Schnellcheck zum Ski-Weltcup: Leyhe und Freund glücklich

Willingen. Beim Skisprung-Weltcup in Willingen ging es am Freitag gleich rund - von wegen nur die Qualifikation am ersten Tag.

Es gab weite Sprünge, einen Deutschen auf dem Podest und einen Lokalmatadoren, der sich einen Kindheitstraum erfüllte. Der Schnellcheck.

Wie war das erste Einzelspringen? Ein bisschen so wie die beiden Einzelspringen im vergangenen Jahr. Der Sieger hieß nämlich erneut: Kamil Stoch. Der Pole ließ keinen Zweifel aufkommen: Nach 147,5 Metern und Platz eins im ersten Durchgang zeigte er am Ende keine Nerven. Mit 142,5 Metern verteidigte der 27-Jährige den Spitzenplatz souverän. Hinter dem Slowenen Peter Prevc landete Severin Freund auf Platz drei. Er steigerte sich und setzte mit 146 Metern im zweiten Durchgang ein Ausrufezeichen. So verbesserte er sich um drei Plätze. „Das war ein schöner Wettkampf, und am Ende stehen die gleichen drei Springer auf dem Podest wie im Vorjahr. Irgendwas machen wir hier, glaube ich, richtig“, sagte Severin Freund. Neben ihm nominierte Bundestrainer Werner Schuster noch Markus Eisenbichler, Marinus Kraus und Richard Freitag für das Teamspringen am Samstag.

Wie hat Lokalmatador Stephan Leyhe abgeschnitten? 

Gut. Zunächst sah es sogar so aus, als könnte Leyhe auf seiner Heimschanze richtig für Furore sorgen. Er war mit 134,5 Metern 16. nach dem ersten Durchgang. Allerdings bestätigte er diese Spitzenleistung im zweiten Sprung nicht ganz: 126,5 Meter - insgesamt Rang 24. Er sagte: „Die Bedingungen waren beim zweiten Sprung nicht mehr so gut.“

Trotzdem: Mit seinem ersten Weltcupwettbewerb auf der Mühlenkopfschanze kann der 23-Jährige sehr zufrieden sein. Zumal eines nicht vergessen werden darf: „Für mich ist heute ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Die Atmosphäre war der Hammer.“

An Unterstützung für den Mann aus Schwalefeld mangelte es auch nicht. Arnd Lange (47) und seine Tochter Milena (15) motivierten den heimischen Athleten mit einem Spruchband. Aufschrift: „Stephan, wir verLEYHEn Dir Flügel.“ Auch Stephan Leyhes Vater Volker fieberte mit und gab nachher zu: „Drei Springer, bevor Stephan an der Reihe war, hat das Kribbeln begonnen. Als er dran war, stand die Spannung bis zum Hals.“

Wie waren die anderen Deutschen so drauf? 

Ging so: Eisenbichler wurde Zwölfter. Eher enttäuschend: der 17. Rang von Freitag - knapp vor Kraus. Michael Neumayer landete auf Platz 26. Aber: Sechs Athleten im Finale - das ist schon okay.

Tag 1 beim Skispringen in Willingen

Gab es eine Überraschung im Wettbewerb?

Oh ja - und zwar im negativen Sinne. Denn irgendwie schienen die Österreicher plötzlich vergessen zu haben, wie sie ganz vorn landen. Zwar verbesserte sich Stefan Kraft mit einem guten zweiten Sprung noch auf Platz sieben. Aber Gregor Schlierenzauer auf Rang 13 und vor allem Michael Hayböck auf Rang 20 zeigten alles andere als Normalform.

Wie waren die Bedingungen an der Schanze? 

Erstaunlich gut, wenn man berücksichtigt, dass es am Morgen noch heftig geschneit hatte in Willingen. Die Helfer des Ski-Clubs leisteten ganze Arbeit, schaufelten Unmengen Schnee beiseite - und sorgten für ein nahezu perfektes Springen. Zumal: Einen Weltcup im Winterwunderland hat es in diesem Jahr auch noch nicht wirklich gegeben. Da auch der Wind keine großen Mucken machte, war alles bestens.

Wie war die Stimmung im Auslauf? 

Schon sehr ordentlich für einen Freitagabend. 8147 Zuschauer kamen an die Mühlenkopfschanze und sorgten für eine prima Atmosphäre. Wenn man bedenkt, dass an einem Samstag und Sonntag generell mehr Leute zum Weltcup nach Willingen kommen, kann der Ski-Club Willingen optimistisch sein, sein Ziel zu erreichen. Das lautet: 40 000 Anhänger an drei Tagen.

Von Florian Hagemann und Torsten Kohlhaase

Rubriklistenbild: © dpa

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