Willinger Weltcup-Geschichte: 1995 fiel der Startschuss auf der Mühlenkopfschanze

Skisprung Weltcup Willingen: Tägliche Serie startet

So sah die Schanze noch vor 20 Jahren aus: Blick auf die beiden Anlauftürme am Mühlenkopf. Foto: nh

Willingen. Seit 1995 treten die weltbesten Skispringer auf der Willinger Mühlenkopfschanze gegeneinander an – damit wird in diesem Jahr 20-Jähriges gefeiert.

Der Anlaufturm aus Holz in den Anfängen hat aber schon lange nichts mehr gemein mit der mehrfach modernisierten und ausgebauten Anlage.

Als größte Großschanze der Welt präsentiert sich die Sportstätte mittlerweile am Mühlenkopf, auf der in den vergangenen 20 Jahren 23 Einzelwettbewerbe im Weltcup und 13 Teamspringen stattgefunden haben. Grund genug, einmal auf die glanzvollen Weltcup-Veranstaltungen von 1995 bis 2014 zurück zu blicken – und das werden wir ab jetzt täglich bis zum Weltcup-Auftakt am 30. Januar.

Doch bevor wir zur Premiere 1995 kommen, geht’s erst einmal zum Ursprung zurück – und damit zur Frage, wieso Willingen überhaupt einen Weltcup bekam. Im März 1994 reiste eine SCW-Delegation zu den Skiflug-Weltmeisterschaften nach Planica, um sich für einen weiteren Weltcup in Deutschland einzusetzen. Nach einem Gespräch mit den FIS-Verantwortlichen Paul Ganzenhuber und Walter Hofer war die FIS dazu bereit, sofern der Deutsche Skiverband (DSV) einen formellen Antrag stellen würde.

Ticket-Hotline: 05632/9600.

Gesagt, getan: Nur einen Tag später teilte DSV-Sportdirektor Helmut Weinbuch den Willingern mit, dass der Verband einen Weltcup beantragen werde, der im Wechsel in Oberhof und Willingen ausgetragen werdensoll. Der Auftakt sollte 1995 eigentlich in Thüringen sein. Doch weil die Schanze in Oberhof kein FIS-Zertifikat mehr besaß und die nötigen Umbauten nicht mehr rechtzeitig erledigt werden konnten, sprang Willingen ein.

Somit fand 1995 erstmals ein Weltcup im Upland statt: Der Österreicher Andreas Goldberger setzte sich am 8. Januar vor dem Japaner Kazuyoshi Funaki und Dieter Thoma im Einzelwettbewerb auf der alten Mühlenkopfschanze durch – 35 000 Fans feuerten die Skispringer an. „Andere Weltcup-Orte können sich an Willingen ein Beispiel nehmen“, schwärmte Olympiasieger Jens Weißflog, der sich den fünften Platz schnappte. Zur Premiere 1995 ließ der SC Willingen die Weitenjäger sogar eigens mit einem Charterflug direkt vom Vierschanzentournee-Finale von Salzburg aus nach Paderborn bringen.

Aber: Gesprungen wird in Willingen nicht erst seit 1995, sondern schon wesentlich länger. Das erste internationale Springen an der Mühlenkopfschanze fand 1951 statt. Der Sieger: Sepp Weiler aus Oberstdorf im Allgäu. Er sprang 101 Meter weit. Weiler ist 1995 von der Willinger-Weltcup-Premiere begeistert: „Willingen hat eine der schönsten Schanzen überhaupt.“

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