1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

Handball: TV Hersfeld setzt auf eigene Kräfte

Erstellt:

Kommentare

Christian Weiß, Handballtrainer des TV Hersfeld
Christian Weiß, Handballtrainer des TV Hersfeld © Sascha Herrmann

Die vergangene Saison war für die Landesliga-Handballer des TV Hersfeld die schlechteste seit 15 Jahren. In der neuen Spielzeit, die am 10. September beginnt, will der TVH nicht erneut in Abstiegsgefahr geraten.

Bad Hersfeld – In einem sind sie sich einig beim Handball-Landesligisten TV Hersfeld: „Wir werden uns nicht noch einmal so präsentieren wie in der letzten Saison“, versichert Pressesprecher Werner Hampe.

Lange musste der TVH da um den Klassenerhalt bangen – schloss die Abstiegsrunde mit einem drittletzten Platz nur unmittelbar vor den beiden Abstiegsplätzen ab. Enttäuschend für einen Klub, der in den vergangenen 15 Jahren immer der Spitzengruppe angehört hatte und mehrfach Vizemeister war.

Die fetten Jahre aber, die sind endgültig vorbei beim TVH. Nach und nach hat man mit Kai Hüter, Marco Kemmerzell, Lars Matthiessen oder zuletzt den Reinhardt-Brüdern Fynn und Lasse absolute Leistungsträger verloren, die nicht zu ersetzen waren. „Wir werden für hochkarätige Neuzugänge kein Geld mehr in die Hand nehmen“, stellt Handballchef Karl-Heinz Hüter klar. Und so heißt es jetzt umdenken. „Für uns geht es in Zukunft erst einmal darum, die Landesliga zu halten. Das ist eine Umstellung für uns und unser Umfeld. Aber deshalb müssen wir es genau so nach Außen transportieren“, sagt Trainer Christian Weiß.

Weil der Klassenerhalt lange Zeit in der Schwebe war, wurde auch die Vertragsverlängerung mit dem Coach letztlich zur Hängepartie bis in den Juli. „Wir sind da etwas in Zeitverzug geraten, weil einige Dinge noch zu klären waren“, sagt Weiß, ohne ins Detail gehen zu wollen. Dennoch liegt die Vermutung nahe, als seien die Hersfelder – im Vergleich mit anderen Klubs – mit ihren Planungen diesmal sehr spät dran gewesen.

Nun aber wollen die Hersfelder Handballer nach vorn blicken. „Ich habe schon viel schlechtere Zeiten erlebt“, sagt Karl-Heinz Hüter und ergänzt optimistisch: „Wir haben Potenzial und erleben sicher nicht noch einmal so eine Zittersaison.“

Und so fokussieren sie sich beim TV Hersfeld nun auf die eigenen Kräfte. Der erfahrene Linkshänder Felix Abad kehrt von der WHO zurück und ist der einzige externe Neuzugang. Ansonsten bedient man sich bei der zweiten Mannschaft, die nach wie vor von Kai Hüter trainiert wird. Der junge Finn Henning, David Schikarski und auch der erfahrene Alexander Kehl sollen fest zum Stamm der ersten Mannschaft gehören. Auch Jonathan Kromm mache nach seiner Kreuzband-OP einen guten Eindruck. Hristijan Remenski spielt zukünftig für die Reserve des ThSV Eisenach, Benjamin und Michael Krause stehen wohl nicht mehr zur Verfügung, Jonas Rübenstahl laboriert noch an seinem Kreuzbandriss.

Vorangehen sollen in der kommenden Saison die erfahrenen Andreas Krause, Marc Förtsch, Sven Wiegel und Torhüter Sascha Kepert, der gerade 40 Jahre alt geworden ist.

Nachdem sich in der letzten Saison durch Verletzungen, Corona und dem überaus schleppenden Wettkampf-Modus der Schlendrian eingeschlichen hatte, will man beim TVH die Zügel wieder fester ziehen. „Wir werden in Zukunft keinen zum Training tragen, der keinen Bock hat“, sagt Werner Hampe und spricht von „fehlender Termintreue“ in der letzten Saison.

Christian Weiß stellt klar, dass es keine Erbhöfe geben wird. „Jeder, der sich durch Leistung aufdrängt, wird seine Chance in der ersten Mannschaft bekommen“, sagt er und benutzt den Begriff „Qualifikationstraining“. Die Verzahnung von erster und zweiter Mannschaft soll forciert werden. Dazu gehört auch, dass die erste Mannschaft ihre Heimspiele in der Geistalhalle künftig samstags um 17.30 Uhr austragen wird, die Reserve danach um 20 Uhr.

Das habe den Vorteil, dass Akteure, die in der Ersten nur wenig Spielanteile bekommen haben, anschließend noch in der Zweiten eingesetzt werden können. Zudem erhofft man sich durch den „gemeinsamen“ Samstag einen Schulterschluss zwischen erster und zweiter Mannschaft – nicht nur aus rein sportlicher Sicht. Die Reserve soll zudem verjüngt werden, indem regelmäßig Spieler der A-Jugend zum Einsatz kommen sollen.

Der Blick geht nach vorn: Die Zeitenwende beim TVH ist eingeläutet.

Von Sascha Herrmann

Trainer des TV Hersfeld
Lukas Berger (links), Handballer des TV Hersfeld, in Aktion. © Stefan Kost-Siepl

Auch interessant

Kommentare