Unterstützung für „Whistleblower“

Russische Anti-Doping-Kommission will Kronzeugen Geld geben

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Russland will im Kapf gegen Doping auf finanzielle Anreize für sogenannte „Whistleblower“ setzen.

Moskau - Der ehemalige NOK-Chef Witali Smirnow fordert finanzielle Anreize für Whistleblower in Doping-Fällen. Für Russland würde das im Kampf gegen Doping eine Kehrtwende bedeuten. 

Im Kampf gegen Doping in Russland fordert der ehemalige NOK-Chef Witali Smirnow finanzielle Anreize für Kronzeugen. Dafür soll im Land ein eigener Fonds eingerichtet werden, wie der jetzige Leiter einer Anti-Doping-Kommission am Donnerstag in Moskau sagte. Die Krise erfordere besondere Maßnahmen, sagte er der Agentur Interfax. Das Aufdecken von Dopingfällen habe nichts mit Verrat zu tun. „Das ist eine schmerzhafte Frage, und es tut den Sportlern weh, aber darüber müssen wir hinwegkommen.“

Für Russland würde die Ermutigung sogenannter Whistleblower eine Kehrtwende bedeuten. Bislang gelten dort Kronzeugen als Verräter. Deshalb haben beispielsweise die Leichtathletin Julia Stepanowa und ihr Mann Witali Stepanow Russland verlassen und leben an einem unbekannten Ort. Ihre Enthüllungen in Dokumentarfilmen der ARD haben den Doping-Skandal in Russland ins Rollen gebracht.

Whistleblower könnten sich bereits jetzt auf der Webseite seiner Kommission melden, sagte Smirnow (82), der langjährige Präsident des sowjetischen und russischen Nationalen Olympischen Komitees (NOK). Er rate Sportlern, nicht zu schweigen, sondern Verstöße bekannt zu machen.

dpa

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