Interview zum Weltcup

Jochen Behle über die Verlegung des Springerlagers

Stammgast beim Skispringen: Jochen Behle. Foto:  Fischer

Willingen. Er ist ein gefragter Gesprächspartner in diesen Tagen: Jochen Behle. Der langjährige Langlauf-Bundestrainer spricht im Interview über den Weltcup in Willingen.

Herr Behle, sind Sie als ehemaliger Langläufer eigentlich auch Skisprungfan?

Jochen Behle: Ich kenne natürlich jeden der Sportler. Mit den Trainern treffen wir uns im Stützpunkt regelmäßig. Von daher bin ich immer mit Interesse dabei. Und so lange die Deutschen vorn sind, genieße ich es.

Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

Behle: Wir hatten bislang Glück mit dem Wetter, gerade, was den Wind angeht. Das erste Einzelspringen war sehr gut besucht für einen Freitag. Umso schöner war es, dass ein Deutscher auf dem Podest stand. Ein Teamspringen ist etwas Schönes, denn mit den Nationen fiebert man immer mit. Das kommt hier in Willingen rüber.

Es ist die 20. Auflage. Was sind Ihre schönsten Erinnerungen?

Behle: Ein Jubiläum ist etwas Besonders. Willingen hat über Jahre einen Namen bekommen und kommt bei den Sportler sehr gut an. Einen speziellen Moment möchte ich nicht herausheben. Für mich als Sportler war es, eine Meisterschaft vor eigenem Publikum zu haben. Ein Heimweltcup für die Skispringer ist etwas besonders mit so einer Atmosphäre wie hier.

Neu ist in diesem Jahr das Springerlager im Auslauf. Wie bewerten Sie das?

Behle: Ich finde es schlecht, muss ich ganz ehrlich sagen. Weil ich auch früher schon den Sportler immer in den Mittelpunkt gestellt habe, und für den Sportler ist das hier nichts. Er wird zur Schau gestellt, immer wieder angesprochen, und das möchte kein Sportler in der Konzentration zwischen zwei Wettkämpfen haben. Das ist sehr ungünstig. Das werden die Trainer sicherlich auch sagen.

Dann ist da die Kommunikation vom Trainer zum Sportler. Der Trainer steht ganz oben an der Schanze, der kann nicht runterkommen, um mal bestimmte Dinge anzusprechen. Auch eine gewisse Privatsphäre gehört für Sportler und Trainer dazu. Wir haben in Willingen die Möglichkeit, da oben ein sensationelles Sprunglager zu haben, wo sich die Athleten aufwärmen können. Auch die Logistik ist eher ungünstig, weil die Wege von hier unten nach oben sehr weit sind. Wenn Windverzögerungen auftreten, musst du dich oben neu aufwärmen. Da oben war es besser.

Hatte Willingen als Ausrichter ein Mitspracherecht, ob das Springerlager im Auslauf eingerichtet werden soll?

Behle: Soweit ich das mitbekommen habe: Nein.

Glauben Sie, wir werden diese Form des Springerlagers 2016 noch erleben?

Behle: Ich hoffe nicht.

Bilder vom Skispringen in Willingen, Tag 2

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