Sieg im Krimi gegen Russland

WM: Uwe Gensheimer führt deutsche Handballer zum 27:26-Erfolg

Der Mann des Spiels: Uwe Gensheimer taucht frei vor dem russischen Torwart Igor Lewschin auf. Foto: dpa

Kassel. Eine fantastische zweite Halbzeit, eine unglaubliche Fußabwehr und ein Kapitän, der fast noch zum tragischen Helden geworden wäre – der zweite Auftritt der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Doha brachte mit dem 27:26 (9:13) gegen Russland nicht nur den zweiten Sieg, sondern war auch nichts für schwache Nerven. Die Partie des DHB-Teams im Schnellcheck:

Wie eng war es für die Deutschen am Ende? 

Es war unfassbar spannend. Drei Minuten vor dem Ende schien die Begegnung praktisch entschieden. Zu diesem Zeitpunkt führten die Schützlinge von Bundestrainer Dagur Sigurdsson mit 27:24. Doch nun stellten sie sich nicht besonders clever an. Das bestraften die Russen: Danil Shishkarew gelang das 26:27. Wenig später wuchtete der Ex-Bundesliga-Profi Sergej Gorbok das Leder zum vermeintlichen 27:27 in die Maschen. Wegen unerlaubten Sperrens des eigenen Spielers zählte der Treffer jedoch nicht.

Dennoch bekamen die Osteuropäer noch einmal eine Chance. Allerdings landete ein Pass des Spielmachers Pavel Atman auf den vollkommen freien Shishkarew kurz vor der Schlusssirene im Aus. Augenblicke später fielen sich die deutschen Spieler jubelnd in die Arme und feierten, als hätten sie die Achtelfinal-Teilnahme schon in der Tasche. Dazu fehlt aber noch ein Sieg.

Konnte die deutsche Sieben an die Leistung vom Polen-Spiel anknüpfen? 

In der ersten Hälfte ging den deutschen Spielern längst vieles nicht so leicht von der Hand. Zudem war Russland der erwartet schwere Gegner – nicht mehr zu vergleichen mit den russischen Mannschaften der vergangenen Jahre. Jetzt geht auch bei den Jungs von Chefcoach Oleg Kuleschow und Co-Trainer Alexandr Rymanow (früher Gensungen/Felsberg) auf dem Feld die Post ab. Vor allem Konstantin Igropulo und Linksaußen Timur Dibirow glänzten.

Was war der Türöffner fürs deutsche Spiel?

Was auch immer Sigurdsson seinen Spielern in der Kabine gesagt hat, es waren die richtigen Worte. Denn danach taute etwa der Hablinke Paul Drux endlich auf. Und das deutsche Team kam zusehends besser ins Tempospiel. Nach einem schnellen Gegenstoß, gekonnt abgeschlossen von Rechtsaußen Patrick Groetzki, stand es 14:14 – der Rückstand war aufgeholt. Zwar nicht fehlerfrei, aber mannschaftlich geschlossen präsentierte sich die DHB-Auswahl unter dem Beifall mehrerer Hundert deutscher Anhänger. Spektakulär: die Monster-Parade des eingewechselten Torwarts Carsten Lichtlein mit dem linken Fuß gegen Milhail Chipurin (45.).

Gab es einen Spieler des Spiels?

Ja. Spielführer Uwe Gensheimer bewies große Treffsicherheit und munterte immer wieder seine Kollegen auf. Neun Treffer glückten dem Linksaußen.

Sein erster Fehlversuch unterlief ihm in der Schlussphase. Da er danach noch zwei unglückliche Aktionen hatte, kam Russland überhaupt noch einmal heran.

Welchen Anteil hatte das Melsunger Duo? 

Während Johannes Sellin diesmal komplett die Ersatzbank drücken musste, wurde der erfahrene Michael Müller immer wieder für die Abwehr eingewechselt. Dabei machte der Linkshänder einen guten Job.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.