1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

Erinnerungen an Uwe Seeler aus unserer Region

Erstellt:

Von: Kristina Marth

Kommentare

Am Bronzefuß von Uwe Seeler haben die Menschen am Freitag Blumen, Kerzen und HSV-Schals niedergelegt.
Gedenkstätte am Hamburger Volksparkstadion: Am Bronzefuß von Uwe Seeler haben die Menschen am Freitag Blumen, Kerzen und HSV-Schals niedergelegt. © Maximilian Jung

Der Tod der Hamburger Fußball-Legende Uwe Seeler geht den Menschen in Deutschland ans Herz. Wir haben Erinnerungen aus der Region und aktuelle Eindrücke aus Hamburg zusammengetragen.

Hamburg – In Hamburg scheinen die Uhren am Donnerstagabend für einen Moment still zu stehen. Eine Weltstadt hält inne. Die Nachricht von Uwe Seelers Tod macht die Menschen traurig. Unfassbar: „Uns Uwe“ ist tot. Der 23-jährige Bad Hersfelder Max Jung isst in einem Eppendorfer Restaurant zu Abend, als sich die Nachricht von Seelers Tod wie ein Lauffeuer verbreitet. „Man hat sofort gemerkt, dass etwas Großes passiert sein muss“, erzählt der ehemalige Fußballtorwart. Wenig später sind die Medien und Social Media-Kanäle geflutet. Noch einmal ist „Uns Uwe“ allgegenwärtig.

Auch am Tag danach kommt man in Hamburg nicht an diesem Thema vorbei. Max Jung, der seit vier Jahren in Hamburg studiert und selbst HSV-Mitglied ist, macht sich auf den Weg zum Volkspark-Stadion, um für uns Eindrücke zu sammeln. An Uwe Seelers Bronzefuß haben die Menschen Blumen, Kerzen und HSV-Schals niedergelegt. Einige von ihnen haben Tränen in den Augen. Am Stadion ist ungewöhnlich viel los am Freitagmittag. Auf einem Nebenplatz trainiert der HSV für das Heimspiel am Sonntag gegen Rostock. Die Aufmerksamkeit aber gehört der HSV-Legende: Uwe Seeler.

Andreas Käckell, Moderator des Sportblocks in den ARD-Tagesthemen, erinnert sich noch gut an seine erste Begegnung mit Uwe Seeler. „Das war 1996 beim Europapokal-Spiel des Hamburger SV bei Lokomotive Moskau“, erzählt der Wahl-Hamburger, der aus Kassel stammt und Ende der 80er-Jahre bei der Hersfelder Zeitung volontierte. Käckell, damals 32 Jahre alt, hatte als „Jungfuchs“ die Aufgabe bekommen, den damaligen HSV-Präsidenten für die ARD zu interviewen. „Es war unfassbar kalt – um die 20 Grad minus – und ich habe gezittert vor Kälte, als ich die Tribüne hochstapfte“, berichtet er: „Uwe Seeler gab sich gewohnt gelassen – ganz cool eben. ‘Sie müssen nicht zittern, junger Mann. Wenn Sie frieren, können Sie gern meine Jacke haben‘, sagte er.“ Käckell muss darüber heute noch schmunzeln. „Das war schon cool“, berichtet er lachend im Telefongespräch mit unserer Zeitung. Im Hamburger Stadtteil Norderstedt wohnten die beiden bis zuletzt nur etwa 200 Meter voneinander entfernt. „Uwe Seeler war ein ganz feiner Mensch. Er lebte völlig unauffällig und bescheiden. Es war schön, ihn zu kennen“, sagt Käckell.

Auch in unserer Region hat „Uns Uwe“ bleibenden Eindruck hinterlassen. Unser ehemaliger Mitarbeiter Michael W. Rimkus berichtet von einer persönlichen Begegnung 2008 in einem Hamburger Café. „Als Überraschung für einen Bekannten zum 70. Geburtstag hatte ich Frau Seeler angeschrieben und um eine persönliche Grußkarte gebeten. Sie hat daraufhin sogar ein Treffen vor dem Bundesliga-Spiel zwischen dem HSV und Dortmund organisiert. Das war unglaublich“, erzählt der 65-jährige Bad Hersfelder. Und ergänzt emotional: „Uwe Seeler war ein Star. Aber ein ganz einfacher, feiner, liebenswerter Mensch. Ich bin stolz, dass ich ihn kennenlernen durfte.“

Auch Reiner Birkel vom SC Neuenstein verbindet nur gute Erinnerungen mit Uwe Seeler. „Wie Fritz Walter gehörte er zu den herausragenden Persönlichkeiten des deutschen und des Weltfußballs“, sagt er. Er selbst sei der HSV-Legende bei Länderspielen oder der WM 2006 immer wieder begegnet – man habe ein herzliches Verhältnis gehabt. In der Region sei Seeler mehrfach zu Gast gewesen, beispielsweise bei der Sportpresseschau in Ransbach – dem Vorgänger von Sport & Show – , in Rotenburg, Friedewald oder Oberaula zum Benefizturnier für seine Stiftung. „Sein letzter Auftritt war am 2. Oktober 2000 gemeinsam mit Fritz Walter und Franz Beckenbauer“, erinnert sich Birkel. „Das war bei der Ehrenspielführergala im Bad Hersfelder Hotel am Kurpark, an der Uwe insgesamt viermal bei uns teilgenommen hat.“

Nicht nur in Hamburg halten die Menschen inne.

(Sascha Herrmann und Kristina Marth)

Auch interessant

Kommentare