München als Gruppenzweiter im Achtelfinale

Schnellcheck zur Champions League: 3:1 - Bayern lassen Paris staunen

Das wird ein Treffer: In dieser Szene setzt sich der Münchner Corentin Tolisso (rechts) gegen Paris’ Layvin Kurzawa (Mitte) durch und trifft zum 2:0. Links schaut Kingsley Coman zu. Am Ende reichte es für die Münchner nicht ganz zu Platz eins. Foto: dpa

Kassel. Es sollte das Wintermärchen der Bayern werden: Einen Sieg mit vier Toren Unterschied benötigten die Münchner im abschließenden Spiel der Gruppenphase der Fußball-Champions-League gegen Paris St. Germain, um noch auf Platz eins zu springen. Am Ende wurde es ein 3:1. Unser Schnellcheck.

Machte es Jupp Heynckes denn besser als sein Vorgänger Carlo Ancelotti? 

Die 0:3-Hinspielpleite in Paris hatte ja das Aus des Italieners in München bedeutet. Anschließend übernahm Heynckes. Der schickte Niklas Süle zu Beginn aufs Feld. Dafür saß Jerome Boateng nur auf der Bank. Ebenfalls draußen blieben Arturo Vidal und Javi Martinez im zentralen Mittelfeld. Dafür starteten Sebastian Rudy und Corentin Tolisso. Alles in allem war die Aufstellung sicher nicht das Beste, was die Bayern derzeit zu bieten haben.

Stolperte Heynckes damit genauso wie sein Vorgänger? 

Eben nicht, sein Team machte es deutlich besser als noch Ende September. Zwar legte Paris furios los, dann kam aber die 8. Minute. Dann kam eine Flanke von Rudy. Dann kam ein Kopfball von Tolisso. Dann stand da Robert Lewandowski und schob zur Führung ein.

Zwar hatte der Zuschauer bei jedem Angriff der Franzosen so ein bisschen das Gefühl, als würden die Münchner Porzellan auf dem Kopf balancieren - ein falscher Schritt und es geht kaputt - doch irgendwie bekamen die Abwehrspieler immer noch einen Fuß dazwischen.

Und weil Sven Ulreich stark hielt, kam es noch besser. James Rodriguez flankte wunderschön aus dem Halbfeld, Tolisso stand ganz frei im Strafraum - dieses Mal köpfte er direkt ins Tor - 2:0 (37.). Die Bayern spielten nicht besser in dieser ersten Halbzeit, aber sie trafen - und Paris nicht.

Wie galaktisch war Paris’ Starensemble dieses Mal? 

Den Spitznamen „Galacticos“ haben die Franzosen verpasst bekommen. Einst wurde Real Madrid so bezeichnet, als Zidane, Figo, Ronaldo und Raul dort aufliefen. Neymar, Mbappé und Cavani - sie standen für Paris auf dem Feld. Und sie deuteten ihre Klasse immer wieder an, zeigten ihre technische Rafinesse, ihr Tempo, ihren Spielwitz. Nur Tore sprangen dabei lange nicht heraus.

Aber ewig kann eben kaum eine Abwehr diese drei feinen Fußballer aufhalten. Und kurz nach der Pause machten sie das dann wieder klar. Ein Lupfer raus auf Cavani, ein Lupfer in den Strafraum zu Mbappé, und der 18-Jährige traf per Kopf. Da war der Coup auf einmal wieder ganz weit weg.

Dann zeigte aber auch Bayerns Kingsley Coman noch mal, dass er schnell sein kann. Der lief Dani Alves an der Seitenlinie davon, legte perfekt quer, und Tolisso traf zum zweiten Mal an diesem Abend (69.). Zu Platz eins reichte es so am Ende nicht, die Bayern ließen Paris aber staunen.

Wie war die TV-Übertragung bei Sky? 

Kommentator Kai Dittmann machte seine Sache auf Sky gewohnt gut und bot auch Überraschendes. Als sich Julian Draxler den Ball zum Freistoß hinlegen wollte, erkannte Dittmann: „Da hat er jetzt wohl vor ihm die 10 auf dem Trikot aufleuchten sehen und sich schnell gegen die Ausführung entschieden.“ Nur einmal lag Dittmann falsch, als er in der 34. Minute Sven Ulreich für eine „überragende Parade“ feierte. Der war beim Versuch von Neymar aber nicht mehr dran.

Welche Entscheidungen fielen in den anderen Gruppen noch? 

Spannung pur herrschte in der Gruppe A. Zur Halbzeit hatten sowohl Manchester United, der FC Basel als auch ZSKA Moskau zwölf Punkte auf dem Konto. Am Ende machten die Engländer und die Schweizer das Rennen. In der Gruppe B musste zwar der AS Rom vor dem Spieltag noch ein wenig zittern, wurde dann aber sogar Gruppensieger vor dem punktgleichen FC Chelsea. Das letzte Ticket in der Gruppe D neben Barcelona sicherte sich Juventus Turin nach einem 2:0-Erfolg bei Olympiakos Piräus.

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