Riesch gewinnt Slalom: Unsere Gold-Maria

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Maria Riesch hat Gold im Slalom geholt.

Whistler - Gold, Gold, Gold! Maria Riesch hat die deutschen Alpinen zum dritten Triumph von Whistler geführt und ist wie Katja Seizinger und Rosi Mittermaier Doppel-Olympiasiegerin.

Bei Schneefall und schwierigen Pistenbedingungen ließ sich die Slalom-Weltmeisterin von Nichts und Niemanden aufhalten. “Absolut unglaublich“ war die weitere Medaille für die feiernde Maria Riesch - dass es auch noch die goldene war, machte die Winterspiele perfekt. Ein wenig unter ging im Jubel-Trubel das verpasste Edelmetall ihrer jüngeren Schwester. Nach Platz vier im ersten Durchgang schied Susanne im Finale vor den Augen der Eltern aus, die Medaillenränge belegten die Österreicherin Marlies Schild (Silber) und Sarka Zahrobska aus Tschechien (Bronze).

Riesen-Freude bei Maria Riesch

Gold, Gold, Gold! Maria Riesch hat die deutschen Alpinen zum dritten Triumph von Whistler geführt und ist wie Katja Seizinger und Rosi Mittermaier Doppel-Olympiasiegerin. © AP
So freut sich unsere "Gold-Maria" über ihren Olympiasieg im Slalom. © AP
Riesen-Freude bei Maria Riesch © AP
Riesen-Freude bei Maria Riesch © AP
Riesen-Freude bei Maria Riesch © AP
Riesen-Freude bei Maria Riesch © AP
Riesen-Freude bei Maria Riesch © AP
Riesen-Freude bei Maria Riesch © AP
Riesen-Freude bei Maria Riesch © AP
Riesen-Freude bei Maria Riesch © AP
Riesen-Freude bei Maria Riesch © AP
Riesen-Freude bei Maria Riesch © AP
Riesen-Freude bei Maria Riesch © AP
Riesen-Freude bei Maria Riesch © AP

Dreimal Gold bei Olympia - das gab es zuletzt und nur 1998 in Nagano. Zweimal Seizinger und Hilde Gerg im Slalom - die aktuelle Crew um Maria Riesch hat nach den goldenen 90er wieder Olympia- Erfolge am Fließband beschert. Nicht die kühnsten Träumer beim Deutschen Skiverband hätten drei Erfolge erwartet. Aber nach dem Riesch'schen Coup in der Super-Kombination und Viktoria Rebensburgs Gold-Fahrt im Riesenslalom machte wieder Riesch die Winterspiel aus dem Bilderbuch perfekt. “Wenn man Weltmeisterin und Olympiasiegerin wird, und das souverän, dann muss man außergewöhnlich sein“, lobte Alpin-Direktor Wolfgang Maier seine Vorzeige-Skirennfahrerin in höchsten Tönen.

Ohrenbetäubender Jubel auf dem Mohrenplatz in Garmisch-Partenkirchen, als Maria Riesch Gold gewinnt.

Atemberaubender Lärm auf dem Mohrenplatz in Garmisch; über 3000 jubelnde Fans sind am Freitagabend da, um die Riesch-Schwestern zum Slalom-Edelmetall zu peitschen. Mit Erfolg: Maria holt Gold! Da kцnnen OB Ude und Ministerpräsident Seehofer in Vancouver in Sachen Olympia-Bewerbung noch so viel verbockt haben – die Begeisterung der Garmisch-Partenkirchner hat all das mehr als wett gemacht. Sie hat gezeigt, mit welcher Riesenstimmung die Welt rechnen kann, wenn die Winterspiele 2018 in München und Garmisch-Partenkirchen über die Bьhne gehen.

Am Freitagabend vorne an der Bühne mit dabei: Oma Josta mit ihren 91 Jahren drückt ihren Mädels ebenso die Daumen wie der Onkel: Wolfgang Zimmerer, der 1972 im Bob selber Olympiasieger geworden war. „Die Beiden schlagen heute zu“, ist er sich sicher, „die Maria mit ihrer Erfahrung und die Susi mit ihrer Unbekümmertheit machen das!“

Und wie sie das machen, verfolgen ihre Fans auf der großen Leinwand, die der Bayerische Rundfunk zum größten Public Viewing von Olympia 2010 aufgebaut hat. Nachdem Maria durchs Ziel gesaust ist, kennt der Jubel auf dem Mohrenplatz gar kein Halten mehr. Die Marktgemeinde feiert ihre Heldinnen, jeder fällt jedem in die Arme, das Bier fließt in Strömen, an Schlaf denkt jetzt keiner mehr. Gooold für unsere Maria!

Den Grundstein für den nächsten Slalom-Titel hatte Riesch, die zuletzt vor gut einem Jahr beim Kombinations-Torlauf von Altenmarkt- Zauchensee ausgeschieden war, schon im ersten Lauf gelegt. “Das war die halbe Miete“, merkte Vater Siggi in der ARD an. Bei Schneefall fuhr Maria Riesch mit wohldosiertem Risiko. Angriffslustig im Flachen, “mit Köpfchen“ im Steilen - Platz eins vor dem Finale, in dem sie keine mehr vom Sieg abbringen konnte.

Das etwas überraschende Gold von Rebensburg am Vortag hatte alle im deutschen Lager noch einmal gepusht. Riesch wurde Olympiasiegerin, ein Tropfen Wermut war das verpasste Edelmetall der hochmotivierten Susanne Riesch. “Minuten vor dem Start merkt man doch, dass das was anderes ist als ein normales Weltcup-Rennen“, meinte die 22-Jährige. Christina Geiger (Oberstdorf), die nach einem Sturz beim Einfahren angeschlagen ins Rennen ging wurde 14., Fanny Chmelar (Partenkirchen) schied aus.

Wie schon in der Kombination und dem Riesenslalom kam Lindsey Vonn nicht ins Ziel. Die Amerikanerin fädelte ein. “Trotz der Erwartungen aller anderen war es mein Ziel, eine Medaille zu gewinnen und ich habe die Goldmedaille“, tröstete sich die Amerikanerin selbst. Wenn deren Serie so weitergeht, dürfte Maria Riesch auch im Gesamtweltcup noch gute Karten haben. Das Weltcup-Finale findet in Garmisch- Partenkirchen statt - für die deutschen Olympiasieger die nächste Ski-Party.

Von Christian Kunz und Michael Becker

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