Diskussion um Sportveranstaltung

Sollten die Bundesjugendspiele abgeschafft werden? - ein Pro & Kontra

Eine Diskussion ist entbrannt um die Bundesjugendspiele. Setzen sie Schüler unter sozialen Druck, die mit anderen nicht mithalten können? Ein Pro und Kontra.

Pro: Pure Zeitverschwendung

Robin Lipke hält nicht viel von den Bundesjugendspielen

Bundesjugendspiele bedeuteten für mich Festtage. Wir waren draußen, trieben Sport und vor allem: Wir mussten NICHT lernen. Mit dem nötigen Abstand muss ich feststellen: Die Bundesjugendspiele sind pure Zeitverschwendung. Von daher wäre es kein Verlust, wenn sie abgeschafft würden.

Erstens: Von der Idee her sollen diese Spiele die Lust auf Bewegung erzeugen. Das klingt gut. Allerdings hat das Ereignis einen Pflichtcharakter. Sportlich weniger Begabte empfinden aber nicht sofort Freude an der Leichtathletik, wenn sie zum Weitsprung gezwungen werden. Das Gegenteil ist eher der Fall.

Zweitens: Für die Sport-Asse bringen die Spiele ebenfalls wenig. Zum einen laufen die Wettkämpfe recht chaotisch ab, zum anderen werden Weiten und Zeiten nicht immer unter regulären Bedingungen erzielt. Für solche Schüler bedeutet dieser Tag lediglich schulfrei – und das ist ja auch nicht Sinn der Sache.

Drittens: Nicht zuletzt erzeugt dieser Tag bei den Lehrern vermeidbaren Stress. Mitunter müssen sie fachfremde Aufgaben übernehmen.

Bundesjugendspiele auf freiwilliger Basis wären eine Alternative – eine Art Sporttag. Um Schülern Bewegung und Fitness schmackhaft zu machen, gibt es den Sportunterricht.

Kontra: Absurdes Anliegen

Frank Ziemke ist für die Bundesjugendspiele

Bundesjugendspiele waren erst einmal ein großer Spaß. Wir mussten ja nicht in die Schule. Und wenn wir Glück hatten, dann schien auch die Sonne. Natürlich gab es die, die vorwegliefen. Die zeigten, was sie sportlich drauf haben. Und es gab die, die hinterherlaufen mussten. Dass das nicht jeder leicht genommen hat, ist klar.

Aber deshalb einen ganzen Wettkampf abschaffen? Das ist doch absurd. Dort, wo Menschen sich sportlich messen, wird irgendjemand Letzter. Ich komme Ihnen jetzt nicht mit der Schule des Lebens. Und erst recht nicht mit Leistungsgedanken. Aber durch was haben wir mehr gelernt? Durch unsere Siege? Oder durch unsere Niederlagen?

Ihr Kind kommt weinend vom Wettkampf? Helfen Sie ihm, mit dieser Erfahrung umzugehen. Das ist wichtiger, als auch denen den Spaß zu verderben, die strahlend ihre Urkunde präsentieren. Unsere Kinder leiden doch ohnehin schon unter akutem Bewegungsmangel. Und Sportunterricht fristet in der Schule längst viel zu sehr ein Schattendasein – obwohl durchaus erwiesen ist, dass mehr Sport auch zu besseren Leistungen in anderen Fächern führen kann.

Bundesjugendspiele abschaffen? Quatsch. Sie gehören zur Schulzeit. Und so soll es auch bleiben.

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- Diskussion um die Bundesjugendspiele: die Bundesjugendspiele

Rubriklistenbild: © nh

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