Nach Sieg gegen Herbert

"Schon speziell": Haas vor Duell gegen Federer in Stuttgart

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Tommy Haas ballt die Faust nach dem Sieg gegen Pierre-Hugues Herbert. 

Tommy Haas hat mit einer Energieleistung auf seiner Abschiedstournee das Achtelfinale von Stuttgart erreicht. Dort geht es nun gegen seinen guten Freund und Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer.

Stuttgart - Valentina Haas war außer sich vor Glück. Freudestrahlend streckte die Sechsjährige ihre Ärmchen in Richtung ihres Papas Tommy. Und auch der hatte Grund zum Jubeln: Der 39 Jahre alte Teilzeit-Profi erfüllte sich auf seiner Abschiedstournee mit seinem Erstrundensieg beim Tennisturnier in Stuttgart den Wunsch vom Retro-Duell gegen Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer.

"Es ist schon sehr speziell. Roger ist mittlerweile ein guter Kumpel von mir. Klar versuchen wir das morgen auszublenden, gutes Tennis zu spielen und das Spiel zu gewinnen", sagte Haas nach dem 6:3, 4:6, 7:5 gegen den französischen Doppel-Spezialisten Pierre-Hugues Herbert. Das erneute Kräftemessen mit seinem langjährigen Weggefährten Federer im Achtelfinale am Mittwoch um 15.30 Uhr ist für Haas etwas Besonderes: "In meinen Augen ist er einer der Besten aller Zeiten, auf Rasen sowieso. Schauen wir mal, was passiert."

Knapp 17 Jahre ist ihr erstes Duell her. Im Halbfinale der Olympischen Sommerspiele in Sydney hatte der damals 22-jährige Haas das aufstrebende Talent aus der Schweiz glatt 6:3, 6:2 besiegt. Federer, zu diesem Zeitpunkt zarte 19 Jahre alt, musste sich mit Platz vier begnügen und startete im Anschluss eine Weltkarriere. Haas holte Silber.

Letztes Duell: 2014 in Indian Wells

Letztmals waren die beiden 2014 beim Masters in Indian Wells aufeinandergetroffen, wo Haas in diesem Jahr erstmals als Turnierdirektor fungierte. Damals warf Federer den gebürtigen Hamburger im Achtelfinale aus dem Wettbewerb. Danach ging es schleichend bergab. Nach vier Schulteroperationen und dem vergangenen Jahr ohne Turnierteilnahme soll für Haas Ende dieses Jahres Schluss sein.

Doch soweit will er noch nicht denken. Anständiges Wettkampftennis spielen und den Moment genießen, das hat oberste Priorität. Dafür kommt das Match gegen Federer gerade recht. Töchterchen Valentina, die am Dienstag mit Haas' Schwiegermutter aus Los Angeles angereist war, wird auch dann wieder mit von der Partie sein. Vielleicht gelingt dem 302. der Weltrangliste mit ihr im Rücken ja sogar die große Überraschung. "Er spielt sehr gut auf Rasen, seine Rückhand ist fantastisch und er hat das Publikum im Rücken", sagte Federer anerkennend.

Abschied im Juli

Seinen letzten von insgesamt drei Erfolgen gegen die derzeitige Nummer fünf der Welt und den einzigen überhaupt auf Rasen feierte Haas vor fünf Jahren im Finale der Gerry Weber Open im ostwestfälischen Halle. Dorthin verschlägt es das befreundete Duo in der kommenden Woche noch einmal, ehe Haas im Juli in Hamburg seinen Abschied auf deutschem Boden gibt.

In Stuttgart verpasste Florian Mayer (Bayreuth) als einziger Deutscher am Dienstag das Achtelfinale. Der 33-Jährige unterlag Jeremy Chardy aus Frankreich in der ersten Runde 6:7 (3:7), 4:6, 6:7 (1:7). Außer Mayer war am Montag zum Auftakt nur der Nürnberger Maximilian Marterer als erster von insgesamt acht deutschen Startern ausgeschieden.

Neben Haas zogen auch Vorjahresfinalist Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und Qualifikant Peter Gojowczyk (München) ins Achtelfinale ein. Während Davis-Cup-Spieler Kohlschreiber den früheren Australian-Open-Finalisten Marcos Baghdatis aus Zypern durch Aufgabe seines Gegners beim Stand von 6:1 besiegte, behielt Gojowczyk gegen den Georgier Nikolos Basilaschwili mit 2:6, 6:3, 6:1 die Oberhand.

SID

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