Was macht eigentlich Zrinka Bors?

Bad Hersfelder Handball-Legende ist jetzt Großmutter - und hat einen neuen Job

Zrinka Bors - hier als Spielertrainerin des TV Hersfeld
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Zrinka Bors - hier als Spielertrainerin des TV Hersfeld

Der Name Zrinka Bors steht in der Region für Handball. Ende 2018 beendete die sympathische Kroatin ihre sportliche Laufbahn. Für die 54-Jährige hat damals ein neuer Lebensabschnitt begonnen.

Bad Hersfeld – Ende 2018 steigt Zrinka Bors als Trainerin des Frauen-Handball-Bezirksoberligisten HSG Landeck/Hauneck aus. „Wir hatten damals großen Personalmangel und auch Disziplin und Teamgeist waren nicht so, wie ich mir das vorstelle“, erinnert sie sich. Das Kapitel Handball ist für Zrinka Bors, die ehemalige Junioren-Nationalspielerin Kroatiens und Bundesliga-Spielerin der SG Hessen Hersfeld beendet.

Unvorstellbar? Mitnichten. „Mein Einsatz für den Handball stand in keinem Verhältnis mehr zum Ertrag. Ich wollte nicht mehr meine ganze Energie in den Sport stecken“, erzählt sie. Wie das Schicksal es will, verletzt sie sich in dieser Zeit im Skiurlaub schwer am Sprunggelenk. Ein Vierteljahr ist sie außer Gefecht. „Es war die schlimmste Verletzung, die ich je hatte. Und es ist noch nicht mal beim Handball passiert“, sagt sie.

Doch Zrinka Bors hat einen Plan B. Sie treibt ihren beruflichen Werdegang voran. Macht bei der IHK Weiterbildungen im Beschaffungs- und Projektmanagement. Und geht neue Wege. Wechselt nach 25 Jahren ihren Arbeitgeber und steigt im südhessischen Wallau bei Eurovia-Beton als Kalkulatorin ein. „Ich bin während meiner Prüfungen aufgeblüht. Das war das Beste, was ich machen konnte. Ich habe da gemerkt, dass ich auch noch etwas Anderes außer Handball kann“, erzählt sie zufrieden.

Dass sie ausgerechnet in der ehemaligen Handball-Hochburg der 90er-Jahre, Wallau, gelandet ist, sei reiner Zufall. Aber irgendwie auch ein bisschen merkwürdig. „So schließt sich irgendwie der Kreis“, sagt Zrinka Bors. Seit einem halben Jahr arbeitet sie mittlerweile im Homeoffice in Bad Hersfeld. Vor Ausbruch der Pandemie ist sie vier Tage pro Woche in Wallau tätig, wo sie eine Zweitwohnung gemietet hat. Freitags arbeitet sie in Bad Hersfeld im Homeoffice. In der Festspielstadt lebt sie seit etwa zehn Jahren mit ihrem Partner Henry zusammen.

An die Corona-Anfänge im März 2020 kann sie sich noch gut erinnern. „Ich war auf der Heimfahrt von Wallau, als ich eine Rede der Kanzlerin gehört habe. Als sie sagte, Deutschland stünde vor der größten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg, habe ich richtig Angst bekommen“, erzählt sie.

Zrinka Bors macht sich fortan viele Gedanken. Um ihren Job, um die Bau-Branche, um ihren Sohn Ivan, der in Fulda zu dieser Zeit ein Haus baut. „Es hat einige Zeit gedauert, bis ich den Schalter umlegen und zuversichtlich nach vorn schauen konnte“, gibt sie zu.

Doch es gibt auch positive Momente in dieser ungewöhnlichen Zeit. „Seit zweieinhalb Jahren bin ich Oma – stell dir das vor“, erzählt Zrinka Bors stolz. Ivy heißt ihre kleine Enkelin, und Großmutter Zrinka ist sich sicher: „Sie ist genauso gebaut wie ich. Das wird mal eine gute Handballerin.“

Und schon sind wir doch wieder beim Sport angelangt. Zrinka Bors sorgt sich, dass der Vereinssport seit über einem Jahr nahezu auf Null gefahren ist. Und auch um den Nachwuchs macht sie sich Gedanken. „Die Kinder haben Bewegungsmangel, keinen Sport in Schule oder Verein. Das wird Jahre dauern, um wieder aufzuholen. Den Vereinen könnten ganze Jahrgänge und Mannschaften wegbrechen“, glaubt sie.

Zrinka Bors - Spielertrainerin der HSG Landeck/Hauneck

Kontakt zur Hersfelder Handball-Szene hat sie nicht mehr. Aber es könnte gut sein, dass sich Zrinka Bors bald in Wallau im Jugendbereich engagiert. „Handball war mein Leben. Ich habe so viele positive Erfahrungen gemacht. Und die wenigen negativen habe ich verdrängt. Ich glaube, ich muss doch noch etwas zurückgeben“, sagt sie. So ist Zrinka Bors.

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