Schnellcheck: 0:3 - Paris zu schnell für Bayern

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Er erzielte das 2:0: Der Uruguayer Edinson Cavani von Paris ist der dritte Starstürmer neben Neymar und Kylian Mbappè.

Paris. Nach den Niederlagen von Dortmund und Leipzig lag es mal wieder an den Bayern, die Fahne der Deutschen in der Königsklasse hochzuhalten. Stattdessen gab es aber eine herbe Pleite in Paris. Unser Schnellcheck:

Vorab: Gab es eine Überraschung bei den Bayern?

Klar, sonst würden wir ja nicht fragen. Trainer Carlo Ancelotti ließ Mats Hummels, Jérome Boateng, Franck Ribéry und Arjen Robben draußen - Boateng saß nicht einmal auf der Bank. ZDF-Experte Oliver Kahn sagte dazu: „Wenn das schiefgeht, dann gibt’s Ärger.“

Hat sich der Italiener damit verzockt? 

Das kann man so sagen. Phasenweise wurden die Bayern vorgeführt. Nach der frühen Führung durch Dani Alves (2.) lauerte PSG auf Konter. Die Bayern wurden kaum gefährlich. Sie spielten munter um den gegnerischen Strafraum herum, kamen aber nicht hinein. Die Folge war eine Ecke nach der anderen. Alle verpufften. Einzig die alte Bolzplatzregel „drei Ecken ein Elfer“ hätte den Bayern helfen können. Nach einem Konter erhöhte Edinson Cavani auf 2:0 (31.).

Dass es an diesem Abend einen Klassenunterschied gab, war in der zweiten Halbzeit nicht mehr zu übersehen. Vor dem Fernseher fühlte sich das so an: Bayern vorm Tor: Tiefenentspannung. Kaum eroberte PSG den Ball 80 Meter vor dem gegnerischen Kasten: nervöses Hin und Herrutschen auf dem Sofa. Zum Beispiel in der 63. Minute: Konter übers ganze Feld - 3:0 Neymar.

Wie viel Glanz versprühten denn Paris’ Luxus-Einkäufe Neymar und Mbappé? 

Jede Menge. Es ist schon ein Genuss, den beiden zuzusehen. Beim schnellen Konter genauso wie auf engem Raum. Allein wie Neymar das 1:0 vorbereitete: Über links lief er in den Strafraum, zog alle Bayern-Spieler auf sich und hatte dann das Auge für den völlig freien Alves.

Oder Kylian Mbappé: Der bereitete das zweite und das dritte Tor unnachahmlich vor. Beim 2:0 ließ er Niklas Süle und Javi Martinez wie Statisten aussehen und führte beim 3:0 David Alaba in einer Art und Weise vor, die der auch noch nicht so oft erlebt hat. Neymar bewies zudem: Er muss nicht immer zaubern und schob den Ball nach missratenem Klärungsversuch einfach ins Tor. Das ging alles viel zu schnell für die Bayern.

Wie verstanden sich Neymar und Cavani? 

Die beiden hatten ja zuletzt für einigen Medienrummel gesorgt, weil sie sich anscheinend uneinig waren, wer denn die Freistöße und Elfmeter schießen darf. Zum Leidwesen der Münchner zeigten sie sich gestern als beste Freunde: Sie trösteten sich nach vergebenen Chancen und freuten sich zusammen nach ihren Toren. Bei Freistößen durften beide mal ran. Die Paartherapie hatte Erfolg.

Wie war die Stimmung im Pariser Prinzenpark?

Einige Münchner waren mit in die französische Hauptstadt gekommen. Und sie setzten schon vor dem Anpfiff ein Ausrufezeichen - in Form eines Banners. Darauf stand: „Wir sind nicht Neymar!“ Auf Französisch. Warum? Ein Gästeticket kostete 75 Euro. Das ist Paris 2017. Günstig geht nicht.

Wie war die TV-Übertragung im ZDF? 

Kommentator war dieses Mal nicht Béla Réthy, Oliver Schmidt durfte ran. Der machte das im Gegensatz zu den Bayern gut. Als Müller in der ersten Halbzeit mit einer blutenden Wunde behandelt werden musste, sah er eine „doppelte Kniebetreuung“ und befand: „Irgendwie geht nichts normal bei Müller.“ Als Neymar einen Zweikampf am eigenen Strafraum gewann, sagte Schmidt: „Der teuerste Zweibeiner der Welt. Für das Gehalt darf auch mal nach hinten gearbeitet werden.“ Er könnte den Münchner Fans nächstes Mal auch einfach einen Stapel Tickets spendieren.

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