Funsport: Viel Matsch, viel Wasser, viel Spaß

„Jeder blaue Fleck war es wert!“ beim Great Barrier Run in Göttingen

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So sehen zufriedene Finisher aus: HNA-Redakteurin Melanie Zimmermann freute sich mit ihren Mitläuferinnen Nicole, Janina und Maylin (von rechts) über die Medaillen.

Göttingen. Das Motto beim Great Barrier Run lautete in diesem Jahr: Je matschiger und dreckiger, desto besser. Ein Selbstversuch. 

„Man kann sich auch einfach hinsetzen und runterrutschen.“ Gesagt, getan. Ich sitze noch nicht ganz, da sause ich auch schon den kleinen, schlammigen Abhang hinunter und zack! – finde ich mich bis über den Bauchnabel in der dicken, braunen Schlammsuppe des optimierten „Muddy Hole“ wieder. Hervorragend! Das geht ja schon gut los, denke ich mir. Herzlich willkommen beim Great Barrier Run 2018! Das Motto in diesem Jahr: Je matschiger und dreckiger, desto besser.

Schnell wird bereits auf den ersten Metern klar, dass ohne anständige Ganzkörper-Schlammpackung hier in diesem Jahr niemand durch den fünf-Kilometer-Rundkurs kommt. Aber mal ehrlich, wer will das auch schon?! Keiner der insgesamt über 3000 Teilnehmer ist hier angetreten, um mit sauberen Klamotten wieder nach Hause zu fahren. Auch mein Team und ich nicht.

Mit gefühlt drei Kilo dickem, festen Matsch pro Schuh mehr setzen wir unseren Lauf also fort, rollen uns bei „Higgledy Piggledy“ unter dem Holzhindernis durch, um uns im nächsten Moment an einem solchen wieder hochzuziehen, um darüber zu klettern. Zumindest versuchen wir es.

Wie eine große Familie

Denn zugegeben, meine Freundinnen und ich bezwingen auch bei unserer zweiten Teilnahme am Great Barrier Run (GBR) nicht jedes der 21 Hindernisse.

Weil mir große Höhen nicht besonders geheuer sind, wird meine Kletterpartie auf dem „Woodtower“ zur echten Herausforderung. Oben angekommen, sitze ich auf den Balken des gefühlt zehn Meter hohen Holzkonstrukts (tatsächlich sind es nicht mal ganz vier Meter), und frage mich, wie zur Hölle ich hier jemals wieder runterkommen soll? Und dann passiert das, wofür der GBR neben der sportlichen Herausforderung eben auch steht: Teamwork.

Neben meinen Mädels reden mir plötzlich wildfremde Menschen Mut zu, lenken mich von der Höhe ab, halten mich fest und helfen mir, meine Arme und Beine so koordiniert zu bekommen, dass ich den Abstieg schließlich doch schaffe.

Eine Erfahrung, die alle Läufer nicht nur an diesem Tag auf der Strecke des GBR machen, an jedem Hindernis. Keiner wird irgendwo allein zurückgelassen. Ein Zusammenhalt, wie man ihn sonst nur von der eigenen Familie und den engsten Freunden kennt.

Kleine, lustige Randnotiz: Als Frau hat man vermutlich selten so viele fremde Hände am Hintern, wie beim Great Barrier Run. Aber egal ob weibliche oder männliche: alle wollen einem dabei helfen, Mauern, Container und Holzwände hochzuklettern.

Gemeinsam schaffen wir das: Beim Great Barrier Run war nicht nur beim Hindernis „Lumberjack“ Teamwork gefragt. Baumstämme tragen sich eben nicht von alleine.

Der Tag danach

Ja, ich habe Muskelkater und das auch nicht zu knapp: Schultern, Nacken, Rücken, Bauch, Oberschenkel, Waden – einfach alles macht sich deutlich bemerkbar. Meine Knie und Schienbeine waren außerdem vermutlich zuletzt in meiner Kindheit derart farbenfroh, wie sie es aktuell sind. Meinen Freundinnen geht es übrigens ähnlich.

Und dennoch: Jeder einzelne blaue Fleck hat sich absolut gelohnt. Da sind wir uns alle einig. Sie sind eine vorübergehende Erinnerung daran, was wir als Teilnehmer des Great Barrier Run auf der Strecke geleistet haben. Denn die Herausforderungen, die einem gestellt werden, sind zum Teil sehr anspruchsvoll. Dass man sie aber auch ohne großes Training schaffen kann, dafür wir sind wir vier an diesem Wochenende der beste Beweis.

Great Barrier Run in Göttingen

Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
 © Stefan Rampfel
Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
 © Stefa n Rampfel
Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
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Great Barrier Run auf dem Gelände der Universtität und drumherum. Foto: Stefan Rampfel
 © Stefan Rampfel

Das Überschreiten seiner eigenen Grenzen verlangt einem nicht nur physisch einiges ab, sondern auch psychisch. Wer wie ich Angst vor großen Höhen hat, der weiß genau, was ich meine. Umso großartiger ist das Gefühl, gemeinsam mit vielen Mitstreitern die Hindernisse zu meistern und ins Ziel einzulaufen. Spätestens dann wird einem klar: Wir haben es geschafft! Fünf Kilometer und 21 Hindernisse (mit Ausnahmen) konnten uns nicht stoppen.

Für meine Freundinnen und mich stand damit nur wenige Augenblicke nach dem Zieleinlauf fest, dass wir auch im kommenden Jahr wieder zeigen werden, was in uns steckt.

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