Schnellcheck zur Tour: Bitter, bitter - Sturz stoppt Kittel

Vom Sturz gezeichnet: Wenig später musste Marcel Kittel im Grünen Trikot die Tour de France aufgeben. Foto: afp

Kassel. 17. Abschnitt der Tour de France. Königsetappe in den Alpen. Unser Schnellcheck:

Kurz vorab: Gab es einen Schreckmoment?

Allerdings, und zwar das bittere Aus für Marcel Kittel. Ein Sturz gleich zu Beginn der Etappe stoppte den deutschen Top-Sprinter. Als die Spitzengruppe 85 Kilometer vor dem Ziel war, stieg der Erfurter aus - und verlor damit das Grüne Trikot an Michael Matthews. Als die Tour-Regie die Nachricht einblendete, waren sogar die Kommentatoren geschockt. „Das macht mich gerade ein bisschen sprachlos“, erklärte Reporter Florian Kurz beim ARD-Sender One. Kurz darauf kam die Bestätigung über Radio Tour.

Warum musste Marcel Kittel aufgegeben?

Der Deutsche war einer von etwa 25 Fahrern, die in einen Massensturz verwickelt waren. Kittel verlor zunächst den Anschluss, musste behandelt werden, hatte Schmerzen an Knie, Ellbogen und Schulter und war gezwungen, Schuhe und Fahrrad zu wechseln. Verwundet schaffte er es zurück ins Hauptfeld. Kittel biss, und es so aus, als könnte er weiterfahren. Doch dann die Meldung kurz vor 15 Uhr: Auf der Spitze des Col de la Croix schmiss er hin.

Wer war der Mann des Tages in den Alpen?

Keine Frage, wer sich nach diesen heftigen 183 Kilometern als Etappensieger feiern lassen darf, hat sich den Titel „Mann des Tages“ verdient. Der Slowene Primoz Roglic griff am letzten Anstieg zum legendären Col du Galibier an. Unwiderstehlich. Niemand schaffte es, die Attacke des früheren Skispringers zu kontern. Als Solist fuhr Roglic in Serre Chevalier durchs Ziel.

Hielt denn die Königsetappe, was sie versprach?

Ein Solist, der gewinnt. Ein Top-Sprinter, der aufgibt. Allein das hätte die Etappe sehenswert gemacht. Hinzu kam: Bis zu Kittels Aufgabe saß manch Fan mit Taschenrechner vor dem Fernseher. Michael Matthews, bis dato Kittels härtester Konkurrent im Kampf ums Grüne Trikot, war ausgerissen und holte Punkte im Zwischensprint. Die Frage, wie viele Punkte Kittel noch verlieren darf, um das Trikot in Paris dann doch überstreifen zu können, erledigte sich. Toll war auch die Attacke des Spaniers Alberto Contador am Col du Galibier versuchte der Franzose Romain Bardet, die anderen Favoriten loszuwerden. Vergeblich. Da ging fast unter, dass auch Greipel-Helfer Marcel Sieberg und der Franzose Thibaut Pinot, Vierter beim Giro, ausstiegen.

Gab es eine Entscheidung im Gesamtklassement?

An der Spitze der Gesamtwertung gibt Christopher Froome weiter den Ton an: Der Brite konterte alle Attacken und führt mit 27 Sekunden vor den zeitgleichen Bardet und Rigoberto Uran aus Kolumbien. Nur der Italiener Fabio Aru verlor 31 Sekunden.

Stach außer Roglic noch ein anderer Fahrer heraus?

Alberto Contador. Vor der Tour ein Mitfavorit, hatte er zuletzt an Boden verloren. Diesmal attackierte er früh, fuhr ein Loch zur großen Ausreißergruppe zu. Am Ende kam er erst mit Aru ins Ziel. Aber sein Versuch war aller Ehren wert. Beeindruckend auch der Belgier Thomas de Gendt, der schon wieder in einer Ausreißergruppe fuhr.

Wie war die Fernsehübertragung?

Die Bilder von der Tour sind einfach herrlich: frenetisch jubelnde Zuschauer an den Pässen, gequälte Gesichter der Fahrer, dazu die beeindruckenden Landschaften. Eine Sache wäre allerdings wünschenswert: In früheren Jahren wurde wesentlich häufiger das Streckenprofil eingeblendet und mit blinkenden Punkten symbolisiert, wo sich der Tour-Tross aktuell befindet. Gerade bei einer Etappe mit vielen Anstiegen wäre dieser Service hilfreich gewesen.

Von Robin Lipke und Lukas Braun

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