20 Jahre ReserveCup: Nächsten Freitag beginnt das traditionsreiche Hallenfußballturnier des TSV Ransbach

Zigarren, Eierpfannen und Daisy

Thomas Köhler

Anton Kolep wusste nicht, was er mit seiner Idee anrichten würde. „Es gab keine Möglichkeit für Reserveteams, an einem Hallenfußballturnier teilzunehmen. Wir wollten auch ihnen etwas bieten. Zunächst war es unsere Absicht, eine Hallen-Kreismeisterschaft für Erste Mannschaften ins Leben zu rufen. Doch die wurde ebenso wie die für Reserven von den Vereinsvertretern abgelehnt“, erinnert sich der seinerzeitige Fußball-Fachwart des TSV Ransbach.

„Damit aber hatten wir gerechnet. Und Einladungen mitgenommen. Von 40 Vereinen sagte nicht mal die Hälfte zu. Wir wollten mit 32 Mannschaften starten. So sind wir auf Nachbarkreise ausgewichen.“ Der ReserveCup war geboren. „Viele Spieler waren froh, dass wir so etwas aufgezogen hatten. Auch wenn es immer wieder Vereine gab, die das Reglement mit Füßen traten und Spieler der Ersten einsetzten.“ 1993 richtete der TSV Ransbach das erste Turnier aus, Sieger: der FV Bebra.

Zur Marke geworden

Ein Jahr später gewann der Veranstalter, der mit Zigarren und Eierpfannen feierte, dem Vernehmen nach stapelten sich Bierkisten bis unter die Decke. Unterdessen sind einige Namen fest mit dem ReserveCup, der sich zu einer Wert-Marke entwickelte, verbunden: Reinhard Lotz, Thorsten Burghardt und Thomas Köhler.

Burghardt und Köhler sind „Kinder der ersten Stunde“, sie prägten die Veranstaltung fast zwei Jahrzehnte lang. Burghardt organisierte den Spielbetrieb, hielt den Kontakt zu den Vereinen aufrecht, erstelllte eine Datenbank und sorgte für den Internet-Auftritt. Köhler bewerkstelligte die umfangreichen Aufgaben des Sponsorings, des Ein- und Verkaufs.

Schon bald hatte die Veranstaltung an Renommee gewonnen, die Zahl der Teilnehmer wuchs auf bis zu 50. Ein Modus aber erwies sich als goldrichtig - er gilt von 2001 bis heute: 40 Mannschaften treten in acht Gruppen zur Vorrunde an, die en bloc ihre zwei Besten ausspielen. Vier Zwischenrunden gibt’s am Finaltag, und ab dem Viertelfinale zählt im K.o.-System das alles entscheidende Tor, das Golden Goal.

Beim „Millenium-Turnier“ im Jahre 2000 machten die Alten Herren des TSV Lutterberg auf sich aufmerksam. Mit nur fünf Spielern in einer Stretchlimousine angereist, stellten sie mit einem 58-Jährigen den Torschützenkönig der Vorrunde.

Niedersachsenlied

Die Kicker feierten bis in die Morgenstunden. Immer wieder erklang das Niedersachsenlied. Drei Jahre später gab’s eine Spielklassenreform - und mit ihr wurde der ReserveCup offiziell als Turnier deklariert, an dem auch Erste Mannschaften aus den B- und C-Ligen teilnehmen durften.

Verlässliches Stimmungsbarometer: die Fans des TSV Ufhausen. Mit Pauken und Trompeten unterstützten sie ihr Team. In der „Ewigen Tabelle“ liegt Ufhausen vorn - Und das, obwohl Ufhausen das Turnier noch nie hat gewinnen können. Zwei Jahre ist es her, als mit dem Anpfiff des 18. ReserveCups Schneetief Daisy nach Hohenroda kam. Gefühltermaßen schneite es tonnenweise, Schneeverwehungen und widrige Bedingungen inbegriffen.

Offiziell kann Thorsten Burghardt heute nicht mehr mitwirken. „Den Aufwand für die Führung der ReserveCup-Spielplanung kann ich nicht mehr betreiben, stehe aber noch unterstützend zur Verfügung“, sagt er. An seine Stelle ist Andreas Bittorf getreten.

Hausnummer

„Der ReserveCup ist zur Hausnummer geworden. Er wird sehr gut angenommen“, bemerkt Hans-Albert Pfaff, der 1. Vorsitzende des TSV Ransbach. Nächsten Freitag geht’s wieder los.

Auch die Alten Herren des Veranstalters mischen mit. Vor allem in den Anfangsjahren standen sie für attraktiven Fußball, 1997 erreichten sie das Finale. Auch sie haben einiges angerichtet in 20 Jahren ReserveCup.

Von Walter Kell

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