Schnellcheck: DFB-Elf besiegt Schottland 3:2

+
Jubel um Thomas Müller: Er hat zwei Tore erzielt, das dritte vorbereitet.

Kassel. Der Weltmeister bleibt auf Kurs Europameisterschaft. Nicht immer schön, aber hochverdient mit 3:2 (2:2) setzte sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation vor 52.000 Zuschauern in Glasgow gegen Schottland durch. Der Schnellcheck:

Wie war das Spiel gegen die Schotten?

Ein Fußball-Festtag wie gegen Polen wurde es nicht, dennoch war es nicht langweilig: zwar kaum Chancen, aber eben viele, bisweilen kuriose Tore. Die Schotten verteidigten mit neun Mann in der eigenen Hälfte, und die DFB-Elf hatte gefühlt 80 Prozent Ballbesitz und machte sich unentwegt auf der Suche nach der Lücke. Thomas Müller fand sie: abgefälschter Schuss, Tor, 1:0 (18.). Nach Freistoß von Shaun Maloney faustete Manuel Neuer den Ball nach vorn - vom Oberschenkel Mats Hummels’ sprang das Leder zurück ins eigene Gehäuse (28.). Kurz darauf dann wieder - ja, wer wohl? Na klar, Müller. In Rückenlage, mit Kopf, mit Geschick, mit Glück (34.). Doch beim 2:1 blieb es bis zur Pause nicht. Wieder Standardsituation für Schottland, wieder Fehler in der deutschen Hintermannschaft, und wieder klingelte es: James McArthur jagte den Ball in die Maschen (43.).

Beim fünften Treffer des Abends im Glasgower Hampden Park war dann alles genauso gewollt: Ilkay Gündogan auf Müller, Müller zurück auf Gündogan, mit dem Innenrist ins rechte Eck - schöner geht es kaum (54.).

Hat sich die Nationalelf mit diesem Sieg für die EM-Endrunde in Frankreich qualifiziert?

Noch nicht. Aber nun genügt dem Team von Trainer Joachim Löw gegen Irland schon ein Remis, um die Fahrkarte für Frankreich zu lösen. Bereits am Wochenende hatten England, Island und Tschechien die Qualifikation geschafft.

Lief die DFB-Elf in derselben Startformation auf wie gegen Polen?

Bundestrainer Joachim Löw nahm nur eine Änderung vor. Nicht der kritisierte Emre Can musste draußen bleiben, sondern Karim Bellarabi. Für ihn rückte Gündogan in die Startelf. Vor dem 2:2 der Schotten hob er noch eine Abseitsstellung auf. Die deutsche 3:2-Führung allerdings erledigte der Dortmunder wunderbar. Und Can? Der machte gestern das Gleiche wie gegen die Polen: eine unglückliche Figur. Der Freistoß vor dem 1:1 der Schotten ging auf seine Kappe, und in der Vorwärtsbewegung wirkte der Liverpooler in vielen Situationen abermals überhastet.

Wer war der Mann des Abends im Hampden Park?

Zwei Tore erzielt, das dritte vorbereitet - auf Thomas Müller war Verlass. Nicht nur wegen seiner Treffer war der Münchner der Mann des Abends. Es hatte den Anschein, als sei der 25-Jährige überall zu finden. Selbst in der Abwehr mischte Müller mit und stauchte erst mal Teamkollege Can zusammen, als der einen Eckball verursacht hatte. Dieser Eckball führte dann zum 2:2.

Gab es im Spiel einen Gänsehautmoment?

Den gab es davor, als die schottischen Fans voller Inbrunst ihre Nationalhymne anstimmten. Dazu - na klar: Dudelsackmusik. Ein wunderbarer Moment. Überhaupt die Gesänge während des Spiels: Die Schotten auf der Tribüne sorgten für eine tolle Atmosphäre.

Was kritisierte Jens Lehmann dieses Mal?

Der RTL-Experte ruderte nach seiner Schnelligkeitskritik etwas zurück. Er habe nicht die Grundschnelligkeit gemeint, sagte Lehmann, sondern das Tempo beim Umschaltspiel. Aha. Oliver Bierhoff sprang dem ehemaligen Torwart sogar zur Seite. Der Teammanager der Nationalmannschaft sagte, es sei schließlich Lehmanns Job als TV-Experte, Kritik zu äußern. Damit war das auch geklärt. Und alle hatten sich lieb.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.