BVB besiegt den FC Bayern 3:2

Halbfinale im DFB-Pokal im Schnellcheck: Hin und her und Dortmund jubelt

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Freude pur: Die Dortmunder Bank mit Trainer Thomas Tuchel (links) feiert Ousmane Dembele (Mitte), der soeben das Siegtor zum 3:2 für die Borussia erzielt hat.

Kassel. Teil zwei des Halbfinals im DFB-Pokal: Borussia Dortmund gewinnt beim FC Bayern München 3:2 (1:2) und folgt Eintracht Frankfurt ins Endspiel nach Berlin. Unser Schnellcheck zum zweiten Pokal-Halbfinale:

Wurde dieses Topspiel seinem Namen gerecht?

Allerdings. Im Vergleich zum ersten Halbfinale am Dienstag kam keine Langeweile auf. Es ging hin und her, und es wurde deutlich, warum dieses Duell als deutscher Clasico bezeichnet wird. In der ausverkauften Allianz-Arena trafen die beiden besten deutschen Mannschaften aufeinander. Ein toller Fußballabend – außer natürlich für die Fans des FC Bayern.

Und wie lief das zweite Halbfinale in München?

Auf jeden Fall begann es überraschend. Denn die sonst so ballsicheren Bayern fanden überhaupt nicht ins Spiel. Sie wirkten schläfrig. Der BVB hingegen griff früh an, erstickte Münchner Angriffsbemühungen in der Entstehung. Und in Folge dieses Pressings entstand die Führung der Gäste. Bayerns Innenverteidiger Javier Martinez vollführt einen verheerenden Rückpass in den Lauf von Dortmunds Raphael Guerreiro, der schießt an den Pfosten, Philipp Lahm hat Pech, und Marco Reus besorgt das 1:0 für den BVB (19. Minute).

Unglaublich, wie selbstbewusst und giftig die Dortmunder auftraten – bis zur 28. Minute: Nach einer Münchner Ecke ist wer zur Stelle? Na klar, Martinez. 1:1 (28.). Sorry, muss jetzt sein: So ist Fußball. Dieser Treffer zeigte Wirkung, und zwar auf beiden Seiten. Dortmunds Frische war plötzlich wie weggeblasen, die Bayern hingegen drehten auf. Nun lief das Bällchen. Franck Ribéry bedient Mats Hummels, 2:1 – da hatte der FCB die Partie gedreht (41.).

Nach der Pause sah es zunächst so aus, als würden die Gastgeber das Ding souverän über die Zeit bringen. Chancen, um die Führung auszubauen, waren da. Der BVB wankte, aber kam zurück. Erst schlägt Ousmane Dembele eine wunderbare Flanke auf den Kopf von Pierre-Emerick Aubameyang – 2:2 (69.). Fünf Minuten später vollendet das französische Juwel der Borussia selbst. Spiel gedreht, diesmal von den Dortmundern.

Das war’s. Die Bayern kamen nicht mehr zurück und müssen sich nach dem Traum vom Triple nun auch noch vom Double verabschieden.

Geht das Ergebnis denn in Ordnung?

Der FC Bayern versäumte es, für einen komfortableren Vorsprung zu sorgen. Dortmund gab sich nicht auf, wehrte sich am Ende tapfer und hat den Sieg dann auch verdient. Zum vierten Mal in Folge steht der BVB nun im Pokal-Finale. Respekt. Und irgendwie, nach den Erlebnissen der vergangenen Wochen, ist es dieser jungen Mannschaft auch zu gönnen.

Gab es an diesem Abend einen Aufreger?

Das Spiel an sich war schon aufregend genug. Unglaublich viel Tempo. Sehr intensiv. Keine leichte Aufgabe für Manuel Gräfe, weil es zig knifflige Situationen gab. Doch der Schiedsrichter machte seine Sache ordentlich – zumal er keinen spielentscheidenden Pfiff tätigen musste. Trotz Hektik war der Unparteiische stets Herr der Lage. Das muss auch mal erwähnt werden.

Wer war der Mann des Abends in München?

Im Verlauf der Partie kamen für diesen Titel gleich mehrere Kandidaten infrage. Mats Hummels zum Beispiel von den Bayern oder Javier Martinez. Das Rennen machte aber schließlich Ousmane Dembele vom BVB. Einen Treffer herrlich vorbereitet, das Siegtor selbst wunderbar verwandelt. Das kann man mal so machen – mit gerade einmal 19 Jahren.

Wie war die TV-Übertragung bei der ARD?

Eigentlich ist Tom Bartels ja so etwas wie die Schlaftablette unter den Sportkommentatoren. Nüchtern. Sachlich. Mitunter trocken. In diesem Fall hat seine monotone Art regelrecht gutgetan. War ein schönes Kontrastprogramm zu dem Hin und Her auf dem Rasen.

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