25-Jährige krönt überragende Saison in London mit 12,72 Sekunden

Sensationell: Baunatalerin Hürdensprinterin Dutkiewicz holt WM-Bronze

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Pamela Dutkiewicz aus Baunatal holt in London sensationell Bronze (Archivbild).

Kassel. Das ist die Sensation aus nordhessischer Sicht bei der Leichtathletik-WM: Nach der Silbermedaille von Carolin Schäfer im Siebenkampf hat auch Pamela Dutkiewicz Edelmetall gewonnen und eine überragende Saison gekrönt.

Die Baunataler Hürdensprinterin kam am Samstagabend nach 12,72 Sekunden ins Ziel und holte die Bronzemedaille. Die 25-Jährige, die für den TV Wattenscheid startet, musste sich nur der neuen Weltmeisterin Sally Pearson aus Australien (12,59) und Dawn Harper Nelson (12,63) aus den USA geschlagen geben.

Als die Nordhessin im Ziel realisierte, dass sie Bronze gewonnen hatte, schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen und sackte erstmal zu Boden. Völlig überwältigt von ihrem überragenden Lauf kämpfte sie mit den Tränen und nahm die ersten Glückwünsche der Kontrahentinnen entgegen. „Ich kann das alles gar nicht glauben. Das ist so toll, es lief alles wie am Schnürchen“, sagte Dutkiewicz im ZDF.

Auf Bahn 5 zwischen Pearson und Harper Nelson erwischte sie zunächst einen guten Start, hatte dann aber bei den Hürden eins bis drei ein paar Probleme. Erst im Schlussspurt zeigte Dutkiewicz, die in dieser Saison nun 15 Rennen unter 13 Sekunden gelaufen ist, ihre ganze Klasse und blieb hauchdünn vor der Amerikanerin Kendra Harrison (12,74).

„Ich habe gar nicht von einer Medaille geträumt, ich wollte einfach nur ins Finale und einen richtig guten Lauf hinlegen. Als ich dann meinen Namen auf der Anzeigentafel gesehen habe, dachte ich, das is ja der absolute Wahnsinn“, sagte Dutkiewicz, die 2015 noch von einem doppelten Bänderriss zurückgeworfen wurde.

Ein Schlüssel zum großartigen Erfolg sei gewesen, dass sie ihre Ernährung umgestellt und mithilfe des ehemaligen deutschen Schwimmers Mark Warnecke zehn Kilogramm abgenommen hat. „Damit läuft es sich natürlich sehr viel leichter, und ich konnte mich vor allem auf mentale Dinge konzentrieren“, erklärte sie.

Bereits das Halbfinale von Pamela Dutkiewicz am Feitagabend war spannend und nervenaufreibend. Europas Jahresbeste lief 12,71 Sekunden und kam hinter Peking-Olympiasiegerin Harper Nelson (12,63) und vor Weltrekordlerin Kendra Harrison (12,86) ins Ziel.

„Ich hatte einen ganz schlechten Start, wollte besonders vorsichtig sein“, sagte Dutkiewicz. Der erste Startversuch war abgebrochen, aber nicht als Fehlstart gewertet worden – Dutkiewicz fiel erkennbar ein dicker Stein vom Herzen: „Ich hatte da schon mitgezuckt, bin dann beim zweiten Mal relativ verunsichert rausgelaufen. Aber es ist alles gutgegangen, und ich freue mich so sehr auf das, was nun im Finale kommt.“ Und das war dann sensationell – in jeglicher Hinsicht.

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