Auch die kuriose Geschichte zweier US-Sportler schreibt der Weltcup im Upland

Sie springen sonst vor fünf Fans

Sein erster Weltcup war 2009 in Willingen: Nick Alexander.

Willingen. Sie zu finden, ist nicht leicht. Ihr Team-Container steht nicht etwa in erster Reihe, und es drücken sich auch keine Fans ihre Nasen an den Fensterscheiben platt. Die beiden US-Skispringer Mike Glasder (25) und Nick Alexander (26) bestreiten ihren ganz eigenen Weltcup in Willingen. Fernab von Erfolgen der Freunds, Stochs und Krafts. Aber auch ihre Geschichten sind es, die das Wochenende so interessant machen.

Mike Glasder stammt aus Cary, Illinois – 30 Minuten außerhalb von Chicago. „Unsere größten Erhebungen sind die Bodenwellen in den Straßen“, sagt der leidenschaftliche Eishockey-Fan der Blackhawks. Wieso er dann Skispringer wurde? „Es gab mal ein Nachwuchsförderungsprogramm, da habe ich mitgemacht“, erinnert sich Glasder, bei dem es in der Heimat gemütlich zugeht: „Wir haben ein Haus an einem Bach, wo ich im Sommer fischen gehe. Im Winter sind wir das halbe Jahr unterwegs.“ Auf die Frage, was seine Freundin dazu sagt, antwortete er: „Welche der vielen Freundinnen meinen Sie?“

Während Glasder die Qualifikation am Freitag nicht schafft, gelangt Nick Alexander als Vorletzter in den ersten Durchgang. Mehr ist nicht drin. „Ich bin hier in Willingen 2009 zum ersten Mal überhaupt in einem Weltcup gesprungen. Diese Anlage ist irre, es geht so weit hinunter“, sagt Alexander, der aus New Hampshire stammt. „Sie werden es nicht glauben, aber dort gibt es auch Schanzen. Weiter als 25 oder 30 Meter kann man aber nicht springen“, sagt er. Und fügt an: „Die meisten Amerikaner wissen nicht, was wir Skispringer da überhaupt machen. Bei uns zu Hause springen wir vor fünf Fans. Und viel Geld können wir mit unserer Sportart sowieso nicht verdienen.“

Während der Saison sind die US-Springer im slowenischen Kranj stationiert. „Da springen wir intern vor jedem Weltcup zwei Startplätze aus“, sagt Alexander. Er und Teamkollege Glasder haben Samstag frei, weil sie keine Mannschaft stellen können. „Da machen wir Wellness im Hotel“, erklärt Nick Alexander. Autogramme werden sie auch dort nicht schreiben müssen.

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