Ärger für die Fans

Später Transferschluss führt zu Problemen bei Managerspielen und Trikots

Das war einmal: Sven Bertel vom Fanpoint Kassel zeigt Trikots von Julian Draxler und Kevin Großkreutz, die ihre Vereine verlassen. Foto: Malmus

Kassel. Es sind keine einfachen Tage für Fußball-Freunde. Der Ligabetrieb hat schon Mitte August begonnen, der Transfermarkt aber erst jetzt geschlossen.

Das stellt Hobbytrainer und Fans vor Probleme. Ein Überblick.

Managerspiele

186.000 Hobby-Manager treten mit ihren Teams bei der Mutter aller Managerspiele, dem des Fachmagazins Kicker, an. Mehr als 22.000 Nutzer haben nun ein Problem: Sie haben vor Saisonbeginn virtuelle 8,5 Mio. Euro für Kevin de Bruyne ausgegeben – die Maximalsumme im Budget von 42,5 Mio. Euro. Nun wechselt der Belgier nach England – und die Nutzer gucken in die Röhre. Denn Transferschluss beim Kicker-Spiel war zu Saisonbeginn – und dabei bleibt es auch.

In der Redaktion quillt das Mail-Postfach über: „Für ein Managerspiel ist das schon eine große Sache. Wir bekommen 70, 80 Anfragen pro Tag. Dazu viele Kommentare bei Facebook“, sagt Phillipp Kaiser vom Kicker. „Wir nehmen den Ärger sehr ernst und haben uns Gedanken gemacht. Es ist einer der Transfers, der den größten Wirbel in den vergangenen Jahren bei unserem Managerspiel ausgelöst hat.“ Vergleichbar sei nur der Wechsel Diegos 2009 von Werder Bremen zu Juventus Turin gewesen.

Phillipp Kaiser

Ein zusätzliches Transferfenster für die Hobby-Spieler wird es jetzt trotzdem nicht geben. De Bruyne muss quasi als Karteileiche bis zur Winterpause im Team bleiben. Und das aus gutem Grund: „Wir würden den Charakter des Spiels verändern, würden wir nachträglich unsere Regeln ändern“, erklärt der 31-Jährige. Und die sind schließlich seit der Geburtsstunde 1991/92 gleich. „Die vielen positiven Reaktionen von Hobbymanagern bestärken uns in der Entscheidung, die Regeln so zu lassen“, sagt Kaiser.

Groß ist auch der Verdruss von de-Bruyne-Besitzern beim Internet-Managerspiel Comunio, bei dem täglich Spieler transferiert werden können. „Er war mein bester Punktesammler in der vergangenen Saison. Für meine Mannschaft ist er ein großer Verlust“, ärgert sich beispielsweise Wolfgang Bauscher, der seine Spielrunde in der vergangenen Saison vor allem dank des Belgiers gewonnen hatte. Doch trotzdem, so ergänzt er: „Es ist ja nur ein Spiel.“

Fanshop

„Kevin de Bruyne war unter den Kindern schon ein großes Thema“, sagt Sven Bertel vom Fanpoint Kassel. Gefragter als Wolfsburger Trikots seien aber die der Traditionsklubs Bayern, Dortmund und Schalke. „Als der BVB beispielsweise vor kurzem den Vertrag mit Aubameyang verlängert hat, konnten wir uns vor Trikot-Anfragen kaum retten.“

Allerdings habe niemand sein Trikot mit de-Bruyne- oder Julian-Draxler-Schriftzug umtauschen wollen. „Tragen Trikots Beflockung, sind sie vom Umtausch ausgeschlossen. Denn der Aufdruck ist eine Entscheidung des Kunden. Im Fachgeschäft rate man Fans, die einen Schriftzug aufs Trikot gedruckt bekommen wollen, bis zum 1. September und dem Tag nach dem Transferschluss zu warten. „Dann ist ganz sicher, dass der Spieler auch tatsächlich beim Verein spielt.“ Bertels Ratschlag an die Eigentümer von Schalke-Trikots mit Julian-Draxler-Aufdruck oder Dortmund-Jerseys mit Kevin-Großkreutz-Namenszug: „Halten sie diese Trikots einfach in Ehren.“

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