Handball: Deutschland besiegt Spanien 24:17 im Finale

Schnellcheck zum deutschen EM-Triumph: Jungs, ihr seid Giganten!

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Europameister! Die deutschen Spieler feiern den Titel. Im Mittelpunkt: Torhüter Andreas Wolff (33), links neben ihm Erik Schmidt, rechts daneben: Tobias Reichmann.

Kassel. Sie haben es tatsächlich geschafft. Die deutschen Handballer sind Europameister. EUROPAMEISTER!

Das jüngste Team des Turniers in Polen. 16 EM-Debütanten. Mit einer überragenden Vorstellung im Finale zwang die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson die erfahrenen Spanier in die Knie. Und wie - 24:17 (10:6).

Wahnsinn. Zu diesem Titel gibt es einen Bonus obendrauf. Deutschland hat sich damit direkt für die Olympischen Spiele in Rio qualifiziert.

Hier ist unser Schnellcheck zu einem denkwürdigen Finale der Europameisterschaft:

Haben die deutschen Fans wieder einen Krimi erleben müssen?

Das ist ja das Unglaubliche an dem Finalsieg in Krakau. Deutschland hat dieses Spiel dominiert und den Favoriten aus Südeuropa phasenweise sogar gedemütigt. Denn für die Spanier gab es kein Durchkommen durch die unfassbar agile und bestens eingestellte Deckung der Deutschen. Und wenn sie doch mal eine Lücke fanden, stand da ja noch dieser Teufelskerl namens Andreas Wolff zwischen den Pfosten. Pünktlich zum Endspiel erwischte der Wetzlarer wieder einen Sahnetag - zwischenzeitlich hatte der Keeper eine Quote von 56 Prozent gehaltener Bälle. Dafür gibt’s nur ein Wort: Weltklasse. Hexer Wolff hat den Weg zum Titel geebnet.

Angesichts der deutschen Überlegenheit müssen sich die Spanier in etwa so gefühlt haben wie die brasilianischen Fußballer beim 1:7 gegen Deutschland im WM-Halbfinale 2014. Ein Beispiel für die deutsche Abwehrhoheit: Die Deckung ließ im ersten Durchgang nur sechs Tore zu. SECHS. Rekord. So wenig Gegentreffer hatte zuvor noch nie eine Mannschaft bei einer EM in einer Halbzeit kassiert. Die Abwehr um Hendrik Pekeler und Finn Lemke jubelte nach den zahlreichen Ballgewinnen genauso euphorisch wie nach Torerfolgen.

Welche Szene bleibt besonders in Erinnerung?

Da gibt es gleich zwei. Und natürlich heißt der Protagonist Andreas Wolff. Als er im ersten Durchgang bei Unterzahl kurz draußen gewesen war, sprintete der Torwart zurück in seinen Kasten und fing so einen weiten Wurf der Spanier ab. Und dann kurz vor Schluss, als wollte Wolff noch einmal seine Stärke demonstrieren, parierte er gleich zwei Würfe hintereinander - einfach sensationell. Die Halle in Krakau stand danach Kopf, und die deutschen Fans sangen: Oh, wie ist das schön!

Spielte der Melsunger Johannes Sellin eine Rolle?

Oh ja. In seinem 50. Länderspiel kam der MT-Rechtsaußen auf ein paar Minuten Einsatzzeit. Und die hatten es in sich. Er kassierte eine Zeitstrafe. Aber er erzielte auch sein 100. Tor für Deutschland, und zwar per Siebenmeter zum 19:12 in der 51. Minute.

Müsste sonst noch etwas erwähnt werden?

In der Tat, da wäre noch was: Torhüter Andreas Wolff und Rechtsaußen Tobias Reichmann sind im Vorfeld des Endspiels ins All-Star-Team dieser EM berufen worden. Mit zwei Spielern stellt die deutsche Mannschaft das größte Kontingent. Mehr muss man dazu nicht sagen. Am Montag wird das Team ab 15 Uhr in Berlin empfangen - Party mit den Fans. Unter dem Titel „Super, Jungs!“ überträgt die ARD ab 16.10 Uhr.

Und wie lief die Final-Übertragung bei der ARD?

Da gab es wieder nichts zu meckern. Außer vielleicht, dass selbst Florian Naß die Nervosität anzumerken war. Als die Südeuropäer im Laufe der ersten Halbzeit einen Mann weniger auf der Platte hatten, sagte der ARD-Kommentator, dass den Spaniern sogar in Überzahl nichts einfallen würde. Geschenkt. Was zählt, ist das hier: EUROPAMEISTER! Gegen Spanien. Wahnsinn. Unfassbar. Bitte mal kneifen.

Live-Ticker

- Hier ist der Live-Ticker vom Finale zum Nachlesen.

- Hier lesen Sie den Kommentar zur Leistung der deutschen Mannschaft

Das Wintermärchen 2.0 ist tatsächlich vergoldet - Jaaaaaa!!!#GERESP #ehfeuro2016 #wirfuerD #wirfuerGOLD

Posted by Fanclub Deutsche Handball-Nationalmannschaften on Sonntag, 31. Januar 2016

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