Weltcup der Skispringer

Severin Freund triumphiert in Willingen

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Severin Freund gewinnt zum dritten Mal in dieser Saison ein Weltcup-Springen.

Willingen. Mit einem knappen Vorsprung hat sich der deutsche Vorzeige-Skispringer Severin Freund in Willingen durchgesetzt. Der Niederbayer ließ hauchdünn Rune Velta aus Norwegen hinter sich.

Es dauerte lange, bis endlich das Ergebnis auf der Anzeigentafel erschien. Severin Freund stand im Auslauf der Mühlenkopfschanze, halb gespannt, halb erfreut, die Teamkollegen kamen zu ihm, und das Schneegestöber wurde jetzt so heftig wie den ganzen Tag nicht. Aber hat dieser Sprung auf 146 Meter auch gereicht, um Platz eins aus dem ersten Durchgang zu verteidigen? Die Zuschauer schwenkten die deutschen Fahnen in froher Erwartung, und dann kam endlich das Resultat: Platz 1!

Jubel bei Freund, bei den meisten der 12.000 Anhängern. Das zweite Einzelspringen an diesem Weltcup-Wochenende hatte ein fabelhaftes Ende: den 100. Weltcup-Sieg für Deutschland nach der Wiedervereinigung. Freund stieg somit auf zum Springer, der dieses Wochenende nach dem Sieg des Polen Kamil Stoch im ersten Einzelsieg am Freitag am meisten geprägt hat. Wer im Blickpunkt stand – eine Übersicht:

SEVERIN FREUND 

„Das ist einfach geil, beim Heimweltcup zu gewinnen. Rune Velta hat im zweiten Durchgang echt was vorgelegt, da musste ich mich ganz schön strecken“, sagte der 26-Jährige. Nach Sprüngen auf 149,5 und 146 Meter hielt Freund den Norweger am Ende mit einer Winzigkeit von nur einem einzigen Punkt Vorsprung in Schach und kletterte nach Platz drei im ersten Einzelspringen des Wochenendes gestern dann ganz oben aufs Podest. Bundestrainer Werner Schuster lobte die Leistung seines Besten: „Für Severin war es eine perfekte Rückkehr nach der kurzen Pause. Er hat einen sehr guten Wettkampf abgeliefert und ist auf einem hohen Niveau gesprungen.“

DIE NORWEGER 

Drei Springer unter den besten zehn – die Norwegen hatten sich ihre weiten Sprünge für den Sonntag aufgehoben. Und der zweitplatzierte Rune Velta erkannte Freunds Sieg neidlos an: „Ich hätte natürlich gern gewonnen, aber Severin war eben den kleinen Tick besser.“

DIE SLOWENEN

An ihnen führte am Samstag im Teamwettbewerb kein Weg vorbei. Vor allem die Österreicher, bei denen in Willingen wenig bis gar nichts lief, dürften neidisch in Richtung der Slowenen geschaut haben. Jurif Tepes, Nejc Dezman, Jernej Damjan und Peter Prevc demonstrierten eine geschlossene Mannschaftsleistung und schnappten sich den Sieg vor Deutschland.

STEPHAN LEYHE 

Für den Lokalmatadoren lief es am Sonntag im zweiten Einzelspringen nicht wirklich rund. Mit 118 Metern kam er lediglich auf Platz 48. Trotzdem gehörte er zu den gefragtesten Athleten im Auslauf. Leyhe: „Ich weiß noch nicht, woran es gelegen hat.“ Das Wochenende behält er aber in bester Erinnerung. Mehr noch. Das Gefühl, in seiner Heimat gesprungen zu sein, bezeichnete er als affengeil. So ähnlich dürfte sich ganz Willingen gefühlt haben: 35 000 Zuschauer bei drei Wettbewerben, ein deutscher Sieg zum Abschluss – besser konnte es kaum laufen am Wochenende. Am Ende spielten sie: „One moment in time.“ Es schneite. Und es gab viele glückliche Menschen.

Bilder vom Skispringen in Willingen, Tag 3

Bilder vom Skispringen in Willingen, Tag 2

Tag 1 beim Skispringen in Willingen

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