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Zollstock-Interview mit Michael Allendorf: Luise bei Laune halten

Der Zollstock lügt nicht: Etwa 1,50 Meter sitzen MT-Handballer Michael Allendorf (rechts) und HNA-Redakteur Robin Lipke auf einer Bank am Kasseler Bebelplatz auseinander. Allendorfs Hündin Frida passt auf.
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Der Zollstock lügt nicht: Etwa 1,50 Meter sitzen MT-Handballer Michael Allendorf (rechts) und HNA-Redakteur Robin Lipke auf einer Bank am Kasseler Bebelplatz auseinander. Allendorfs Hündin Frida passt auf. Foto: Andreas Fischer

Abstand halten? Okay. Und dennoch ist ein Gespräch besser als das Telefonieren: Mit dem Abstand eines Zollstocks trafen wir Michael Allendorf, Handballer der MT Melsungen:

Nichts läuft normal. In Coronazeiten trifft das auch auf das Arbeiten in der Sportredaktion zu. Wegen der Kontaktbeschränkungen und natürlich zur Sicherheit werden Interviews nur noch am Telefon geführt. In dieser neuen Rubrik ändern wir das.

Mit Akteuren des heimischen Sports treffen wir uns zu Zollstock-Gesprächen. Zollstock deshalb, damit während des Interviews der in diesen Tagen so wichtige Abstand gewahrt bleibt. Und natürlich sollen die Gefragten berichten, wie sie den Corona-Alltag bewältigen. Den Anfang macht Michael Allendorf, Handballer der MT Melsungen. In loser Folge setzen wir diese Rubrik während der Krisenzeit fort – und werden jedes Mal dieselben zehn Fragen stellen:

1. Was nervt am meisten in diesen Tagen?

Mich nervt vor allem die Ungewissheit. Wie lange dauert das Ganze noch? Was passiert danach? Wie sehen die Auswirkungen aus?

2. Was ist die größte Herausforderung?

Meine anderthalb Jahre alte Tochter Luise den ganzen Tag bei Laune zu halten.

3. Was überrascht?

Ich bin schon beeindruckt, dass sich die meisten jetzt wirklich an die Vorgaben und Regeln halten. Ich kann das hier im Vorderen Westen Kassels beobachten. Vor den Läden bilden sich Schlangen, alle halten Abstand, das finde ich klasse.

4. Wie sieht es mit dem eigenen Sporttreiben aus?

Nun ja, wir haben Trainingspläne bekommen. Laufeinheiten, Krafttraining zu Hause. Als Mannschaftssportler fällt es mir wirklich schwer, allein das alles durchzuziehen. Aber ich muss. Per Pulsuhr werden alle Daten an unseren Athletiktrainer übermittelt. Schummeln ist nicht.

5. Und wie sieht es mit dem Fernseh-Konsum aus?

Wenn unsere Tochter nicht wäre, würde unser Fernseh-Konsum sicherlich um 200 Prozent steigen. Aber so hält es sich in Grenzen.

6. Wie viele Rollen Klopapier haben Sie zu Hause?

Tatsächlich ist unser Vorrat bald aufgebraucht. Wir haben aber keine Hamsterkäufe gemacht. Ich war live dabei, als im Rossmann bei leeren Regalen plötzlich eine große Ladung Klopapier ausgepackt wurde und sich die Leute fast darum geprügelt hätten.

7. Mit wem würden Sie aktuell am wenigsten tauschen wollen?

Ich möchte jetzt nicht in der Haut von kleinen Einzelhändlern und Gastronomen stecken. Die stehen doch quasi vor dem Nichts.

8. Gibt es etwas, dass Sie derzeit auch angenehm finden?

Als Profisportler hast du im Jahr vielleicht zwei, drei Wochen, in denen du Urlaub machen kannst. Nun wird es angeordnet, Zeit mit der Familie zu verbringen. So viel Zeit gemeinsam hatten wir noch nie. Das ist zwar anstrengend, aber auch sehr angenehm.

9. Wie groß ist die Lust auf Normalität?

Die Lust steigt von Tag zu Tag mehr. Ich möchte endlich wieder einen Ball in die Hand nehmen, meine Teamkollegen wiedersehen und endlich wieder Handball spielen.

10. Wenn morgen alles wie vorher wäre: Was würden Sie als Erstes tun?

Als Erstes würde ich die Kleine in die Kita bringen (lacht). Nein, im Ernst: Wir würden mit Luise Oma und Opa besuchen – die haben wir jetzt schon ewig nicht mehr gesehen. Und mit meiner Frau würde ich in aller Ruhe in einem schönen Restaurant essen gehen. Steckbrief

Michael Allendorf

Alter: 33

Wohnort: Kassel

Verein: MT Melsungen

Privates: verheiratet, eine Tochter, ein Hund.

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