort

Monika Brehl, Frauen- referentin
Monika Brehl, Frauen-Referentin © Archiv

„Wir sind froh, dass wir die Pandemie so überstanden und keine Frauenmannschaft verloren haben“, erklärt Brehl. Natürlich gibt es im weiblichen Bereich bei Weitem nicht so viele Mannschaften wie bei den Männern, doch die Lage im Kreisgebiet sei stabil. Man sei schon ein wenig stolz, eine eigenständige Kreisoberliga zu haben, wobei ein Faktor hierfür sicherlich auch das dabei angewandte Norweger Modell darstellt. Nach diesem startet die Liga grundsätzlich mit Elfer-Teams, bei Bedarf kann aber auch Neun gegen Neun gespielt werden.

… fehlenden Nachwuchs

Im Nachwuchsbereich ist die Situation dagegen anders, Arnold erklärt: „Bei den Mädchen ist die Lage hier im Kreis ganz schlecht.“ Zwar sei man in ihrem Heimatverein SG Neuenstein gut aufgestellt und habe zuletzt sogar einige Spielerinnen hinzugewonnen. Die Konkurrenz jedoch fehle, weshalb ein Ligaspielbetrieb nicht möglich ist – in der vergangenen Saison mussten die Neuensteiner und Unterhauner Mädchen deshalb sogar in der Jungen-Konkurrenz antreten.

Sabrina Arnold, Mädchen- referentin
Sabrina Arnold, Mädchen-Referentin © Archiv

Es fehlten schlichtweg die Interessenten, auch wenn durch den „Tag des Mädchenfußballs“, die Vereine oder die Spielerinnen unter anderem in der Schule viel Werbung gemacht würde. Dennoch gibt es lediglich eine Handvoll Teams – eine Situation, die sich Arnold anders wünschte. Für die neue Saison hofft sie darauf, dass im Raum Kassel ein Mädchen-Ligaspielbetrieb für die U14 und U16 zustandekommt, wodurch die vereinzelten Teams aus unserem Landkreis zwar eine gewisse Fahrtzeit, doch zumindest eine Anlaufstelle hätten.

… ihre Wünsche für die Zukunft

Für die Mädchenreferentin liegt ihr Wunsch auf der Hand: „Dass wir hier im Kreis wieder einen Mädchen-Ligaspielbetrieb aufbauen können.“ Dies wäre auch im Sinne von Brehl. Denn: „Das ist bei den Männern und Frauen gleich: Ein guter Unterbau ist immer wichtig.“ Für die Zukunft wünscht sie sich zudem, dass die Zahl der Frauenmannschaften bestehen bleibt und sich zusätzlich möglicherweise sogar noch weitere Teams für den Spielbetrieb melden. (Kristina Marth)

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