Schnellcheck: Nicht nur Werner glänzt beim 6:0 gegen Norwegen

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Eine Umarmung für den Doppeltorschützen: Timo Werner (Mitte) wird von Sebastian Rudy umarmt. Mit im Bild: Torschütze Julian Draxler.

Kassel. Deutschland behält die Weiße Weste in der WM-Qualifikation. Dem 6:0 (3:0)-Triumph im Fußball-Fest gegen Norwegen sei Dank. Hier ist unser Schnellcheck zum Spiel.

Ist Deutschland schon für die WM qualifiziert? 

Nein. Weil zeitgleich der Gruppenzweite Nordirland 2:0 gegen Tschechien gewonnen hat.

Wie war denn das Spiel? 

Höchst unterhaltsam. Warum? Antwort eins: Jonas Hector sprintet am linken Flügel los, legt zurück auf Mesut Özil, der vollendet - 1:0. (10.). Antwort zwei: Wieder spielt Özil Doppelpass, diesmal mit Julian Draxler. Der hat im Strafraum Raum und noch dazu die Ruhe weg, dreht sich rechts um die eigene Achse, schließt mit links ab - 2:0 (17.). Eine Augenweide, diese Technik. Antwort drei: Toni Kroos legt ab, Thomas Müller verlängert mit der Hackenspitze, der Ex-Stuttgarter Timo Werner lässt sich das Geschenk nicht entgehen - 3:0 (21.). Antwort vier: Werner verlagert das Spiel von links nach rechts, Kimmich nimmt Müller mit, der gibt auf rechts den Flankengott, passt auf Werner und der macht’s diesmal mit dem Kopf - 4:0 (4:0). Antwort fünf: Diesmal hebt der Ex-Schalker Draxler den Ball in den Strafraum, der aktuelle Schalker Leon Goretzka steigt am höchsten - 5:0 (50.). Antwort sechs: Das nächste Jokertor, diesmal ein anderer Ex-Stuttgarter: Mario Gomez macht’s - 6:0 (79.). Sogar Bundestrainer Löw traut sich nun was und verschwindet mal kurz in den Katakomben - um anschließend mit geballter Jubelfaust zurückzukehren.

Und Norwegen? Fällt vor allem durch Mitleid für Torhüter Rune Jarstein auf. Ansonsten: Erster Torschuss (weit drüber) nach 24 Minuten. Zehn Minuten später darf auch Marc-Andre ter Stegen mal mitmachen. Sagt alles.

Zahlten sich die Umstellungen aus? 

Ja. Wobei die Norweger aber wirklich überhaupt keine Messlatte waren. Hector und Rüdiger agierten in der neuen Viererkette, Sebastian Rudy an der Seite von Toni Kroos als Doppelsechs, Draxler ersetzte in der Startelf Lars Stindl.

Wer war der Mann des Abends? 

Keine Frage, Timo Werner. Der gescholtene Stürmer wurde an alter Wirkunsgsstätte freundlich begrüßt, ein „Timo Wener wir lieben dich“-Banner war zu sehen. Dann machte der 21-Jährige ein starkes Spiel, traf doppelt und wurde mit „Timo Werner“-Sprechchören gefeiert. Die Zuschauer erhoben sich bei seiner Auswechslung. All das hat er sich verdient.

Wie haben sich die Fans verhalten?

Vorbildlich. Keine beschämenden Nazi-Parolen, keine Pfiffe gegen Werner wie rund ums Spiel gegen Tschechien. Diesmal bildeten die 54 000 Zuschauer eine tolle Kulisse, mit Spruchbändern wie „Gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung“ bezog der DFB Stellung. Mittlerweile sind die Chaoten aus Prag identiziert. Sie haben rechtsextremen Hintergrund und stammen aus der Dresdner Hooligan-Szene. Die Polizei ermittelt.

Was fiel sonst noch ins Auge? 

Kurz stockt dem TV-Zuschaer in Minute 33 der Atem: Sitzen da zwei Sami Khediras auf der Auswechselbank? Nicht ganz. Aber weil Emre Can und Khedira anscheinend vom selben Friseur und Barbier frisiert werden, sehen die beiden aus wie Zwillinge. Apropos Khedira: Feine Geste des Ex-Stuttgarters vom Spiel. Er kaufte dem DFB 1200 Tickets ab und verteilte sie an Einrichtungem, die sich für benachteiligte und krebskranke Kinder einsetzen.

Wie war die TV-Übertragung? 

Gut. RTL arbeitete pflichtbewusst die unschönen Vorfälle vom Tschechien-Spiel ab. Lieferte Statistiken wie dieser: Toni Kroos hat zur Halbzeit eine Passquote von 100 Prozent. Ansonsten überzeugte Jens Lehmann. Er erwies sich mit seinem Tipp (5:1) tatsächlich als Experte und analysierte das Spiel der Norweger in der Halbzeit wirklich witzig als „fußballerisches Stillleben“.

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