Lichtlein überragend – am Mittwoch gegen Katar

Schnellcheck: Deutsche Handballer begeistern gegen Ägypten

So sieht ein Sieger aus: Uwe Gensheimer nach dem Erfolg gegen Ägypten. Links im Hintergrund: Patrick Wiencek. Rechts: Silvio Heinevetter. Foto: afp

Kassel. Rigoros, furios, grandios – das nächste Kapitel des deutschen Handball-Wüstenmärchens ist geschrieben.

Mit einem in dieser Höhe nicht für möglich gehaltenen 23:16 (12:8)-Sieg zogen die deutschen Handballer bei der Weltmeisterschaft in Katar ins Viertelfinale ein. Dort wartet am Mittwoch (Anwurfzeit stand bei Andruck der Ausgabe noch nicht fest) die Sieben des Gastgebers.

Ein bisweilen furioser Angriff, eine rigorose Deckung und ein grandioser Torwart Carsten Lichtlein waren der Schlüssel zu einem Erfolg, durch den das DHB-Team nun beste Chancen hat, einen der begehrten ersten sieben Plätze zu belegen. Nur diese Mannschaften dürfen auf die Olympia-Qualifikation hoffen.

Wie war das Spiel gegen Ägypten?

Wie erwartet mit hoher Intensität geführt – und das von beiden Seiten. Wer befürchtet hatte, die Deutschen würden sich von den robusten Ägyptern vielleicht früh den Schneid abkaufen lassen, sah sich getäuscht. Bezeichnend, dass Steffen Weinhold immer wieder in die Nahtstellen der aggressiven 3:2:1-Deckung der Nordafrikaner stieß und dabei wohl einige blaue Flecken davontrug.

Von Weinholds Entschlossenheit profitierte unter anderem sein Nebenmann Patrick Groetzki, der allein fünf Treffer bis zur Pause markierte. Der Rechtsaußen sorgte auch für das zwischenzeitliche 9:4 (19.). Den nötigen Rückhalt gab stets der alles überragende Torwart Carsten Lichtlein.

Die Vorentscheidung fiel kurz nach Wiederbeginn, als der Außenseiter acht Minuten keinen Treffer warf und in dieser Phase mit 8:17 ins Hintertreffen geriet. Selbst als Bundestrainer Dagur Sigurdsson im Gefühl des sicheren Sieges einige personelle Umstellungen vorgenommen hatte, kam kein Bruch ins Spiel. Im Gegenteil: Michael Kraus bescherte seiner Mannschaft zwischenzeitlich einen Zehn-Tore-Vorsprung (21:11).

War das Ergebnis denn gerecht? 

Auf jeden Fall. Die Mannschaft von Chefcoach Sigurdsson hatte den Kontrahenten über weite Phasen der Begegnung hervorragend im Griff. Vor allem die Hintermannschaft gab dem Ägyptern schier unlösbare Rätsel auf.

Welche Zahl wird nach diesem Spiel in Erinnerung bleiben? 

Die 60. Denn 60 Prozent gehaltene Bälle konnte Schlussmann Lichtlein allein im ersten Durchgang vorweisen – ein schier unglaublicher Wert. Schon 50 Prozent sind absolute Weltklasse. Dieses hohe Niveau hielt der Gummersbacher Torhüter, der zudem drei von fünf Siebenmeter entschärft hatte, praktisch bis zur letzten Sekunde.

Wie konnten sich die beiden Melsunger einbringen? 

Mehr als gedacht. Angesichts des komfortablen Vorsprungs, den sich die DHB-Auswahl bis in den zweiten Abschnitt erarbeitet hatte, brachte Sigurdsson erst Michael Müller und später noch Johannes Sellin. Müller stand vor allem in der Abwehr seinen Mann. Sein MT-Kollege schloss sogar einen Konter erfolgreich ab (59.).

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.