Schwalefelder sieht „versöhnlichen Abschluss“

Zweites Weltcup-Einzel in Ruka: Leyhe springt auf Platz neun

Skispringer lächelt mit Paar Ski im Arm in TV-Kamera.
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Freundliches Lächeln für die Kamera: Stephan Leyhe verabschiedete sich mit einem sehr gelungenen Sprung aus Ruka.

Mit einer Steigerung auf 139,5 Meter hat sich Stephan Leyhe beim zweiten Einzel-Weltcup am Wochenende in Ruka noch Platz neun gesichert – das erste Mal besser als Rang zehn in seiner Comeback-Saison.

Ruka/Willingen – Als Stephan Leyhe nach seinem Finalsprung am Ende des Auslaufs angekommen war, ließ er ein erleichtertes „Endlich“ hören. Der Skispringer vom SC Willingen hatte seine Gründe. Nach dem 25. Platz mit einem verpatzten zweiten Durchgang am Samstag und einem recht verkorksten ersten Flug am Sonntag auf 126 Meter, hatte plötzlich so ziemlich alles gestimmt.

Womöglich war Rang neun nicht ganz unwichtig für die Nominierung für die Olympischen Spiele in Peking. Leyhe (282,6 Punkte) war beim Sieg des Slowenen Anze Lanisek mit 311,9 Zählern für Weiten von 147 und 135 Metern drittbester Mann aus dem deutschen Team.

Beim Wettkampf unter erschwerten Bedingungen belegten Karl Geiger (138+ 142,5/310,3) und Markus Eisenbichler (145+ 133,5/305,2) die Plätze zwei und drei. Leyhes Zimmerkollege Andreas Wellinger (132,5+138,5/282,5) wurde Zehnter. Geiger führt im Gesamt-Weltcup souverän vor Lanisek und Eisenbichler, Deutschland liegt ebenso eindeutig in der Nationenwertung vorn.

Fehler im letzten Sprung behoben

Er sei sehr zufrieden, gab Leyhe nach dem Springen bei Eiseskälte zu Protokoll. „Es hatten sich ein paar Fehler eingeschlichen über die letzten Sprünge. Das konnte ich im letzten beheben“, sagte er und sprach von einem „versöhnlichen Abschluss“.

Im ZDF verwies er selbstkritisch auf die wechselhaften Bedingungen, die Stars wie die Polen Kamil Stoch und Dawid Kubacki oder den Norweger Robert Johansson us dem Finale kegelten. „Ich hatte das Glück mit halbwegs guten Bedingungen“, analysierte er und gab für den nächsten Weltcup in Wisla als Devise aus: „Ich wollte immer mehr und immer mehr. Da haben sich Fehler eingeschlichen. Ich muss einfach arbeiten und darf nicht so sehr auf das Ergebnis schauen.“

Die Ergebnisse sind nach der einjähriger Verletzungspause hoch zu bewerten. Leyhe weist mit zwei Platzierungen unter den Top 15 schon früh die formalen Kriterien für die Olympia-Qualifikation vor. ZDF-Experte Toni Innauer zeigte sich beeindruckt: „Technisch springt er schon wieder sehr sauber.“ Auf seinem Weltcupkonto sammeln sich bereits 79 Punkte.

Wettkampf wiederholt unterbrochen

Es war ein kurioser Tag in Ruka: Vortagessieger Ryoyu Kobayashi wurde positiv getestet und fällt mit Corona bis mindestens zum Weltcup in Klingenthal aus, Weltcup-Titelverteidige Halvor Egner Granerud scheiterte schon zum zweiten Mal in der Qualifikation, die Geiger (143,5) gewann und bei der Eisenbichler (134,0) Dritter war.

Die Entscheidung zog sich lange hin, da die Ampel immer wieder auf „rot“ sprang und der Anlauf verändert werden musste. Immerhin im fünften Versuch hat Lanisek erstmals Platz eins verteidigen und gewinnen können. Stephan Leyhe war nach der Entscheidung nicht nur sportlich zufrieden, sondern vor allem „froh, dass es jetzt nach Hause geht, denn hier ist es schweinekalt.“  (be/mn)

Ruka war Leyhes zweite Top-Ten-Platzierung (in Nizhni Tagil war er Zehnter), das haben wir korrigiert.

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