Seinen härtesten Kampf hatte er nicht auf der Matte

Kasseler Karateka David Kuhn nach schwerer Corona-Erkrankung bei WM in Dubai dabei

Der Kasseler Karateka David Kuhn (23, links) kämpfte im Bundeskader bei der Weltmeisterschaft.
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Der Kasseler Karateka David Kuhn (23, links) kämpfte im Bundeskader bei der Weltmeisterschaft.

Vor etwa zehn Wochen wusste David Kuhn nicht mal, ob er jemals wieder würde Sport machen können. Eine schwere Erkrankung an Covid-19 machte dem Kasseler Athleten sehr zu schaffen, sorgte für starke Atembeschwerden.

Kassel - Nun ist der Karateka gerade frisch mit dem Bundeskader von der Karateweltmeisterschaft in Dubai in seine nordhessische Heimat zurückgekehrt. In der Golfmetropole hat er Deutschland in der Kategorie Kumite, also Zweikampf, vertreten.

„Es war eine tolle Erfahrung, auch wenn ich früh ausgeschieden bin“, sagt der 23-jährige Sportsoldat, der beim Kasseler Karateverein SV Herkules 01 trainiert. Der Verein gilt als wahre Talentschmiede im Kumite und war im Medaillenspiegel bundesweit Spitzenreiter bei den Deutschen U21-Meisterschaften im vergangenen Oktober.

Lediglich zwei der acht Wochen Wettkampfvorbereitung hat Kuhn mitmachen können, den Rest musste er sich auskurieren und daher aussetzen. „Jetzt geht es mir aber wieder ziemlich gut, ich bin fit.“ Im Eröffnungskampf hatte er sich gut gegen seinen Gegner aus Belarus geschlagen, auch wenn am Ende eine 0:2-Niederlage stand. „Ich habe mich im Anschluss mit ihm unterhalten. Sein Sieg war verdient, aber wir waren uns einig, dass so manche Punktentscheidung auch anders hätten ausfallen können.“ Hinzu kommt, dass David die Gewichtsklasse gewechselt hat und nun in der schwereren Klasse Mittelgewicht, also bis 75 Kilogramm, antritt. „In dieser Klasse hatte ich bisher keine internationale Wettkampferfahrung. Dafür lief es ganz gut.“ Das bestätigte ihm auch Bundestrainer Thomas Nitschmann.

Kuhn mit dem Trikot des FSC Lohfelden in Dubai.

Für den deutschen Kader, einem der jüngsten der gesamten WM, lief es generell ganz gut. Zum ersten Mal seit einigen Jahren überstand man im Mannschaftswettbewerb die erste Runde, in der man gegen Zypern kämpfte, um dann in der zweiten knapp gegen Nordmazedonien zu verlieren. „Corona hat schon einen großen Einfluss auf die Sportsaison“, erklärt Kuhn. So seien einige Favoriten aus Japan und dem Iran gar nicht erst angereist oder hatten den gesamten Kader im Vorfeld austauschen müssen. Auch der italienische Olympiasieger Luigi Busà hat seine Teilnahme kurzfristig abgesagt. Beim Betreten der Wettkampfhallen in Dubai habe man jeden Tag einen PCR-Test machen müssen. „So haben wir Athleten uns auch sicher gefühlt.“

David Kuhn hat in der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm mehrfach die Goldmedaille bei den Deutschen Meisterschaften gewonnen. Für die Olympischen Spiele in Tokio, im Heimatland der japanischen Kampfkunst, verpasste er knapp die Qualifikation, fuhr aber als Teil des Bundeskaders und Trainingspartner der qualifizierten deutschen Karatekas mit. (Raphael Digiacomo)

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