Eisenbichler wird Achter

Schnellcheck: Norweger dominieren erstes Weltcup-Springen in Willingen – Granerud fliegt allen davon

Halvor Egner Granerud.
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Der Sieger: der Norweger Halvor Egner Granerud.

Der Wind sorgte zwar nicht für eine Absage des ersten Einzelspringens am Weltcup-Wochenende der Skispringer in Willingen.

Willingen – Doch am Samstag wirbelte dieser das Feld dann doch ordentlich durcheinander – weil er immer wieder für höchst unterschiedliche Verhältnisse sorgte. Unser Schnellcheck:

Wer holte sich den ersten Sieg an diesem Wochenende?

Die Qualifikation hatte ja der Pole Andrzej Stekala für sich entschieden – auch wenn sein Landsmann Klemens Muranka sogar noch einen Meter weiter geflogen war und mit 153 Metern einen Schanzenrekord aufgestellt hatte.

Den ersten Durchgang am Samstag dominierten dann aber erst einmal die Norweger. Der Gesamtweltcup-Führende Halvor Egner Granerud sprang mit 147,5 Metern am weitesten und lag folgerichtig auf Rang eins. Es folgte Daniel Andre Tande (145 Meter), ebenfalls Norweger. Bester Pole war Kamil Stoch als Vierter (142,5 Meter). Die tags zuvor so begeisternden Stekala und Muranka hatten dagegen nichts mit dem Sieg zu tun. Muranka schaffte es nach seinen 153 Metern dieses Mal nur auf 125 Meter und verpasste den zweiten Durchgang. Stekala war mit 127 Metern als 21. bereits früh abgeschlagen.

Eine Wende brachte der zweite Durchgang nicht mehr. Granerud flog allen davon und sicherte sich seinen siebten Weltcup-Sieg dieses Winters mit einem Sprung auf 145,5 Meter vor Tande und Stoch. Das war absolut verdient.

Wie schlugen sich die Deutschen?

Nicht wirklich gut. Markus Eisenbichler war nach dem ersten Durchgang und einem Sprung auf 137,5 Meter als Fünfter noch der beste Deutsche. Es folgte Karl Geiger auf Rang 20 (125,5 Meter). Daneben schaffte es als 23. überhaupt nur Pius Paschke (125,5 Meter) in den zweiten Durchgang, für den sich 30 Springer qualifizierten. Severin Freund, Martin Hamann und Constantin Schmid scheiterten bereits nach dem ersten Sprung.

Geiger sorgte im zweiten Durchgang immerhin für etwas Wiedergutmachung. 142 Meter brachten ihm am Ende Rang elf ein. Eisenbichler war zwar als Achter bester Deutscher, war nach seinem zweiten Sprung aber sichtlich gefrustet und ohne Chance auf den Sieg. Paschke landetet auf Platz 24.

Wer war die größte Überraschung des Samstags?

Das war der Slowene Bor Pavlovcic. Nach dem ersten Durchgang und einem starken Sprung auf 144,5 Meter ging der als Dritter mit Chancen auf den Sieg zurück auf den Schanzentisch. 136,5 Meter im zweiten Durchgang brachten ihm immerhin Rang vier ein.

Gab es einen Aufreger?

Einen ganz kleinen vielleicht. Zuschauer sind natürlich auch an diesem Wochenende nicht zugelassen. Oben am Waldrand hatten sich dann aber doch eine handvoll Skisprungbegeisterter zusammengefunden, die mit dem Handy Lichtzeichen und fleißig mitsang.

Wie reagierten die Springer auf das leere Stadion unterhalb der Mühlenkopfschanze?

Sie hätten es natürlich lieber ganz anders gehabt. Ein enttäuschter Severin Freund sagte im Fernsehen nach seinem Sprung: „Ich bin gerne in Willingen und hatte schon so schöne Wettkämpfe an dieser Schanze. Aber es ist schon brutal leer. Du brauchst hier einfach die Stimmung.“

Wie war die Übertragung im TV?

Ihr fehlte natürlich während des Springens auch ein wenig die Atmosphäre. Aber sie hatte auch ein Lob für den Skiclub Willingen parat. ARD- Moderator Matthias Opdenhövel sagte im Studio, beim Weltcup in Willingen gebe es eines der höchsten Preisgelder des gesamten Skisprung-Winters. Und das sei allein der Verdienst des Willinger Skiclubs. Hört man sicherlich gern im Upland – in Zeiten, in denen es finanziell selten irgendwo gut aussieht. (Maximilian Bülau)

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