Schnellcheck: Handballer jubeln nach Nervenschlacht gegen Russland

Die pure Erleichterung: Die deutschen Handballer feiern nach dem Sieg gegen Russland. Foto:  afp

Kassel. Nach der Glanzvorstellung gegen Ungarn haben es die deutschen Handballer am Sonntagabend richtig spannend gemacht und denkbar knapp 30:29 (17:16) gegen Russland gewonnen.

Damit wahrt die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson die Chance auf das Halbfinale bei dieser Europameisterschaft in Polen. Unser Schnellcheck zum Spiel:

Aktualisiert um 21 UhrHaben die deutschen Handballer da weitergemacht, wo sie am Freitag gegen Ungarn aufgehört hatten? 

Von wegen! Von der Souveränität war erst mal nichts zu spüren. Nach gut zwei Minuten lag die DHB-Auswahl 0:3 zurück. Vor allem mit den Zuspielen an den Kreis kam die deutsche Abwehr überhaupt nicht zurecht. Doch das Team arbeitete sich in dieses schnelle, mitunter hektische Spiel. Es dauerte bis zur 21. Minute, da brachte Steffen Fäth die deutsche Mannschaft erstmals in Führung – 11:10. Diesen Vorsprung verteidigte sie bis zur Pause. Was folgte, waren ganz starke 15 Minuten der deutschen Truppe. Endlich bewegte sich die Abwehr wieder variabel, und vorn saßen die Abschlüsse. Nach einem cleveren Heber von Erik Schmidt zum 24:19 führte die junge Mannschaft mit fünf Treffern (42.). Die Vorentscheidung? Denkste! Russland kämpfte sich wieder heran. Im deutschen Spiel schlich sich Hektik ein. Auf einmal stand es 26:26 (52.). Und dann beginnt eine unfassbar mitreißende Schlussphase – nichts für schwache Nerven. Die deutschen Handballer sammeln sich wieder, gehen nach Steffen Weinholds Treffer 30:27 in Führung. Dann ein Doppelschlag der Russen. Auszeit Deutschland. Noch 28 Sekunden auf der Uhr. Fabian Wiede vertändelt bei 30:29 den Ball. Was macht er da?!Russland kontert. Weinhold wirft sich dazwischen, verletzt sich dabei. Freiwurf. Noch eine Chance für die Russen. Und Carsten Lichtlein hält. Ende.

Ist der Ausgang des Spiels gerecht? 

Das ist schwer zu sagen. Die Russen waren sicherlich spielerisch das etwas bessere Team. Sie zogen mehrmals den Kempa-Trick aus der Kiste. Deutschland hätte den Sack aber früher zumachen müssen.

Was bedeutet das Ergebnis für die DHB-Auswahl? 

Ganz einfach: Sie hat am Mittwoch gegen Dänemark ein Endspiel um den Einzug ins Halbfinale.

Wer tat sich gegen die Russen besonders hervor? 

Mehrere: Erstens Christian Dissinger, der mit seinen Toren in der ersten Halbzeit die Mannschaft auf Kurs hielt. Zweitens Erik Schmidt, der zum einen der Abwehr Stabilität verlieh und zum anderen sechs Treffer erzielte. Und drittens Keeper Lichtlein.

Gab es einen Aufreger in der Jahrhunderthalle? 

Einen???!!! Sagen wir es vorsichtig: Das portugiesische Schiedsrichter-Gespann machte hier und da eine unglückliche Figur. Und eine Torlinientechnik hätte dem Spiel gutgetan. Sowohl nach Rune Dahmkes Wurf (11.) als auch nach Hendrik Pekelers Aktion (47.) war der Ball hinter der Linie – es gab kein Tor.

Und gab es einen Gänsehautmoment? 

Diesen einen speziellen vielleicht nicht. Doch jedes Mal, wenn nach gelungenen Aktionen die deutsche Bank gezeigt wird, und die Ersatzspieler ohne Ende mitgehen, stellen sich einem schon die Nackenhaare auf. Da herrscht richtiger Teamgeist. ? Wie war die Live-Übertragung bei der ARD? ! Großes Kompliment an Florian Naß. Die Einschätzungen des ARD-Kommentators haben Hand und Fuß. Und wie er emotional mitgeht, ist absolut angemessen und nicht übertrieben.

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