Gegen Vizeweltmeister Dänemark

Der Schnellcheck zur Handball-WM: Starke Deutsche spielen 30:30

Hart geht es zu im Handball: Steffen Weinhold (Mitte) versucht, sich gegen Henrik Mollgaard durchzusetzen. Links beobachtet Patrick Wiencek die Szene. Foto: AFP

Die deutschen Handballer haben Vizeweltmeister Dänemark einen Punkt abgerungen. Der Schnellcheck von Björn Mahr und Frank Ziemke.

Den Achtelfinal-Einzug haben sie noch nicht perfekt gemacht. Aber das störte die deutschen Handballer nach dem überraschenden 30:30 (16:16)-Unentschieden im dritten Vorrundenspiel gegen den WM-Mitfavoriten Dänemark nicht. Im Gegenteil: Jubelnd fielen sie sich nach der Schlusssirene in die Arme. Mit einem Erfolg am Donnerstag (17 Uhr/live bei Sky) gegen Argentinien kann die DHB-Auswahl die letzten Zweifel am Weiterkommen beseitigen. Der Schnellcheck zum Spiel:

Wie war denn das Spiel der Nachbarn? 

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass mit der deutschen Mannschaft bei diesem Turnier zu rechnen ist, dann hat sie ihn gegen den Vize-Europameister erbracht. Taktisch geschickt, kämpferisch vorbildlich, mannschaftlich geschlossen – so hat man die DHB-Auswahl lange nicht mehr gesehen.

In der Abwehr gefordert: Michael Müller. Foto: dpa

Anders als gegen die Russen waren die Schützlinge von Bundestrainer Dagur Sigurdsson vom Anwurf weg präsent. Besonders bemerkenswert: die anfängliche Deckungsvariante. So nahm Patrick Groetzki Superstar Mikkel Hansen anfangs praktisch aus dem Spiel, der Rest verteidigte überaus variabel. Damit hatte der Favorit seine Probleme.

Mitte der zweiten Halbzeit hatten die Deutschen den Kontrahenten komplett im Griff. Nach der Einwechslung von Torwart Silvio Heinevetter (für Carsten Lichtlein) konnten sie sich sogar bis auf 24:21 absetzen (45.). In prächtiger Form präsentierte sich erneut Rückraumschütze Steffen Weinhold. Ihm gelangen unter anderem das 27:24 (51.) und kurz vor Schluss das 30:29. Zwar schafften die Nordeuropäer kurz darauf noch das 30:30, der guten Stimmung im DHB-Lager tat dies aber keinen Abbruch. „Das war ein gefühlter Sieg“, sagte Sigurdsson später.

War das Ergebnis denn gerecht? 

Absolut. Die Dänen hatten es letztlich ihrer individuellen Klasse zu verdanken, dass sie nicht mit leeren Händen da standen. Vor allem Hansen traf selbst unter Bedrängnis.

Was war der frechste Moment des Spiels? 

Den gab es sehr früh. In der 8. Minute trat Uwe Gensheimer zum Siebenmeter gegen Niklas Landin an, sein Teamkollegen von den Rhein -Neckar Löwen. Man kennt sich also. Und was macht Gensheimer? Überwindet den dänischen Torhüter mit einem gewagten Heber. Nebenbei: Landin ist 2,01 Meter groß.

Wie groß war der Melsunger Anteil am Remisl? 

Sehr gering diesmal. Johannes Sellin kam erneut nicht zum Zug. Michael Müller durfte vornehmlich wieder seine Defensivqualitäten beweisen. Einmal kassierte er eine Zwei-Minuten-Strafe, als er sich nur mit einem Foul gegen Hansen zu helfen wusste (45.).

Wie war die TV-Übertragung bei Sky? 

Karsten Petrzika stellte eingangs fest, dass „Mikkel Hansen das beste Pferd im dänischen Stall sei“. Das warf spätestens Fragen auf, als Experte Martin Schwalb später erklärte: „Entscheidend ist Hansens Handgelenk.“ Schwalb überzeugt ansonsten allerdings mit sehr fundierten Analysen und genauen Erklärungen für die, die keine Handball-Experten sind. Kommentator Petrzika täte etwas weniger Aufgeregtheit manchmal gut. Bejubelt einen Treffer als „gaaanz, gaaanz wichtig.“ Mag ja sein. Aber beim 5:4?

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